Ausland

«Ich würde ja jetzt gehen, aber...»

Aktualisiert am 28.07.2011 148 Kommentare

Hosni Mubarak äusserte sich am Donnerstagabend zu einem allfälligen Rücktritt. Doch der ägyptische Präsident ist überzeugt, dass ihn das Land zurzeit noch braucht. DerBund.ch/Newsnet hält Sie auf dem Laufenden.

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(mrs/bru/jak/sda/AFP/dapd)

  • 23.59 Uhr  

    Die USA drängen auf rasche Gespräche zwischen Regierung und Opposition in Ägypten. Die Regierung müsse «sofort ernsthafte Verhandlungen für einen friedlichen Übergang» beginnen, verlangte Aussenministerin Hillary Clinton am Donnerstag.

    Sie verurteilte aufs Schärfste die Gewalt gegen ausländische Journalisten in Kairo. Das State Departement sprach von einer «koordinierten Kampagne in Ägypten, um ausländische Journalisten einzuschüchtern».

  • 21.34 Uhr  

    «Ich würde ja jetzt gehen»

    Der schwer angeschlagene ägyptische Staatschef Husni Mubarak würde nach eigenen Worten sein Amt jetzt niederlegen. «Ich würde ja jetzt gehen», sagt Mubarak. Er könne dies aber nicht tun aus Furcht, das Land versinke dann noch tiefer im Chaos. Das sagte er am Donnerstag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC, wie Starreporterin Christiane Amanpour nach dem Gespräch berichtete.









  • 21:15 Uhr  

    In einem Interview mit dem US-Fernsehen hat der ägyptische Präsident Husni Mubarak für den Fall seines Rücktritts vor den Abgleiten seines Landes ins Chaos gewarnt. Er sei zwar zur Aufgabe des Amts bereit, sagte Mubarak am Donnerstag dem Sender ABC. Ein sofortiger Rückzug würde die Lage in Ägypten aber noch instabiler machen. «Wenn ich heute zurücktrete, wird es Chaos geben», zitierte ABC den Präsidenten in einer Presseerklärung. Angesichts der Gewalt auf den Straßen habe sich Mubarak besorgt geäußert. «Ich war sehr unglücklich über das, was gestern geschehen ist», zitierte ihn der Sender weiter. «Ich will nicht, dass Ägypter gegen Ägypter kämpfen.»

    Ein Einlenken angesichts der wütenden Straßenproteste gegen ihn lehnte Mubarak ab. Angesprochen auf die Demonstranten entgegnete er laut ABC: «Mir geht es nicht darum, was die Leute über mich sagen. Mir geht es um mein Land, mir geht es um Ägypten.»

    Das Interview wurde nach Angaben der ABC-Reporterin Christiane Amanpour im Präsidentenpalast in Kairo geführt. Beschützt von Soldaten, Panzern und Stacheldraht habe sich der belagerte Präsident dort mit Beratern und seiner Familie zurückgezogen. Bei dem Interview sei auch Mubaraks Sohn Gamal zugegen gewesen, der einmal als Wunschnachfolger des Präsidenten galt. Mubarak bestritt in dem Interview laut ABC-Angaben aber, dass er seinen Sohn als seinen Nachfolger aufbauen wollte.


  • 20:41 Uhr  

    Hunderte Hamas-Sympathisanten haben sich am Donnerstag mit den ägyptischen Protestbewegung solidarisiert. Sie marschierten vor der ägyptischen Vertretung in Gaza-Stadt auf, um gegen die Herrschaft des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zu demonstrieren. Es war die erste derartige Kundgebung seit Beginn der Unruhen im Nachbarland. Die meisten Demonstranten waren Vertreter von Studentengruppen der Hochschulen in Gaza. Die Sicherheitskräfte der militanten Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, griffen nicht ein.

