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Gebäude von Assads Partei unter Granatenbeschuss

Es könnte ein Wendepunkt im syrischen Kampf um die Macht sein: Erstmals haben Aufständische in der Hauptstadt Damaskus mit schweren Waffen eine Zentrale der Baath-Partei angegriffen.

Könnte hinter dem Angriff stehen: Ausschnitt aus einem Video, das angeblich in der Freien Syrischen Armee organisierte Deserteure zeigt.

Könnte hinter dem Angriff stehen: Ausschnitt aus einem Video, das angeblich in der Freien Syrischen Armee organisierte Deserteure zeigt.
Bild: AFP

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Chronologie der Aufstände in Syrien

Chronologie der Aufstände in Syrien
Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

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Auf ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind heute Sonntag Anwohnern zufolge mindestens zwei Granaten abgefeuert worden. Es war nicht bekannt, ob Personen zu Schaden kamen. Das Gebäude war offenbar weitgehend leer gewesen. Sicherheitspolizei habe den Platz abgeriegelt, an dem sich die Zentrale der Partei für die Hauptstadt befinde, sagte ein Zeuge, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Der Angriff habe sich kurz vor Morgengrauen ereignet. «Es scheint, als ob jemand dem Regime eine Botschaft schicken wollte», sagte er. Es war der erste Angriff dieser Art in der syrischen Hauptstadt seit die Proteste gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad vor acht Monaten begannen.

Assad will selber ins Feld ziehen

Trotz wachsenden internationalen Drucks hat der syrische Präsident Bashar al-Assad angekündigt, weiterhin mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. Sein Land werde sich nicht fügen. Notfalls werde er selber ins Feld ziehen und bis in den Tod kämpfen. «Der Konflikt wird anhalten und der Versuch Syrien zu unterwerfen wird anhalten», sagte Assad der britischen Zeitung «Sunday Times». Er versichere aber, dass Syrien dem internationalen Druck standhalten und sich nicht fügen werde.

Zugleich warnte er ausländische Staaten vor einer militärischen Intervention in Syrien, da dies ein «Erdbeben» im Nahen Osten auslösen würde. Erneut machte Assad «bewaffnete Terroristen» für die Unruhen in seinem Land verantwortlich. Er widersprach zudem Angaben der UNO, wonach seit Beginn der Proteste im März mehr als 3500 Menschen getötet wurden. Der Präsident sprach vielmehr von 619 Toten.

Frist abgelaufen

Trotz einer Friedensinitiative der Arabischen Liga zur Beendigung des Blutvergiessens waren gestern Samstag nach Oppositionsangaben mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Zudem seien zwei Überläufer aus der Armee bei Zusammenstössen mit syrischen Streitkräften in Homs ums Leben gekommen.

Allein am Freitag waren 25 Zivilisten bei Auseinandersetzungen von Soldaten und bewaffneten Anhängern der Opposition gestorben. Da sich kaum unabhängige Journalisten in dem Land befinden, können Berichte nur schwer verifiziert werden.

Die Arabische Liga hatte Syrien eine Frist bis Mitternacht gesetzt, wonach Assad erste Schritte für ein Ende der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste unternehmen sollte. Dies geschah nicht. Die Liga drohte mit politischen sowie wirtschaftlichen Sanktionen, sollte die Regierung in Damaskus den Friedensplan nicht umsetzen. Die Liga hat Syrien bereits vorübergehend aus dem Verbund ausgeschlossen. (wid/sda)

Erstellt: 20.11.2011, 08:11 Uhr

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11 Kommentare

Paul Müller

21.11.2011, 08:31 Uhr
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Das stinkt eher nach CIA oder Mossad! Antworten


Gil Santos

21.11.2011, 18:56 Uhr
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@Müller: Klar, wie immer wenn man nicht mehr weiter weiss, dann sollen die Israeli schuld sein. Superkommentar unter dem Motto: "Denen habe ich es gezeigt“, leider aber ohne jede Begründung oder Sachkenntnis.


