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«Die Muslimbrüder sind von gestern, die Zukunft gehört der Revolution»

Von Benedikt Rüttimann. Aktualisiert am 28.12.2012 20 Kommentare

Der ägyptische Schriftsteller und Zahnarzt Alaa al-Aswany glaubt, dass sich die Stimmung in seinem Land gegen die Islamisten dreht.

«Wir kämpfen weiter»: Alaa al-Aswany protestiert auf dem Tahir-Platz in Kairo gegen die Regierung Mursi. (27. November 2012)

«Wir kämpfen weiter»: Alaa al-Aswany protestiert auf dem Tahir-Platz in Kairo gegen die Regierung Mursi. (27. November 2012)

Fragebogen

Ihr Silvesterritual?
Ich feiere normalerweise zu Hause mit Freunden. Die meisten Ägypter feiern Silvester, auch wenn dies kein islamisches Fest ist. Wo wir im Moment stehen, sehen Sie aber daran, dass die Islamisten vor­geschlagen haben, Silvesterfeiern zu verbieten.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Das kann nur ein Schriftsteller sein. Der grösste ist für mich ­Fjodor Dostojewski. Er steht über allen anderen.

Ihre Lieblingsheldin in der Gegenwart?
Hend, eine junge Revolutionärin. Sie wurde in Kairo auf der Strasse furchtbar verprügelt und misshandelt. Im Spital wurde sie ans Bett gefesselt. Tagelang wurde sie nicht behandelt. Selbst ihre Fa­milie wollte nichts von ihr wissen. Trotzdem hatte sie den Mut, sich dem Propagandabesuch von Feldmarschall Tantawi zu verweigern.

In wen oder was setzen Sie Ihre Zukunftshoffnung?
In die ägyptische Jugend.

Ihre Lieblingstugend?
Ehrlichkeit. Che Guevara sagte einmal: Ein ehrlicher Mensch ist einer, der stets sagt, was er denkt, und stets tut, was er sagt.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Schreiben und Lesen.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Jede, die zu sozialer Gerechtigkeit führt.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Ich bin zufrieden, danke.

Alaa al-Aswany
Der Autor, der seit Jahrzehnten für mehr Demokratie kämpft

Der 55-Jährige ist der erfolgreichste zeitgenössische ägyptische Schriftsteller. Sein erster Roman «Der Jakubijan-Bau» (2002) wurde ein internationaler Bestseller. Seine Bücher wurden in 29 Sprachen übersetzt.

Alaa al-Aswany wurde in Kairo geboren. Sein Vater war Schriftsteller und Anwalt. Seine Mutter entstammte einer aristokratischen Familie. Er besuchte das Lycée Français in der ägyptischen Hauptstadt und studierte Zahnmedizin in Kairo und Chicago. Trotz seines Erfolgs als Autor und Kolumnist arbeitet er noch immer mehrere Tage die Woche als Zahnarzt in seiner Praxis, die sich in der Nähe des Tahrir-Platzes im Zentrum von Kairo befindet.

Aswany kämpft seit Jahrzehnten für mehr Demokratie in seinem Land. Erst gegen das Regime von Hosni Mubarak, jetzt gegen die Pläne der islamistischen Muslimbrüder. In Ägypten, sagt er, wird sich die Zukunft des politischen Islam entscheiden. Aswany ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder. (tim)

Serie
Was bringt 2013?

Vor dem Jahreswechsel spricht der
«Tages-Anzeiger» in einer fünfteiligen Serie
mit führenden Köpfen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft über die anstehenden Herausforderungen.

Nächste Folgen:
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Bereits erschienen:
- Kurt Koch über die Rolle der Religion in der verweltlichten Gesellschaft.
- Simonetta Sommaruga über den Umgang mit der Zuwanderung.

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Korrektur-Hinweis

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Wohin würden Sie jemanden führen, der zum ersten Mal nach Ägypten kommt?
Ich würde ihn zu den jungen Revolutionären bringen. Vor allem zu den jungen Frauen. Eine Errungenschaft dieser Revolution ist, dass die ägyptischen Frauen als Akteurinnen in die Gesellschaft zurückgekehrt sind. In den letzten 25 Jahren waren sie mehr und mehr hinter dem Schleier des Wahhabismus verschwunden – einer frauenfeindlichen Interpretation des Islam aus der saudischen Wüste. Vor allem die ägyptischen Frauen haben gegen die neue islamistische Verfassung gestimmt. Ich bin sehr stolz auf sie.

Was ist mit den Pyramiden?
Die sind doch weltbekannt. Die muss ich niemandem erklären. Die findet jeder alleine.

Bedeuten die Pyramiden und Tempel der Pharaonen den Ägyptern heute noch etwas?
Sie erinnern uns daran, dass wir nicht nur Araber und Muslime sind. Unsere Geschichte hat nicht mit dem Islam begonnen. Ägypten ist über 3000 Jahre alt. Wir hatten die Pharaonen, waren Teil der griechischen Welt und des römischen Imperiums. Alexandria zum Beispiel ist seit Jahrhunderten eine kosmopolitische Stadt.