  • 19:26 Uhr  

    Mubarak-Anhänger sollen sich langsam zurückziehen

    Auch am Donnerstagabend gehen die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo weiter. Gegner und Anhänger von Staatspräsident Husni Mubarak liefern sich Strassenschlachten und bewarfen sich am Tahrir-Platz mit Steinen.

    Seit mehr als drei Stunden gilt in Kairo offiziell die Ausgangssperre, doch die Demonstranten ignorieren dies. Auch am Abend soll es Tote gegeben haben. Die Ärzte sprechen gemäss «Tagesschau» von zehn Toten seit Gestern. Die Regierung spricht von sechs Todesopfern.

    Ein BBC-Reporter berichtet, dass um den Tahrir-Platz die Mubarak-Anhänger zurückgewichen seien. Offenbar gibt es aber weiter Kämpfe zwischen ihnen und Regimegegnern. (mrs)

  • 18:31 Uhr  

    Rund eine Millionen Menschen sind ausgereist

    Die tagelangen Proteste in Ägypten haben die wichtige Tourismusindustrie des Landes schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben von Vizepräsident Omar Suleiman verliessen in den vergangenen neun Tagen eine Million ausländische Touristen das Land. Er bezifferte den Einnahmeausfall auf eine Milliarde Dollar. Suleiman sagte weiter, hinter den Protesten gegen die Regierung steckten Ausländer, die Muslimbrüderschaft und Geschäftsleute.

  • 17.58 Uhr  

    Gegner Mubaraks gewinnen Oberhand

    Die Gegner Mubaraks schienen im Laufe des Tages wieder die Oberhand zu gewinnen. Die Streitkräfte, die am Vormittag zwischen den verfeindeten Lagern in Stellung gegangen waren, schritten zunächst nicht ein. Auf dem Platz der Befreiung hatte es bereits am Morgen mindestens drei Tote bei einer Schiesserei gegeben. Mehr als 600 Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt.

  • 16.17 Uhr  

    Feuergefechte und Molotow-Cocktail

    Vom Tahrir-Platz hört man nun wieder Schüsse, wie al-Jazeera berichtet. Langsam dunkelt es über Kairo ein. Offenbar ist es zu einem heftigen Feuergefecht gekommen. Mindestens ein Mensch wurde davongetragen. Aus mehreren Teilen der Stadt und aus Vorstädten werden Brände gemeldet. Ein grosser Supermarkt in der Nähe der Vorstadt Scheich Sajed steht in Flammen. Plünderer dringen in das Gebäude ein. Im Zentrum Kairos brennt ein Gebäude neben einem Luxushotel in Nilnähe. Aus dem Bezirk Schubra nördlich der Innenstadt werden ebenfalls Brände gemeldet.

    Nach Angaben von Rettungskräften und einem Augenzeugen ist heute auf dem Tahrir-Platz ein Ausländer zu Tode geprügelt worden.

    Die Innenstadt sieht aus wie in einem Kriegsgebiet. Überall wurden Barrikaden erstellt. Die Strassen sind übersät mit Steinen. Oppositionelle hätten den ersten Molotow-Cocktail in Richtung ihrer Gegner geworfen, wie ein Reporter von «Spiegel» online berichtet. Sie wollen den Tahrir-Platz mit aller Kraft verteidigen.

    Gegner und Anhänger von Husni Mubarak liefern sich auch heute heftige Strassenschlachten. (Video: Reuters)

    Zum Dossier
    Twitter-Liste mit seriösen Tweets direkt aus Kairo

  • 16.05 Uhr  

    Ausreiseverbot gegen ägyptische Ex-Minister

    Der ägyptische Generalstaatsanwalt hat Ausreiseverbote gegen drei ehemalige Minister verhängt und ihre Bankkonten eingefroren. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur MENA. Unter den drei Politikern, die am Wochenende von Präsident Husni Mubarak entlassen wurden, ist auch der für die Polizei verantwortliche Innenminister.

