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Kämpfe in Sirte werden intensiviert

Aktualisiert am 18.10.2011 17 Kommentare

Die Anhänger des Übergangsrates kämpfen in Sirte um zwei Stadtviertel. Bei den aktuellen Gefechten kamen bisher dreizehn der Soldaten ums Leben. Mahmoud Jibril befürchtet derweil eine Rückkehr Ghadhafis.

1/35 Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Bild: Keystone

   

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Hillary Clinton in Libyen

Hillary Clinton in Libyen
Die US-Aussenministerin stattete Tripolis einen Überraschungsbesuch ab.

Ende der Nato-Einsätze

Die Nato hat einmal mehr ein baldiges Einsatzende in Libyen in Aussicht gestellt. Man sei «sehr nahe» daran, das mittlerweile sieben Monaten dauernde Engagement in Libyen zu beenden, erklärte am Dienstag eine Nato-Sprecherin in Brüssel.

Auf ein genaues Datum will sich das Militärbündnis angesichts der noch immer herrschenden Bedrohung durch Gaddafi-Kräfte allerdings auch weiterhin nicht festlegen. Seit dem Beginn des Libyen-Einsatzes am 19. März haben Nato-Flugzeuge mehr als 9500 Einsätze geflogen. (dapd)

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In Libyen hat es weitere heftige Kämpfe in der Küstenstadt Sirte gegeben. Auf der Seite des Nationalen Übergangsrates gab es in der letzten Hochburg von Ex-Machthaber Muammar al-Ghadhafi zahlreiche Tote und mehr als hundert Verletzte. US-Aussenministerin Hillary Clinton sicherte der neuen libyschen Führung bei einem Überraschungsbesuch in Tripolis (siehe Bildstrecke links) die Unterstützung der USA zu.

Die Anhänger des Übergangsrates kämpfen in Sirte um zwei Stadtviertel, die sich noch in den Händen der Ghadhafi-Anhänger befinden. Hunderte Kämpfer waren an den Auseinandersetzungen beteiligt. Die Anhänger des Übergangsrates setzten schwere Geschütze ein. Heckenschützen der Ghadhafi-Treuen feuerten Salven aus Maschinengewehren. Einem Kämpfer des Übergangsrates zufolge wurden die betroffenen Stadtteile an drei Seiten abgeriegelt. Mindestens 13 Kämpfer des Übergangsrats kamen ums Leben.

Ghadhafi-Anhänger machen mobil

Der libysche Übergangsregierungschef Mahmud Jibril zeigte sich in einem Interview mit der Zeitung «Aschark el Awsat» überzeugt, dass Ghadhafi versuchen werde, die Macht zurückzuerlangen. Dies könne mit Hilfe des regionalen Tuareg-Stammes geschehen. Ghadhafi könne beispielsweise versuchen, die neue libysche Regierung zu destabilisieren oder einen eigenen Staat im Süden Libyens proklamieren. Ghadhafis Anhänger hätten bereits bis zu 15'000 Kämpfer aus der sudanesischen Region Darfur und vom Stamm El Raschaida mobilisiert.

100 Leichen in Spital

Die Truppen des libyschen Übergangsrates haben in einem Spital der von ihnen eroberten Widerstandshochburg Bani Walid rund 100 Leichen entdeckt. Bei den Getöteten handle es sich vermutlich um Kämpfer der Truppen des Übergangsrates, meldete die libysche Nachrichtenwebsite «Qurayna al-Jadida». Die Zustände in dem Krankenhaus, in dem es seit Tagen keinen Strom mehr gibt, seien schrecklich, hiess es weiter.

Ein Militärsprecher hatte am Montagabend gemeldet, Bani Walid sei «zu 95 Prozent befreit». Anhänger des verschwundenen früheren Machthabers Muammar al-Ghadhafi verschanzten sich nur noch in einzelnen Vierteln von Bani Walid und von Ghadhafis Heimatstadt Sirte.

Clinton in Tripolis

Clinton traf zu Gesprächen mit dem Übergangsrat in Tripolis ein. Es ist der erste US-Besuch auf Ministerebene seit 2008. Die USA seien stolz, an der Seite Libyens im Kampf um die Freiheit gestanden zu haben, sagte Clinton und sicherte die weitere Unterstützung der USA zu. Washington werde einen Demokratisierungsprozess unter Beachtung der Gesetze, der Rechte von Minderheiten und Frauen und einer freien Presse stützen. Zugleich forderte Clinton die Schaffung einer nationalen Armee und einer Polizei unter zivilem Kommando.

Die US-Zeitungen «New York Times» und «Washington Post» berichteten am Dienstag, dass die USA vor dem Beginn der Luftangriffe gegen die Ghadhafi-Regierung eine Cyber-Attacke gegen die libysche Luftabwehr planten. Ziel sei es gewesen, die militärische Kommunikation und Informationsbeschaffung zu stören, hiess es unter Berufung auf US-Regierungsbeamte und Ex-Militärbeamte. Das Vorhaben sei aber aus Zeitmangel aufgegeben worden und um keinen Präzendenzfall für andere Länder zu setzen.

Weitere Verletzte in Deutschland

In Deutschland trafen am Dienstag weitere 39 schwerverletzte Libyer an Bord einer Bundeswehrmaschine ein, um in verschiedenen Krankenhäusern medizinisch behandelt zu werden. Am Sonntag waren bereits fünf libysche Patienten zur Versorgung nach Hamburg gebracht worden. (kpn/AFP)

Erstellt: 18.10.2011, 23:51 Uhr

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17 Kommentare

Sacha Meier

18.10.2011, 22:54 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Ich denke, es war wirklich eine blöde Idee des Westens, zu versuchen, Gadhaffi, den gut steuerbaren und pflegeleichten Diktator aus dem Amt zu bomben. Die Libyier wollen gar keine Demokratie westlichen Zuschnitts, sondern eine traditionelle Stammesführerschaft. Gadhaffi war solch ein Stammesführer - und er war gut zu seinem loyalen Volk. Was jetzt kommt, könnte Chaos, Kriege und Armut bedeuten. Antworten


Dario Dirossi

19.10.2011, 11:04 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Übrigens: Was diese Frau Clinton sagt, ist wirklich ein Schlag ins Gesicht. - Fakt: Die Frauen hatten in keinem arabischen Land so viele Rechte wie in Libyen (bei USA-Busenfreund Saudi Arabien dürfen die Frauen ja nicht mal Auto fahren). Und Hilfe bei der Schaffung einer freien Presse? Eine Presse, die so korrekt über den Libyen-Krieg berichtet wie die USA-Presse?!? - Thank you very much. Antworten



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