Wird diese Identität jetzt infrage gestellt?
Die Muslimbrüder und die noch radikaleren Salafisten machen keinen Hehl daraus, dass sie Ägypten eine neue Identität aufzwingen wollen. Seit ihrer Gründung im Jahre 1928 verfolgen die Muslimbrüder ihr Projekt eines politischen Islam. Doch diese Ideologie war jahrzehntelang wenig populär in Ägypten. Sie erhielt erst Zulauf, als die Saudis begannen, mit ihren Petrodollars auch Islamisten in Nachbarländern zu unterstützen.

Mit der neuen Verfassung sind die Muslimbrüder fast am Ziel.
Die Verfassung wurde von einem Komitee geschrieben, das illegal ist, und bei der Abstimmung wurde betrogen – abgesehen davon, glaube ich nicht, dass Ägypten jemals wie Saudiarabien oder Afghanistan sein wird. Der politische Islam der Muslimbrüder passt nicht zu Ägypten. Wir waren immer ein weltoffenes Land. Wer in eine Bar wollte, fand immer eine Bar. Wer in die Kirche wollte, fand immer eine Kirche. Wer in die Moschee wollte, fand immer eine Moschee. Das ist für mich die ägyptische Zivilisationsformel. Wir werden uns nicht zwingen lassen, so zu leben wie die Saudis mit ihrer Moralpolizei, die bei den Leuten an die Tür klopft, um zu schauen, ob sie gebetet haben. Das wird hier nie funktionieren.

Warum können die Muslimbrüder nicht begreifen, dass Millionen von Ägyptern ihre Ansichten nicht teilen?
Das passiert, wenn Religion und Politik vermischt werden. Wer glaubt, seine politischen Ideen stammten von Gott, hält sie für die absolute Wahrheit. Wer diesen Ideen widerspricht, ist nicht einfach ein politischer Gegner, sondern ein Abweichler, ein Ungläubiger, der kein Recht auf die gleichen Rechte hat. Das hat stark faschistische Züge.

Das macht einen Dialog ziemlich schwierig.
Genau. Man kann mit den Muslimbrüdern nicht über ihre Ansichten diskutieren. Sie behaupten, sie seien von Gott. Dabei kann man den Islam – wie alle Religionen – auf Dutzende Arten interpretieren. Es gibt gute und schlechte Deutungen. Als Politiker verhalten sich die Islamisten jedoch sehr pragmatisch. Sie lügen, sie fälschen Abstimmungen, sie tun alles, um an der Macht zu bleiben. Von Religion ist da nicht viel zu sehen.

Die Muslimbrüder haben ihre islamistische Verfassung durchgebracht. Die Zahl der Ja-Stimmen entspricht aber nur 15 Prozent der Bevölkerung. Muss das den Brüdern nicht zu denken geben?
Die Abstimmung war manipuliert. Es gibt Hunderte Beweise, dass in grossem Stil betrogen wurde. Stimmlokale wurden geschlossen, bevor alle ihre Stimme abgeben konnten. Wo sich keine Richter fanden, um die Abstimmung zu überwachen, setzten die Muslimbrüder eigene Leute ein. Ich bin sicher, dass in Wahrheit 60 Prozent der Leute, die an die Urnen gingen, die Verfassung ablehnten.

Was sagen die Muslimbrüder zu diesen Vorwürfen?
Sie sind nervös und behaupten, die liberalen Medien würden Lügen über sie verbreiten. Dabei seien sie, die Muslimbrüder, die wahren Vertreter des ägyptischen Volkes. Sie repräsentierten den Islam – und das Volk stehe auf der Seite des Islam. Doch die Stimmung dreht sich. Es gibt immer mehr Leute wie den Taxifahrer dort, der auf die Heckscheibe seines Autos geschrieben hat: ‹Liebe Ägypter, es tut mir leid, dass ich die Muslimbrüder gewählt habe!› Die Leute haben erkannt, dass die Religion eine Sache ist und die Muslimbrüder eine ganz andere.

Die Verfassung gilt jetzt aber als angenommen.
Wir kämpfen weiter. Erst wollten wir die Verfassung, die wir für illegal halten, weil sie von einem illegalen Komitee erarbeitet wurde, auf juristischem Weg zu Fall bringen. Dann stellte sich Präsident Mursi über alle Gesetze und erklärte flugs auch das Komitee und die Verfassung für unangreifbar. Jetzt tragen wir den Kampf eben zurück auf die Strasse.

Glauben Sie wirklich, dass die Muslimbrüder sich von der Macht wieder verdrängen lassen, auf die sie 80 Jahre hingearbeitet haben?
Ihr Projekt eines Kalifats, eines Gottesstaats für alle Muslime, taugt nichts. Die Muslimbrüder haben das Recht zu glauben, was sie wollen. Ich habe das Recht, zu sagen, das wird nicht funktionieren. Die Muslimbrüder sind nicht fähig, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Sie leiden unter demselben Realitätsverlust, unter dem schon Mubarak und seine Leute gelitten haben. Ihr Kampf galt nicht der Demokratie, sondern immer nur der Macht. Sie kämpften nur für sich selber. Für die Muslimbrüder ist die Demokratie ein Boot, das man braucht, um auf ihre Insel zu gelangen. Drüben angekommen, wird das Boot zerstört.