    Mubaraks Sohn wird nicht kandidieren

    Der Sohn des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, Gamal, wird sich nicht um die Nachfolge seines Vaters im Amt bemühen, wie das staatliche ägyptische Fernsehen berichtet. Bislang wurde allgemein angenommen, dass Husni Mubarak seinen 46-jährigen Sohn als seinen Nachfolger an der Staatsspitze aufbauen wollte.

  • 15.35 Uhr  

    Mobilfunkbetreiber verteilen SMS-Propaganda

    Internationale Mobilfunkbetreiber haben in Ägypten Kurzmitteilungen mit staatlicher Propaganda verbreitet. Der britische Konzern Vodafone teilt mit, er sei ebenso wie die Anbieter Mobinil und Etisalat von den Behörden seit Beginn der Proteste dazu angewiesen worden.

    Die Behörden hätten sich dabei auf die Notstandsbefugnisse des Telekommunikationsgesetzes berufen. Vodafone folgte der Anweisung, protestierte aber nach eigenen Angaben gegen diese als inakzeptabel bezeichnete Situation.

    «Wir haben deutlich gemacht, dass all diese Mitteilungen transparent sein sollten und eindeutige Urheberangaben enthalten sollten», hiess es.

    In Blogs sowie im Internet-Foto-Portal Flickr wurden Aufnahmen mit Darstellungen der SMS-Mitteilungen veröffentlicht. Diese richten sich demnach unter anderem an die «Jugend Ägyptens» mit der Aufforderung: «Hütet euch vor Gerüchten und hört die Stimme der Vernunft».

    Eine andere SMS richtet sich an «jede Mutter, jeden Vater, jede Schwester, jeden Bruder, an jeden ehrlichen Bürger, bewahrt dieses Land, da die Nation ewig ist».

    Eine weitere SMS gibt sich als Botschaft der Streitkräfte aus und fordert «Ägyptens ehrliche und loyale Männer auf, sich den Verrätern und Kriminellen entgegenzustellen und unser Volk und unserere Ehre und unser kostbares Ägypten zu beschützen».

  • 14.34 Uhr  

    ZDF-Reporterin im Hochsicherheitsgefängnis

    Eine in Ägypten verhaftete ZDF-Mitarbeiterin ist frei. ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagt der Nachrichtenagentur dapd, dass die Journalistin in Sicherheit gebracht werde. Sie sei gestern vom Geheimdienst des Landes verhaftet und rund 20 Stunden in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten worden.

    Die Anhänger des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak gingen gezielt gegen Ausländer vor, Journalisten würden verhaftet, Kameras zerstört und Filmmaterial beschlagnahmt. Sie versuchten, eine Berichterstattung über die Demonstrationen unmöglich zu machen. «Wir haben hier eine Revolution, bei der Trupps mit Macheten bewaffnet sind und niemand weiss, wie es ausgeht», sagte Frey.

  • 13.58 Uhr  

    Wieder Schüsse auf dem Tahrir-Platz

    Es seien Schüsse zu hören, berichtet BBC-Reporter Paul Danahar über Twitter. Es ist zurzeit unklar, von wem sie abgefeuert werden. Im Zentrum von Kairo liefern sich Gegner und Anhänger von Mubarak heftige Strassenschlachten. Beide Seiten bewerfen sich wieder gegenseitig mit Steinen. Dabei scheinen die Gegner Mubaraks die Oberhand zu gewinnen.

    Die Streitkräfte, die am Morgen zwischen den verfeindeten Lagern in Stellung gegangen sind, schreiten nicht ein.

  • 13.44 Uhr  

    USA machen Druck

    Die USA verschärfen den Ton gegenüber Husni Mubarak. Das Weisse Haus drängt den ägyptischen Präsidenten, der Welt zu zeigen, «wer er ist», und jetzt rasch einen friedlichen Übergang zur Demokratie einzuleiten. «Jetzt heisst jetzt», sagte Sprecher Robin Gibbs. Er bekräftigte, dass die Reaktion auf die Krise Einfluss auf weitere Hilfe für Ägypten haben werde.

