Ausland

Formel-1-Rennen wird zum Schauplatz von Protesten

Aktualisiert am 19.04.2012 9 Kommentare

Die Regierung von Bahrain will unbedingt verhindern, dass sich die Unruhen vor dem Grand Prix vom Sonntag weiter ausbreiten. Die Polizei geht mit drastischen Mitteln gegen Demonstranten vor.

Proteste gegen die Regierung von Bahrain: Eine Demonstrantin stellt sich in der Hauptstadt Manama den Polizeikräften in den Weg. (19. April 2012)

Proteste gegen die Regierung von Bahrain: Eine Demonstrantin stellt sich in der Hauptstadt Manama den Polizeikräften in den Weg. (19. April 2012)
Bild: Reuters

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In Bahrain begann heute mit dem Training zum Grand Prix eines der umstrittensten Rennwochenenden der Formel-1-Geschichte. Mit einem Grossaufgebot versuchte die Polizei, eine Ausbreitung der Unruhen vor dem Rennen am Sonntag zu verhindern.

Mit Tränengas und Blendgranaten gingen die Polizisten bei vereinzelten Zusammenstössen in der Hauptstadt Manama heute gegen Demonstranten vor. Über einigen Stadtteilen kreisten Polizeihelikopter, viele Ladenbesitzer schlossen aus Furcht vor weiteren Ausschreitungen ihre Geschäfte. Auch in Touristengegenden wie dem Goldmarkt waren bereits am frühen Abend die Rollläden heruntergezogen.

Regierung will Macht demonstrieren

Im vergangenen Jahr war das Rennen in Bahrain wegen der Proteste gegen die Regierung des Landes abgesagt worden. Viele Demonstranten haben in den vergangenen Tagen und Wochen auch gezielt gegen die Rückkehr der Formel 1 in ihr Land protestiert.

Die Regierung will das international beachtete Autorennen unbedingt durchführen. So möchte sie demonstrieren, dass sie nach 14 Monaten anhaltender Proteste weiter die Oberhand hat. Das sunnitische Regime will das Rennen als «grosse Party» verkaufen und wirbt mit dem Motto «eine Nation vereint im Feiern».

Bei der schiitischen Opposition aber sind Bernie Ecclestone und Co. nicht erwünscht. «Ihr fahrt über das Blut der Märtyrer», steht auf Mauern gesprayt. Für das GP-Wochenende war von Aktivisten schon vor einer Woche zu «drei Tagen des Zorns» aufgerufen worden. «Wir sind nur am Sport interessiert, nicht an der Politik», beschwichtigte derweil FIA-Präsident Jean Todt, nachdem die Durchführung des Rennens beschlossene Sache war.

Menschenrechtler in Gefängnis geworfen

Fast 50 Personen wurden seit Februar 2011 in Bahrain von Sicherheitskräften getötet. Die Regierung hatte den Aufstand zunächst mit Hilfe Saudi-Arabiens brutal niedergeschlagen. Doch die schiitische Mehrheit der Bevölkerung möchte das Machtmonopol des sunnitischen Herrscherhauses brechen, und so kommt es immer wieder zu Protesten.

Am Dienstag hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International darauf aufmerksam gemacht, dass die «Krise der Menschenrechte in Bahrain» keinesfalls vorbei sei. Seit der brutalen Niederschlagung der Proteste habe sich im Land nicht viel geändert.

Unter anderem verurteilten die Herrscher Ärzte und Pflegepersonal zu Gefängnisstrafen, die verletzte Demonstranten behandelt hatten. Zudem wurden bekannte Menschenrechtler ins Gefängnis geworfen. (fko/sda/si)

Erstellt: 19.04.2012, 22:34 Uhr

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9 Kommentare

ali kazemi

19.04.2012, 23:33 Uhr
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westliche Politik ist scheinheilig.Syrien ist täglich in Nachrichten u man verucht alles um via UNO einen Krieg zu beginnen.In pro amerikanischen Diktaturen wie Bahrain jedoch werden Machthaber sogar v Westen bei Niederschlagung von Aufständen unterstützt(Saudis durften sogar einmarschieren). Man sieht es wieder deutlich: es geht nur um geopolitische u wirtschaftliche Interessen Antworten


Dino Bertschi

20.04.2012, 09:14 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Das Einzige, was wir hier in der Schweiz tun können, ist am Sonntag den Fernseher nicht einzuschalten während der Übertragung des Grand Prix von Bahrain. Das ist mit Sicherheit das beste Mittel, um gewissenlosen Zynikern wie Ecclestone und Todt (und einem naiven Bübchen wie Vettel) klarzumachen, dass es so nicht geht.... Antworten



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