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Libyens Übergangsrat nimmt Bani Walid ein

Aktualisiert am 18.10.2011 5 Kommentare

Laut eigenen Angaben ist es den Kämpfern der neuen libyschen Führung gelungen, eine der letzten Ghadhafi-Hochburgen einzunehmen. Nun soll der Kampf um Sirte intensiviert werden.

1/35 Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Bild: Keystone

   

In Feierlaune: Der libysche Übergangsrat hat die Stadt Bani Walid erobert. (Video: Reuters)

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Der libysche Übergangsrat hat die Wüstenstadt Bani Walid eingenommen, eine der letzten Hochburgen von Anhängern des gestürzten Machthabers Ghadhafi. Die Stadt sei «vollständig befreit», erklärte Seif al-Lassi, ein Kommandant der neuen libyschen Führung. Beim entscheidenden Sturm auf Bani Walid wurden nach Angaben des Übergangsrates zwei eigene Kämpfer getötet und 70 verletzt. Mindestens 20 «Söldner» seien festgenommen worden, erläuterte Kommandant Lassi.

In Bani Walid waren Freudenschüsse und «Allah Akbar»-Rufe (»Gott ist gross») zu hören. Die Rebellen hissten auf den Dächern mehrerer Gebäude die Flagge des Nationalen Übergangsrats.

Konzentration auf Sirte

Bani Walid war von Norden und von Süden her angegriffen worden. Die Kämpfer des Übergangsrats brachten unter anderem den Flughafen und das Spital unter ihre Kontrolle. Das Internationale Rote Kreuz stattete die Klinik mit frischem medizinischen Material aus.

Bani Walid liegt rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis. Am Sonntag hatten die Rebellen eine neue Offensive gegen die Wüstenoase begonnen, nachdem sie die Kämpfe eine Woche lang unterbrochen hatten. Zuletzt gingen die Rebellen davon aus, dass die Stadt noch von etwa 1500 Gaddafi-Anhängern kontrolliert werde.

Die Einheiten des Übergangsrates wollen ihre Angriffe nunmehr auf Sirte konzentrieren. Dort halten sich in einigen Stadtvierteln weiterhin Anhänger Gaddafis verschanzt. Am Montag wurden aber auch dort Fluchtbewegungen beobachtet.

Deutschland behandelt Libyer

Die von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei einem Besuch in Tripolis zugesagte Hilfe für libysche Kriegsopfer ist angelaufen. Fünf Patienten zwischen 23 und 30 Jahren wurden zur Behandlung nach Hamburg gebracht, wo die Ärzte nach Angaben einen von ihnen auf die Intensivstation verlegten. Der 29-Jährige habe schwere Hirnverletzungen, teilte der Hamburger Klinikbetreiber Asklepios mit. Der Zustand der vier übrigen Patienten, die am Sonntagabend in der Hansestadt eingetroffen waren, sei «relativ stabil».

Die Bundesregierung hatte auf Bitten des Übergangsrates die Aufnahme von Dutzenden Verletzten aus dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland zugesagt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts sollen zunächst etwa 40 Menschen mit Hilfe der Bundeswehr über den Nachbarstaat Tunesien ausgeflogen und in Deutschland versorgt werden. Die nach Hamburg gebrachten fünf Libyer gehören zu dieser Gruppe.

Weitere Hilfe von England

Der britische Aussenminister William Hague hat Libyen bei einem Besuch in der Hauptstadt Tripolis weitere humanitäre Hilfe zugesagt. Zudem soll das restliche in Grossbritannien eingefrorene Bargeldvermögen bald freigegeben werden. Es sei von äusserster Wichtigkeit, den langjährigen Machthaber Muammar al-Ghadhafi und andere, vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesuchte Funktionäre des libyschen Regimes zu fassen, erklärte Hague. Libyens Nachbarländer erinnerte er an ihre Verantwortung, gesuchte Regime-Anhänger festzunehmen und auszuliefern. Ghadhafi ist weiter auf der Flucht. (kpn/sda)

Erstellt: 17.10.2011, 20:27 Uhr

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5 Kommentare

Arthur Gubler

18.10.2011, 10:01 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Gemäss neusten Meldungen sind die Rebellen in einen Hinterhalt geraten und sind nun auf der Flucht. Sie erlitten grosse Verlusste und hatten es so eilig, dass sie Waffen und Panzer zurückliessen. Antworten


Giada Berini

18.10.2011, 10:43 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Selbst wenn diese Meldung nicht der Wahrheit entsprechen sollte (und das wäre kein Wunder!) - schaut euch mal Bild 1 an. Damit die "Rebellen" den "Volksaufstand" von Bani Walid unterstützen konnten, mussten sie mit Hilfe von NATO-Bomben erst mal alles in Schutt und Asche legen. Einfach nur grässlich! "Zivilisten schützen"??? Wär's nicht so traurig, könnte man darüber lachen... Antworten



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