    Zwar fordern die USA Mubarak noch immer nicht direkt zum sofortigen Rücktritt auf, wie ihn die Demonstranten in Ägypten verlangen. Gibbs erinnert jedoch daran, dass Obama tags zuvor zu einem umgehenden und geordneten Übergang zur Demokratie aufgerufen hatte. Stattdessen erlebte Kairo gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern Mubaraks. Obama habe diese Szenen «empörend und beklagenswert» gefunden, sagte Gibbs. «Falls diese Gewalt von der Regierung angezettelt worden ist, sollte sie umgehend gestoppt werden.»

    Auch in der jemenitischen Hauptstadt demonstrieren Zehntausende Menschen. Die Proteste richten sich gegen die Regierung von Präsident Saleh. Auch zahlreiche Anhänger des Regierungschefs versammeln sich auf den Strassen. (Video: Reuters)

  • 13.35 Uhr  

    Panzer sorgen für Ruhe – vorerst

    In Kairo hat die ägyptische Armee mit dem Einsatz von Panzern versucht, die gewaltsamen Kämpfe zwischen Anhängern und Gegnern von Staatschef Husni Mubarak zu unterbinden. Panzer blockieren den Weg von Regierungsanhängern zu den Demonstranten der Opposition am zentralen Tahrir-Platz, wie ein AFP-Reporter berichtet.

    Dramatische Szenen in Kairo: Eine Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse. (Video: Reuters)

    Die Panzer drängten Mubarak-Anhänger zurück, die sich von einer Brücke aus auf den Weg zu dem Platz gemacht hatten. Zuvor hatten die Anhänger Mubaraks eine Trennlinie überschritten, welche die Armee errichtet hatte, um beide Lager voneinander zu isolieren.

    Bislang hatte sich die Armee bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen zurückgehalten und wenig unternommen, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

    Die Gewalt ist gestern eskaliert, auch heute Morgen lieferten sich Regierungsgegner und -anhänger blutige Strassenschlachten. Es starben mindestens vier Menschen, zahlreiche weitere wurden verletzt.

  • 12:49 Uhr  

    Ausländer abgeführt

    Die Lage am Tahrir-Platz spitzt sich für ausländische Beobachter weiter zu. Eine Gruppe ausländischer Journalisten wurde auf einer nahegelegenen Strasse von Soldaten festgenommen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtet. Möglicherweise geschah dies zum Schutz der Journalisten, nachdem es zuvor zu Übergriffen gekommen war.

    Mehrere ausländische Fotografen wurden nach eigenen Angaben am Vormittag von Anhängern von Präsident Husni Mubarak angegriffen. Ein griechischer Fotograf erlitt eine Stichverletzung am Bein.

  • 12:46 Uhr  

    Tausende in den Strassen von Sanaa

    Auch in der jemenitischen Hauptstadt strömen immer mehr Demonstranten in die Strassen, wie CNN berichtet.

  • 12:23 Uhr  

    Premierminister entschuldigt sich

    Der ägyptische Premierminister hat sich kurz nach dem Mittag am Staatsfernsehen für die Angriffe auf die Regierungsgegner entschuldigt. Das meldet die Nachrichtenagentur AP.

    «Ich entschuldige mich für alles, was gestern geschehen ist», sagte Ahmed Shafiq. Die Angriffe auf Demonstranten seien ein «offensichtlicher Fehler» gewesen. Er versprach Untersuchungen, «damit die ganze Welt weiss, wer dahinter steckt».

    Die Demonstranten beschuldigen die Regierung Mubarak, bezahlte Schlägertruppen und Polizisten in Zivil auf die Protestierenden angesetzt zu haben.

