Ausland

Die USA halten arabische Staaten ab, schwere Waffen zu liefern

Aktualisiert am 07.10.2012

Saudiarabien und Katar möchten laut einem Bericht der «New York Times» den syrischen Rebellen schwere Waffen liefern, werden jedoch von der amerikanischen Regierung zurückgehalten.

Nur leicht bewaffnet: Ein syrischer Rebelle in Aleppo. (5. Oktober 2012)

Nur leicht bewaffnet: Ein syrischer Rebelle in Aleppo. (5. Oktober 2012)
Bild: AFP

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Saudiarabien und Katar würden die syrischen Rebellen gerne mit schweren Waffen unterstützen, tun dies aber wegen mangelnder Unterstützung der USA nicht. «Wir benötigen zunächst die Rückendeckung der USA, und am besten auch der UNO», sagte Katars Aussen-Staatssekretär Chaled al-Attijah der «New York Times», die sich auf nicht namentlich genannte Beamte aus beiden Ländern bezieht.

Dem Bericht zufolge haben die USA Angst, dass die Waffen in die Hände von Terroristen fallen könnten. Bei den schweren Waffen könnte es sich beispielsweise um Flugabwehrraketen handeln, mit welchen die syrischen Rebellen die Luftwaffe des Regimes angreifen könnten. Wegen der Befürchtungen der USA unterstützen Katar und Saudiarabien die Rebellen laut «New York Times» nur mit Geld und leichten Waffen.

USA besorgt über Gefechte an der Grenze

Die USA zeigen sich derweil zunehmend besorgt, dass sich die anhaltenden Scharmützel an der türkisch-syrischen Grenze zu einem Flächenbrand ausweiten. Zwar müsse abgewartet werden, ob der Konflikt in Syrien auf Nachbarländer wie die Türkei übergreifen werde, sagte US- Verteidigungsminister Leon Panetta am Samstag in Lima vor den Medien. Die Tatsache aber, dass sich die beiden Länder gegenseitig beschössen, gebe Anlass zur Sorge, dass sich der Konflikt ausweite, sagte der Minister.

Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle zeigte sich beunruhigt. «Ich bin in grosser Sorge. Die Lage an der syrisch-türkischen Grenze ist leider sehr ernst», sagte Westerwelle der «Bild am Sonntag».

Am Samstag waren erneut Granaten aus Syrien auf türkischem Gebiet gelandet, dieses Mal nicht im Grenzdorf Akcakale, wo am Mittwoch fünf Zivilisten getötet worden, sondern im Bezirk Yayladagi in der Provinz Hatay. Es wurde niemand verletzt. Die türkische Armee schoss zurück.

Es war bereits der vierte Tag in Folge, an dem das Nato-Mitglied Feuer aus Syrien erwiderte. Die Lage hatte sich am Mittwoch dramatisch zugespitzt. Der türkische Regierungschef Tayyip Erdogan sagte am Freitag, die Türkei wolle keinen Krieg. Doch wer die Reaktionsfähigkeit und Entschlossenheit seines Landes testen wolle, begehe einen tödlichen Fehler.

«Nicht weit von einem Krieg entfernt»

«Wir haben kein Interesse an einem Krieg, aber wir sind auch nicht weit von einem Krieg entfernt», sagte er. Die Nato hat sich hinter ihren Bündnispartner gestellt. Der tödliche Angriff auf das Grenzdorf Akcakale war auch vom UNO-Sicherheitsrat aufs Schärfste verurteilt worden.

In dem seit 18 Monaten anhaltenden Aufstand in Syrien gegen Präsident Bashar al-Assad sind nach Angaben der Vereinten Nationen bisher mehr als 30'000 Menschen getötet worden. Allein am Samstag sollen bei Kämpfen im ganzen Land 36 Menschen ums Leben gekommen sein, wie die in Grossbritannien ansässige oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt. (mw/sda)

Erstellt: 07.10.2012, 08:13 Uhr

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