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Neue Gewalt im Irak: 49 Tote bei Anschlagsserie

Aktualisiert am 19.04.2012

In sieben Provinzen detonierten zahlreiche Autobomben, in der Hauptstadt Bagdad waren vor allem schiitische Viertel betroffen. Die Angst, dass der Glaubenskrieg wieder aufflammt, wächst.

Spuren der Anschläge: Ein irakischer Junge inspiziert ein von einer Bombe zerstörtes Auto in Bagdad. (19. April 2012)

Spuren der Anschläge: Ein irakischer Junge inspiziert ein von einer Bombe zerstörtes Auto in Bagdad. (19. April 2012)
Bild: AFP

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Terroristen haben den Irak heute mit einer Serie von Attentaten und Autobombenanschlägen überzogen. Bei den Attacken, die sich auf sieben Provinzen erstreckten, starben nach Informationen von Augenzeugen, lokalen Medien und Polizisten insgesamt 49 Menschen.

Nach einem Monat relativer Ruhe wachsen damit erneut die Sorgen vor einem Wiederaufflammen der konfessionell motivierten Gewalt im Land.

Die Handschrift von al-Qaida

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Militärsprecher Dhia al-Wakil erklärte aber, die Bombenserie trage die Handschrift des Terrornetzwerks al-Qaida. «Sie wollen uns die Botschaft schicken, dass sie die zuletzt erreichte Stabilität angreifen können», sagte Al-Wakil. Die irakischen Sicherheitskräfte werde dies aber nicht entmutigen.

Zu dem folgenschwersten Anschlag kam es in Dibis nahe der nördlichen Stadt Kirkuk. Bei der Explosion eines parkenden Autos in dem überwiegend von Sunniten bewohnten Dorf wurden sechs Passanten getötet und vier weitere verletzt.

Schiitische Quartiere betroffen

In der Hauptstadt Bagdad detonierten mehrere Sprengsätze, alle in Vierteln, die überwiegend von Schiiten bewohnt werden. Im Haifa-Bezirk kamen zwei Zivilisten bei einem Anschlag ums Leben, der offenbar der Fahrzeugkolonne des Gesundheitsministers galt. Sein Sprecher sagte, vier Leibwächter seien verletzt worden.

Nach Angaben der irakischen Polizei detonierten weitere Bomben in Samarra, Bakuba und Tadschi. In Beidschi und Tikrit seien ausserdem Mörsergranaten eingeschlagen, von dort habe es aber keine Berichte über Opfer gegeben.

Der Irak durchlebt seit dem Abzug der letzten US-Truppen im Dezember eine schwere politische Krise, die unter anderem von Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten geprägt ist. Mehrere politische Gruppierungen werfen Regierungschef Nuri al-Maliki vor, eine neue Diktatur im Irak errichten zu wollen. Er trägt derzeit übergangsweise auch die Verantwortung für das Verteidigungs- und das Innenressort. (fko/dapd)

Erstellt: 19.04.2012, 17:24 Uhr

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