  • 12.03 Uhr  

    Die Unruhen in Ägypten haben auf die SOS-Kinderdörfer übergegriffen. Randalierer sind in die SOS-Kinderdörfer in Kairo und in Alexandria eingebrochen. Kinder und Mütter blieben unverletzt, der Direktor des SOS-Kinderdorfs in Alexandria musste jedoch im Krankenhaus behandelt werden. Dies berichtet die Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz.

    Gruppen junger Männer, so der Direktor von SOS-Ägypten, Amr Aboelazayem, seien über die Zäune der SOS-Kinderdörfer in Alexandria und Kairo geklettert um zu plündern.

    «die Männer konnten schnell überwältigt und aus den Dörfern gebracht werden», sagt Aboelazayem. Der Direktor des SOS-Kinderdorfs in Alexandria wurde bei der Rangelei verletzt und musste im Krankenhaus versorgt werden.1

  • 11.10 Uhr, Übersicht  

    Drei Leichen im Morgengrauen

    Nach den Strassenschlachten in der Nacht sind die Streitkräfte am Vormittag zwischen Anhängern und Gegnern von Staatspräsident Husni Mubarak in Stellung gegangen. Vier Panzer räumten eine Überführung am Tahrir-Platz, von der Mubarak-Anhänger Steine und Brandsätze auf Demonstranten geschleudert hatten.

    Soldaten beziehen Position zwischen den verfeindeten Lagern. Sie greifen aber bisher nicht in das Geschehen ein und geben lediglich Warnschüsse ab. Hunderte weitere Soldaten bewegen sich auf die Kampfzone am Nordrand des Platzes in der Nähe des Ägyptischen Museums zu.

    Auf dem Platz der Befreiung gab es nach Angaben eines Augenzeugen am frühen Morgen drei Tote bei einer Schiesserei. Bei den Opfern handele es sich um Gegner der Regierung von Präsident Mubarak, sagte Mustafa al Naggar, ein Organisator der Proteste. Er habe gesehen, wie drei Leichen vor Morgengrauen weggebracht worden seien, sagte al Naggar. Ein Arzt berichtet gegenüber al-Jazeera, es habe insgesamt «sieben Tote» gegeben.

    Um vier Uhr morgens seien immer wieder Schüsse - teilweise aus automatischen Waffen - zu hören gewesen. Bei Tagesanbruch kam es am Nordrand des Platzes noch immer zu Strassenschlachten. Auf dem Platz harren rund 4000 Demonstranten aus.

  • 10.50 Uhr  

    «Streitkräfte müssen Bürger schützen»

    Die EU hat die ägyptische Regierung eindringlich zum Schutz der Demonstranten und des Rechts auf Versammlungsfreiheit aufgerufen. «Es ist die Verantwortung der Streitkräfte und der Behörden, die Bürger zu schützen», erklärt EU-Aussenpolitikchefin Catherine Ashton. Diejenigen, die für Tote verantwortlich seien, müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Angriffe auf Journalisten seien «absolut inakzeptabel», sagt Ashton.

  • 10.35 Uhr  

    Nun geht es auch im Jemen los

    Zehntausende Anhänger der Opposition demonstrieren in der Hauptstadt Sanaa gegen die Regierung von Präsident Ali Abdallah Saleh. Zu den Protesten wurden im Laufe des Tages hunderttausende Teilnehmer erwartet. Lesen Sie hier die ganze Story.

  • 9.33 Uhr  

    Mubarak-Anhänger mit Messern

    Der Tahrir-Platz beginnt sich wieder zu füllen. Immer mehr Demonstranten strömen zum zentralen Platz dieses Aufstandes. Das Militär wird langsam unruhig. Der britische Rundfunksender BBC berichtet, die Soldaten seien zunehmend bereit, das Feuer zu eröffnen, sollten Mubarak-Anhänger erneut auf Regimegegner schiessen. Der Sender stützt sich dabei auf Aussagen eines pensionierten Generals.

