Ausland

Heftige Explosion in syrischer Geheimdienstzentrale

Aktualisiert am 19.05.2012 5 Kommentare

Im Osten Syriens sind bei einer Bombendetonation bis zu neun Menschen getötet und offenbar 100 verletzt worden. Das Regime spricht von einem Anschlag von Extremisten – genaueres ist jedoch nicht bekannt.

Die Explosion ereignete sich nach ersten Erkenntnissen in einem Zentrum verschiedener Sicherheitsdienste: Video eines Aktivisten.


Bildstrecke

Der Syrien-Konflikt greift auf den Libanon über

Der Syrien-Konflikt greift auf den Libanon über
In der nordlibanesischen Stadt Tripoli wurden bei Zusammenstössen zwischen Gegnern und Anhängern der syrischen Regierung mindestens zwei Menschen getötet und über zehn weitere verletzt.

Artikel zum Thema

Bildstrecke

Chronologie der Aufstände in Syrien

Chronologie der Aufstände in Syrien
Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

Teilen und kommentieren

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Bei einem Bombenanschlag auf ein Büro des syrischen Geheimdienstes sind bis zu neun Menschen getötet worden, wie staatliche Medien und Aufständische übereinstimmend berichteten. Die Autobombe detonierte in der östlichen Stadt Deir-al-Zor.

Die amtliche Nachrichtenagentur Sana gab die Zahl der Verletzten mit fast 100 an. Ein Aktivist erklärte, ein Mann sei ums Leben gekommen, als die Wucht der Explosion das Dach seines Hauses einstürzen liess. «Es wirkte wie ein gut durchgeplanter Angriff», sagte ein Mitglied der Opposition in Deir-al-Zor. Die Explosion habe das hintere Tor des Militär-Geheimdienst-Komplexes getroffen.

Bombe mit 600 Kilo Sprengstoff

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, in den Gebäuden am Explosionsort seien Zentralen der Geheimdienste, der Luftwaffe und des Heeres sowie ein Lazarett untergebracht.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Sana war das Bombenfahrzeug mit 600 Kilogramm Sprengstoff beladen. Der Anschlagsort wurde laut dem Staatsfernsehen erst kürzlich von den im Land stationierten UNO-Beobachtern besichtigt.

Auf Fernsehbildern waren erhebliche Gebäudeschäden und zahlreiche zerstörte Autos zu sehen. Die Explosion habe einen fünf Meter tiefen und zweieinhalb Meter breiten Krater in den Erdboden gesprengt.

Täter unbekannt

Wer hinter dem Anschlag steckt, war unklar. Aktivisten der Untergrund-Opposition erklärten, das Gelände um das Hauptquartier des Geheimdienstes sei seit vier Monaten von Militärposten abgeriegelt und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der zur Freien Syrischen Armee übergelaufene frühere syrische Offizier Abu Mustafa al-Shami bestreitet die Existenz von al-Qaida- Kämpfer in den Rängen des Widerstands. «Ich kann Ihnen versichern, dass diese Anschläge vom Sicherheitsapparat des Regimes geplant und ausgeführt werden», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

UNO spricht von «Dritten»

Gebäude der Geheimdienste waren schon mehrfach Ziel blutiger Anschläge in Syrien. Die Regierung macht dafür regelmässig die Opposition und al-Qaida verantwortlich; die Opposition unterstellt dem Regime, die Attentate selbst zu inszenieren.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat erklärt, hinter den Anschlägen könnten radikale Islamisten der al-Qaida stecken. Der Sprecher des internationalen Syriengesandten Kofi Annan, Ahmed Fauzi, sagte gestern in Genf, es gebe in Syrien Aktivitäten Dritter, ausser der Opposition und der Regierung. Wer diese Dritten seien, die Bombenanschläge verübten, sei zurzeit unbekannt.

Kämpfe zwischen Armee und Opposition

Auch heute Samstag kam es wieder zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen. In Sarmada in der Region Idlib wurden nach Angaben der Opposition mehrere Militärfahrzeuge zerstört. In Homs sei die Stadt Rastan den fünften Tag in Folge von den Streitkräften beschossen worden.

Der Militärberater von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon traf zu einem dreitägigen Besuch in Damaskus ein. Generalleutnant Babacar Gaye werde Gespräche mit der UNO-Beobachtermission führen, erklärte ein UNO-Sprecher. Auch der Annan, der die von Anfang an brüchige Waffenruhe vermittelt hatte, wird demnächst in Syrien erwartet. (ami/sda)

Erstellt: 19.05.2012, 18:08 Uhr

5

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

5 Kommentare

Max Untreu

19.05.2012, 19:04 Uhr
Melden 9 Empfehlung 0

Das Resultat der unsäglichen Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines suveränen Staates, wie in Afganistan, Irak, Lybien - die Situation wird immer komplizierter, blutiger. Zurück wird ein Konfliktherd bleiben, der nur den Waffenlieferanten dient. Antworten


urs bauer

20.05.2012, 09:34 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Das Land wird so lange vom Westen destabilisiert bis die Uno das Mandat erteilen wird für eine Flugverbotszone. Was dann passieren wird kennen wir von Libyen. Danach ist der Weg frei für den Iran. Was dann lost ist, können wir uns noch gar nicht vorstellen. WACHT AUF! Antworten



Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".

DAS GELD und ich

Börsen auf Höchstständen: Wie weiter?

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.