Hamas-Mann verriet Hamas-Führer al-Mabuh
Vermutlich vom Mossad ermordet: Anhänger mit einem Bild von Mahmud al-Mabhuh.
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EU-Israel
Belastete Beziehungen
Der Mord an dem Hamas-Funktionär Mahmud al-Mabhuh und die vermutete israelische Verwicklung drohen das Verhältnis der Europäischen Union zu Israel zu belasten. Das erklärte ein ranghoher EU-Diplomat am Sonntag unter Hinweis darauf, dass die mutmasslicher Attentäter gefälschte Pässe mehrerer europäischer Länder benutzten. «Die Pass-Kontroverse wird sich offenkundig nachteilig auf den Umgang der EU mit Israel auswirken», sagte die Gewährsperson, die anonym bleiben wollte. Das Thema dürfte auch eine Rolle beim Treffen der EU-Aussenminister am morgigen Montag in Brüssel spielen. (ddp)
Ein Hamas-Mann habe Informationen über al-Mabhuhs Aufenthaltsort an das Killer-Kommando weitergegeben und bei der Verschwörung eine «bedeutende Rolle» gespielt, zitierte die Zeitung «Gulf News» am Sonntag den Chef der Polizei von Dubai, Generalleutnant Dahi Chalfan Tamimi. Er forderte die radikal-islamische Palästinenserbewegung auf, in ihren Reihen eine «interne Untersuchung» einzuleiten.
Der Polizeichef erklärte weiter, al-Mabhuh habe seine Reise von Damaskus nach China über Dubai schlecht geplant. Der Hamas-Funktionär habe geglaubt, er könne anonym bleiben. Dadurch habe er es seinen Verfolgern leicht gemacht, ihn umzubringen. Es wäre besser gewesen, wenn er die Behörden von Dubai informiert hätte, weil er dann von ihnen geschützt worden wäre.
Hamas: Kein Beweis für Unterwanderung
Die Hamas reagierte empfindlich auf die Vermutung, ein Mitglied habe al-Mabhuh an den Mossad verraten. Die Tatsache, dass al-Mabhuh und andere Top-Funktionäre der Palästinenser vom israelischen Geheidienst «und von seinen Spionen» überwacht und verfolgt würden, sei kein Beweis dafür, dass die Hamas unterwandert worden sei, hiess es in einer Stellungnahme.
Al-Mabhuh war am 20. Januar in einem Hotel in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) von einem elfköpfigen Mordkommando getötet worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die mutmasslichen Mörder dem israelischen Geheimdienst Mossad angehören.
Haftbefehl gegen Mossad-Chef gefordert
Die internationale Polizeibehörde Interpol leitete eine Fahndung nach zehn Männern und einer Frau ein, die kurz vor der Tat mit britischen, irischen sowie einem deutschen und einen französischen Pass eingereist waren. Die Polizei des Golfemirats forderte einen Haftbefehl gegen Mossad-Chef Meir Dagan. Ein Bericht der Londoner «Times», wonach zwei der Agenten über Zürich nach Dubai geflogen waren, konnten bislang nicht bestätigt werden.
Wie die Zeitung «Sonntag» berichtete, hat die zuständige Schweizer Strafverfolgungsbehörde keine Untersuchung eingeleitet. «Die Bundesanwaltschaft hat in dieser Sache keine Anhaltspunkte, die die Einleitung von Ermittlungen rechtfertigen würden», heisst es in einer Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur SDA vorlag. (vin/sda)
Erstellt: 21.02.2010, 20:46 Uhr
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