    Die Stimmung in Kairo heizt sich wieder auf. Demonstranten reissen die Strasse auf und greifen nach grossen Steinen, die sie auf die Gegner schleudern. Die BBC berichtet, dass die Regimeanhänger mit Messern bewaffnet seien.

    Panzer der ägyptischen Streitkräfte sind auf dem Tahrir-Platz in Stellung gegangen, offenbar um dort das Lager der Gegner von Staatspräsident Husni Mubarak zu schützen. Ein Panzer fuhr auf eine Brücke und drängte junge Männer zurück, die Steine auf die Demonstranten geworfen hatten. Vier andere Panzer bezogen Stellung zwischen den beiden grössten Gruppen der verfeindeten Lager am Nordende des Platzes in der Nähe des Ägyptischen Museums.

    Die UNO bringen rund 350 ihrer derzeit in Ägypten befindlichen Mitarbeiter auf der Mittelmeerinsel Zypern oder in den Vereinigen Arabischen Emiraten in Sicherheit.

  • 8:00 Uhr  

    Zahl der Toten steigt

    Bei den Ausschreitungen in Kairo sind nach Angaben des Staatsfernsehens mindestens fünf Menschen getötet und 836 weitere verletzt worden. Trotzdem strömen bereits wieder hunderte Demonstranten auf den Tahrir-Platz.

    Die meisten der Verletzungen seien durch Steinwürfe und bei Angriffen durch Metallstangen entstanden. Auch in den frühen Morgenstunden seien immer noch Schüsse zu hören gewesen, sagte Gesundheitsminister Ahmed Samih Farid.

    Blutige Strassenschlachten in Kairo. (Video: Reuters)

    Ein Arzt, der vor Ort im Einsatz war, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von vier Demonstranten, die in der Nacht getötet worden seien. Nach den Ausschreitungen in Kairo nahm die ägyptische Armee mehrere Menschen fest. Das berichtete der Fernsehsender al-Arabiya. Es wurde nicht gesagt, wie viele Verdächtige festgenommen wurden.

    Laut Augenzeugen schossen Mubarak-Anhänger von der Oktober Brücke, einer nahen Hochstrasse, auf die Regierungsgegner auf dem zentralen Tahrir-Platz. Gestern ist die Gewalt in Kairo eskaliert, Anhänger von Opposition und Regierungslager hatten sich stundenlang Strassenschlachten geliefert. Nach offiziellen Angaben starben drei Menschen, fast 640 weitere wurden verletzt.

  • 7.50 Uhr  

    Im Bild links ist ein verletzter Mubarak-Anhänger zu sehen. Er wird von Demonstranten in einer U-Bahn-Station in Kairo festgehalten. (Bild: Reuters)

  • 6:10 Uhr  

    Anfeindungen gegen Journalisten

    Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ägypten sind auch zahlreiche ausländische Journalisten von Anhängern des Präsidenten Husni Mubarak bedroht oder geschlagen worden.

    «Wir verurteilen diese Angriffe und fordern alle Parteien dazu auf, Gewalt gegen lokale und ausländische Journalisten zu unterlassen, die lediglich im Interesse der Öffentlichkeit versuchen, von den Demonstrationen und Zusammenstössen zu berichten», teilt Anthony Mills vom Internationalen Presseinstitut (IPI) in Wien mit. «Insbesondere sind wir über Hinweise besorgt, dass es bei den Angriffen möglicherweise Verbindungen zu den Sicherheitskräften gibt», sagte er weiter.

    Die Behauptung, wonach der Staat an den Zusammenstössen auf den Strassen sowie an Angriffen auf Reporter beteiligt sei, nannte Regierungssprecher Magdy Rady eine «Erfindung». So begrüsse die ägyptische Regierung eine objektive Berichterstattung. Allerdings seien nicht alle Medien unvoreingenommen und einige würden «gegen Ägypten Partei ergreifen», sagte Rady der Nachrichtenagentur AP.