Parvaneh Ferhadi

20.11.2011, 15:04 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Anwohnern zufolge, so, so. Natürlich unverifiziert, aber trotzdem als Realität dargestellt. Wir kennen mitlerweile die Augenzeugen und deren Qualität, die live dabei sind, obwohl sie von irgendwo anders bei al-Jazeera anrufen. Im übrigen haben friedliche Demonstranten haben keine RPGs, siehe Ägypten. Antworten


Gianni Felice

20.11.2011, 20:39 Uhr
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Die laufenden Kommentare von Frau Ferhadi zeigen, dass sie Assad toll findet und das Volk, abgesehen von wenigen Irrläufern, hinter ihm steht.
In Tat und Wahrheit sieht das ganz anders aus, klar ersichtlich egal in welchen Medien und auf welchen Kanälen.
Assad wird weichen müssen wie Ghadhafi, aber das arabische System wird ihn überdauern. Die Opfer von gestern mutieren zu den Tätern von morgen.


Anastasia-Margarita Tse-Iosseliani

20.11.2011, 15:01 Uhr
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Der Assad-Clan soll weg!!! JETZT!!! Ein solches Regime verdient es nicht ein Land zu regieren. Mit dem Assad-Clan soll auch diese unsägliche Baath-Partei verschwinden... Antworten


rolf zeller

20.11.2011, 19:27 Uhr
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Da leider auch hier wie in den bis jetzt "demokratisierten" Länder kaum etwas besseres nachkommt, sollte der Westen auch mal an sich denken. Scheinbar weckt "Demokratie" in diesen Gegenden, vor ab die Lust an Bootsfahrten !


Andres Müller

20.11.2011, 14:06 Uhr
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Assad wird sich ohne Verbündete nicht mehr Jahre retten können. Das Assad bis zum Tode kämpfen will ist klar, denn er wird wie Kathafi enden wenn es ihm nicht gelingt die Macht zu erhalten. Die USA hatten Terror-Verdächtige zu Assad geschickt um sie dort foltern zu lassen, so lässt es sich erahnen dass auch die Putschisten nicht unbedingt zu besten Freunden der USA und der Israelis mutieren. Antworten


Roman Fenner

20.11.2011, 11:39 Uhr
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Sollte das Assad-Regime gestürzt werden ist es wohl vorbei mit der Unterstützung der Hisbollah im Libanon und der Allianz mit dem Iran. In Syrien leben hauptsächlich arabische Sunniten und die hatten trad. noch nie viel am Hut mit den persischen Schiiten. Die Karten im Nahen Osten mischen sich weiter. Es bleibt spannend was noch kommen wird. Sinnvoll wäre wohl eine Allianz mit der Türkei. Antworten


Freddy Rubinstein

20.11.2011, 10:43 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Das ganze hat leider sehr wenig mit Assad zu tun. Dieser Konflikt wurde zum stellvertetretenden Schauplatz zwischen dem Iran und dem Westen. Deswegen kann Assad auch so frech gegenüber einer westlichen Einmischung drohen. Würde mich nicht wundern, wenn israelische und US Geheimdienste da schon breit die "Aufständischen" unterstützen. Dennoch: einen offenen Konflikt wird man nicht riskieren. Antworten


Jules Bonhomme

20.11.2011, 08:57 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Wahrlich ein Pulverfass dieses Syrien. Käme die Opposition an die Macht und wäre dem Iran nicht mehr so zugetan, dann könnte es sein, dass die Irani versuchen ihre Interessen verstärkt durchzusetzen, auch um die Verbindung zur Hisbollah im Libanon zu retten.Dies wiederum wäre für die Israeli bedrohlich und der Grund um auch einzugreifen, denn die israelische Nordgrenze ist für Israel sehr wichtig. Antworten


Jutta Maier

20.11.2011, 00:18 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Warum sollte sich irgend etwas ändern? Assad benimmt sich wie ein verstocktes Kind. Er ist nicht fähig, ein land zu regieren Antworten



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