Ausland

Golfstaaten zahlen Geld für syrische Überläufer

Aktualisiert am 02.04.2012 24 Kommentare

Geldsegen für die syrische Opposition: Die Freie Syrische Armee wird von mehreren Golfstaaten mit rund 100 Millionen Dollar unterstützt. Derweil haltend ie Kämpfe trotz Annans Initiative unvermindert an.

Können auf neue finanzielle Mittel zurückgreifen: Mitglieder der Freien Syrischen Armee.

Können auf neue finanzielle Mittel zurückgreifen: Mitglieder der Freien Syrischen Armee.
Bild: Keystone

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Mehrere Golfstaaten wollen den Kampf der oppositionellen Freien Syrischen Armee mit Millionen von Dollar finanzieren. Allein 100 Millionen Dollar seien den aufständischen Kämpfern für die kommenden drei Monate zugesagt worden.

Das sagte das Mitglied des Syrischen Nationalrats, Molham al- Drobi, der «New York Times» am Rande des Kontaktgruppentreffens in Istanbul. Laut dem Bericht soll das Geld als Sold für die Rebellen verwendet werden. Ausserdem solle damit ein Anreiz für die Angehörige der Regierungstruppen geschaffen werden, ebenfalls zu desertieren und sich den Aufständischen anzuschliessen.

Nach Angaben der «New York Times» stammt das Geld zum grössten Teil aus Saudiarabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Saudiarabien tritt für die Bewaffnung der syrischen Opposition ein, konnte sich bislang damit auf internationaler Bühne aber nicht durchsetzen. Es fliesse bereits Geld an die Kämpfer, sagte Al-Drobi. 500'000 Dollar allein in der vergangenen Woche auf «einem Weg, den ich jetzt nicht offenlegen kann».

Annan berichtet dem UNO-Sicherheitsrat

Vor einem Bericht des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan im UN-Sicherheitsrat haben neue Kämpfe im Land am Montag mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Wie Aktivisten des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte mitteilten, töteten Regierungstruppen zwei Personen bei einer Verhaftungswelle in der nördlichen Provinz Idlib. Bei der Explosion einer Bombe in einem Kiosk in Aleppo sei ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Im Süden hätten zudem Rebellen zwei Soldaten an einem Kontrollposten getötet. Unterdessen bekräftigten mehrere Länder ihre Absicht einer Unterstützung der Aufständischen.

Im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus hat sich zudem eine Explosion ereignet, durch die nach Informationen des staatlichen Fernsehsenders al-Ichbarija vier Menschen leicht verletzt wurden. Der Sprengsatz sei in der Nähe der Polizeistation Al-Mardscha explodiert, sagte ein Augenzeuge, nach dessen Aussage kurz darauf mehrere Krankenwagen im Einsatz waren. Die Sicherheitskräfte riegelten das Gebiet im Umfeld der Explosion ab. In der Nähe befindet sich ein Hotel. Mehrere Geschäfte wurden beschädigt.

Als Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga wollte Annan den UN-Sicherheitsrat in New York am Montag über den Stand seines Friedensplans für Syrien unterrichten. Dieser sieht eine Waffenruhe und den Beginn eines politischen Dialogs vor. Beide Konfliktparteien stehen dem Plan allerdings skeptisch gegenüber. Die Regierung in Damaskus lehnt unter anderem den geforderten Abzug ihrer Truppen aus den Städten ab. Die Opposition will angesichts der mindestens 9.000 Toten in einem Jahr das Regime von Präsident Baschar Assad nicht mehr als Dialogpartner akzeptieren.

(mrs/sda)

Erstellt: 02.04.2012, 06:45 Uhr

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24 Kommentare

Max Untreu

02.04.2012, 08:30 Uhr
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Sold für Rebellen, Prämien für Überläufer. Ist das ein Ansatz um die Arbeitslosigkeit zu überwinden. Dann sind die suniten Freischärler, die Al-Qaida-Kämpfer aus zahlreichen Ländern also als eine Art Gastarbeiter anzusehen. Und ich dachte, da würde es um Freiheit und Demokratie gehen. Interessant, dass keine Waffen, Medikamente, Lebensmittel gekauft werden müssen, gibts wohl gratis. Antworten


Roman Huber

02.04.2012, 09:31 Uhr
Melden 33 Empfehlung 0

Soso, das sunnitische Saudi-Arabien (ganz sympathisch mit ihrem Wahabismus) spendet den Rebellen Geld, damit sie bitteschön die schiitische Regierung vertreiben (Ba'ath-Partei sind viele Alawiten, sprich Schiiten). Bashar ist ja ein Psychopath, aber die Saudis (also ihre Herrscher) sind da keinen Deut besser. Antworten



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