Ausland

Israels heimlicher Stützpunkt

Aktualisiert am 31.03.2012

Der lange Anflug stellt ein Haupthindernis für einen israelischen Angriff auf die Atomanlagen des Iran dar. Die Regierung von Ministerpräsident Netanyahu hat dieses Problem womöglich schon gelöst.

1/7 Das Herzstück der israelischen Luftwaffe: Ein F-16A-Jet startet auf der Basis Nevatim im Süden des Landes. (6. Oktober 2010)
AP

   

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Eine ungewöhnliche Freundschaft: Der israelische Präsident Shimon Peres zu Besuch bei seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Alijew. (Bild: Keystone )

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«Die Israelis haben sich ein Flugfeld gekauft und dieses Flugfeld heisst Aserbeidschan», erklärt ein US-Geheimdienstler gegenüber «Foreign Policy». Nördlich des Iran gelegen, wäre das Land mit überwiegend muslimischer Bevölkerung eine ideale Ausgangsbasis für einen israelischen Luftangriff gegen iranische Atomanlagen.

Viele logistische Schwierigkeiten würden entfallen. Die lange Flugdistanz wäre auf einen Schlag weg, das Betanken in der Luft würde unnötig. Die Kampfjets könnten dadurch wesentlich mehr Waffen mit sich tragen. Gemäss dem US-Magazin soll Israel bereits Zugang zu gewissen Anlagen erhalten haben. Vier verlassene aserbeidschanische Flugbasen aus Sowjetzeiten kämen für Israel in Frage.

Freund Israel, Feind Iran

Politisch und wirtschaftlich pflegen Jerusalem und Baku mehr als freundschaftliche Beziehungen. Israel ist der zweitgrösste Erdölabnehmer in Aserbeidschan, im Gegenzug gibt es für Baku Drohnen aus israelischer Produktion. Das Militärabkommen ist 1,6 Milliarden US-Dollar schwer. Damit umgeht das Land im Kaukasus ein von der OSZE verhängtes Waffenembargo. Der Konflikt mit Armenien um die Region Berg-Karabach ist bis heute nicht beigelegt.

Gleichzeitig gelten die Beziehungen zwischen Aserbeidschan und dem Iran als angespannt. Vor kurzem hat Baku 22 Iraner wegen Verdachts auf Spionagetätigkeit ausgewiesen. Zudem sorgt sich das Land um seine aserbeidschanische Minderheit im Nordwesten des Iran. Aus Teheran sind ähnliche Töne zu hören. Baku unterstütze israelische trainierte Sonderkommandos, die für den Tod von iranischen Wissenschaftler verantwortlich seien, liess die Regierung des Iran den aserbaidschanischen Botschafter wissen.

Baku relativiert

Washington, das sich um eine Deeskalation der Situation im Persischen Golf bemüht, zeigt sich besorgt über die Kooperation zwischen den beiden Ländern. Ein israelischer Angriff auf den Iran mit Hilfe Aserbeidschans könnte den Konflikt auf den Kaukasus ausweiten.

Baku spielt diese Sorgen herunter. Aserbeidschan würde niemals von seinem Territorium einen Angriff auf den Iran zulassen, sagte der aserbaidschanische Aussenminister bei seinem Besuch in Teheran. Für die USA reicht diese Garantie nicht aus. Diese Aussage liessen zu viel Interpretationsspielraum offen, erklärt ein Beamter des US-Militärgeheimdienstes gegenüber «Foreign Policy». So hätten israelische Kampfjets nach einem Angriff auf den Iran noch immer die Möglichkeit, in Aserbeidschan zu landen.

Eine Beziehung wie ein Eisberg

Zu undurchsichtig ist die Kooperation zwischen diesen ungleichen Ländern. Bezeichnend dafür ist eine Aussage des aserbeidschanischen Präsidenten Ilham Alijew. Die Beziehung zu Israel sei wie ein Eisberg. «Neun Zehntel davon spielt sich unter der Oberfläche ab», zitierte ihn einst eine US-Diplomatendepesche, die von Wikileaks veröffentlicht wurde. (jak)

Erstellt: 31.03.2012, 21:18 Uhr

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