Ausland
Erstes TV-Duell im arabischen Raum
Aktualisiert am 11.05.2012 3 Kommentare
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Die Debatte zwischen dem liberalen Kandidaten Amre Mussa und dem unabhängigen Islamisten Abdel Moneim Abul Futuh war gestern Abend ein echter Strassenfeger. «Ich bin froh, das erleben zu dürfen, auch wenn ich beide Kandidaten nicht mag», schrieb ein Mitglied der Jugendbewegung, die Präsident Hosni Mubarak im vergangenen Jahr aus dem Amt gedrängt hatte, im Kurznachrichtendienst Twitter.
Auch in anderen arabischen Staaten, wo es keine Demokratie und zum Teil nicht mal ein Parlament gibt, wurde der Schlagabtausch zwischen den beiden Politikern mit grossem Interesse verfolgt.
Der Karrierediplomat Mussa und der Arzt Abul Futuh gehören zu den Kandidaten mit den besten Chancen bei der Wahl, die am 23. Mai beginnt. Abul Futuh war von der Muslimbruderschaft ausgeschlossen worden, weil er eigenmächtig seine Kandidatur erklärt hatte. Amre Mussa war unter Ex-Präsident Hosni Mubarak Aussenminister, bevor er Generalsekretär der Arabischen Liga wurde. Der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, soll es abgelehnt haben, an der Sendung teilzunehmen.
Streitpunkt Demonstrationen
Mussa sprach sich gegen Demonstrationen und «Chaos» auf den Strassen aus. Er sagte: «Wir sind nur wenige Tage von unserem Ziel (dem Beginn einer neuen ägyptischen Republik) entfernt. Weshalb sollte es da Proteste ohne ein erkennbares Ziel geben?»
Abdul Futuh betonte dagegen das Recht jedes Bürgers auf freie Meinungsäusserung. Gleichzeitig behauptete er, Mussa könne nicht der Präsident des neuen Ägyptens sein, denn er sei durch seine Zeit als Aussenminister «Teil des alten Regimes» gewesen.
Mussa antwortete darauf: «Ich habe dieses System schon vor zehn Jahren verlassen.» Er warf Abul Futuh vor, immer noch die Interessen der Muslimbruderschaft zu vertreten und nicht die Interessen des Volkes.
Wahl im Ausland begonnen
Für die Ägypter, die im Ausland leben, begann die Präsidentenwahl bereits an diesem Freitag. Sie können ihre Stimmzettel in den Botschaften und Konsulaten ihres Landes abgeben. Allerdings haben sich nur knapp 587'000 Auslandsägypter als Wähler registrieren lassen.
Wenn nach dem Wahlgang am 23. und 24. Mai kein Kandidat die absolute Mehrheit haben sollte, steht am 16. und 17. Juni eine Stichwahl an. Ende Juni soll der Oberste Militärrat, der das Land seit dem Abgang von Mubarak kontrolliert, die Macht abgeben. (bru/sda)
Erstellt: 11.05.2012, 13:03 Uhr
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