  • 6:05 Uhr  

    Schiesserei auf dem Tahrir-Platz

    Die blutigen Auseinandersetzung zwischen Gegnern und Anhängern des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak haben am Donnerstag angedauert. In den Morgenstunden wurden Augenzeugen zufolge mindestens zwei Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo erschossen, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, als Mubarak-Anhänger auf die Menge gefeuert hätten. US-Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte die «schockierende» Gewalt.

    Mubarak-Anhänger hätten von der Oktober Brücke, einer nahen Hochstrasse, auf die Regierungsgegner auf dem zentralen Tahrir-Platz geschossen, sagten Zeugen. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der Fernsehsender Al-Arabija berichtete, mindestens vier Menschen seien auf dem Tahrir-Platz erschossen worden. Laut Al-Arabija hat die Armee Warnschüsse abgegeben, um Mubarak- Anhänger davon abzuhalten, aus vorbeifahrenden Autos auf die Menge zu feuern. Vereinzelt waren Schüsse seit etwa 04.00 Uhr (Ortszeit, 03.00 Uhr MEZ) im Stadtzentrum zu hören, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

    Strassenschlachten

    Am Mittwoch war die Gewalt abermals eskaliert. Anhänger von Opposition und Regierungslager hatten sich stundenlang Strassenschlachten geliefert. Regierungsanhänger warfen Steinblöcke von Hausdächern auf die Demonstranten. Die Armee, die zunächst nicht eingeschritten war, gab Warnschüsse ab.

    Bei den Strassenkämpfen seien drei Menschen getötet und 639 weitere verletzt worden, die meisten durch Steinwürfe, sagte Gesundheitsminister Ahmed Husni Farid im Fernsehen. Nach unbestätigten UNO-Angaben waren in den vergangenen Tagen bei den Anti-Regierungsprotesten mindestens 300 Menschen getötet worden. UNo- Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Angriffe als «nicht hinnehmbar».

    Clinton fordert Untersuchung

    In einem Telefonat forderte Clinton den ägyptischen Vize- Präsidenten Omar Suleiman auf, die Gewalt untersuchen zu lassen, wie das US-Aussenministerium mitteilte. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Mubarak hatte am Dienstag angekündigt, bei den für September geplanten Präsidentschaftswahlen nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Der Opposition geht dieses Zugeständnis aber nicht weit genug.

    Für Freitag wurde erneut eine Grosskundgebung in Kairo geplant. Suleiman forderte hingegen ein Ende der Proteste als Vorbedingung für einen Dialog. Das ägyptische Aussenministerium wies Forderungen aus dem Ausland nach einem sofortigen Machtwechsel zurück. Dies würde die krisenhafte «innere Lage in Ägypten» weiter anfachen, erklärte Aussenminister Hossam Saki.

    US-Präsident Barack Obama und EU-Aussenministerin Catherine Ashton hatten Mubarak zuvor aufgerufen, umgehend einen Übergangsprozess einzuleiten.

  • 6:00 Uhr  

    Karte: Unruheherd Nordafrika

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Erstellt: 03.02.2011, 06:24 Uhr

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148 Kommentare

Daniel Zollinger

01.02.2011, 10:10 Uhr
Melden

Mir tut einfach das Volk leid. Die können ja am wenigsten für die Schlamassel der obrigen! Antworten


rascha kocher

01.02.2011, 08:39 Uhr
Melden

Dank der Installation von Marionetten konnte der Chef klammheimlich ins Exil verschwinden. Er wird seinen Lebensabend in Saus und Braus verbringen dürfen. Nach mir das Chaos lautet vielfach die Devise bei gekränkten Altersdementen. Und das ist ja das Gefährliche! Denkt er überhaupt an die - nun unter der Situation heranwachsenden - "Enkel und Urenkel", welche dem Staat die Zukunft sichern müssten? Antworten



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