Und trotzdem wollten Sie Mohammed Mursi als Präsident eine Chance geben?
Es wäre unfair gewesen, ihm keine Chance zu geben.

Glaubten Sie allen Ernstes, Mursi würde anders sein?
Ich hatte diese Hoffnung. Wenigstens ein bisschen. Gewählt habe ich ihn allerdings nicht. Ich boykottierte die Stichwahl. Als Mursi nach seiner Wahl verschiedene revolutionäre Kräfte zu sich einlud, bin ich zwei-, dreimal hingegangen. Dabei habe ich ihm genau die gleichen Dinge gesagt, die ich jetzt sage.

Welchen Eindruck hatten Sie von ihm?
Er gibt den einfachen Mann. Ich weiss, wie die Muslimbrüder ticken. Ich habe als Student viele von ihnen kennen gelernt. Mursi ist ein typischer Vertreter. Ihre Formel lautet: Sei zu allen nett, aber tue, was du willst. Mursi fällt selber jedoch keine Entscheide, er befolgt die Befehle des Führers der Muslimbrüder. Der ist der wahre Herrscher Ägyptens.

Was ist das Erfolgsgeheimnis der Muslimbrüder?
Dostojewski war überzeugt, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach Religion hat, das sich schwer unterdrücken lässt. Menschen, die dieses Bedürfnis ausleben, hören auf zu denken. Das macht sich die Muslimbruderschaft zunutze und erklärt auch ihre sehr hierarchische Organisation. An der Spitze stehen vier, fünf Leute, die für alle anderen entscheiden. Jeder schwört auf den Koran, gehorsam zu sein. Das bedeutet bei den Muslimbrüdern nicht nur, Befehle auszuführen, sondern an ihre Richtigkeit zu glauben.

Wie erklären die Muslimbrüder ihren einfachen Anhängern, dass viele der Führer stinkreich sind?
Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Es gibt den politischen Islam für die Reichen und den politischen Islam für die Armen. Die Muslimbrüder wollen keine Revolution, keine Veränderung der Gesellschaftsstrukturen. Denn die könnte den Reichtum ihrer Führer gefährden. In den Predigten ihrer Scheiche kommt der Begriff «soziale Gerechtigkeit» nicht vor, sie reden lieber von Almosen und Wohltätigkeit. Was die Wirtschaftspolitik angeht, haben die Muslimbrüder die gleichen rechtsgerichteten Ansichten wie das Mubarak-Regime. Als Mursi kürzlich nach China reiste, begleiteten ihn mehrere Geschäftsleute. Seltsamerweise wurden die Namen nicht öffentlich gemacht. Es waren dieselben wie unter Mubarak.

Das erklärt womöglich, warum die Generäle sich von Mursi ohne Widerstand entmachten liessen. Wo steht die Armee heute?
Wir wissen wenig über die Armee. Sie ist für die meisten Ägypter ein Mysterium. Aber wir dürfen die oberste Führung nicht mit der Armee gleichsetzen. Unsere Armee ist mehr als 200 Jahre alt. Sie wurde als Volksarmee gegründet und ist bis heute eine Armee des Volkes. Die Generäle sind anders. Sie wurden von Mubarak ernannt, und ich zweifle nicht daran, dass sie dieselbe Vision wie Mubarak verfolgen.

Behandeln Sie manchmal auch Offiziere in Ihrer Zahnarztpraxis?
Die haben ihre eigenen Zahnärzte und Kliniken. Aber ich habe Kollegen, die in der Armee arbeiten.

Hat sich Ihr Kundenstamm durch die Revolution verändert?
Nein. Aber in den ersten drei Monaten hatte ich keine Patienten. Die Leute hatten wohl grössere Sorgen als ihre Zähne.

Kommen jetzt auch Leute in Ihre Praxis, die eigentlich nur mit Ihnen reden wollen?
Das war schon vor der Revolution der Fall. Deshalb begann ich mit wöchentlichen öffentlichen Vorträgen. Nachdem zum Beispiel mein Roman «Der Jakubijan-Bau» verfilmt worden war, kamen plötzlich reihenweise hübsche junge Frauen in meine Praxis. Sie setzten sich auf den Stuhl, bezahlten für eine Zahnkontrolle, um mich schliesslich zu bitten, ich möge sie doch meinem Filmproduzenten vorstellen.

Was Sie nicht gemacht haben.
Nein, natürlich nicht. Ich sagte ihnen, wenn sie Kurzgeschichten schreiben würden, könnte ich helfen, doch mit der Filmindustrie habe ich nichts zu tun.

Behandeln Sie Leute auch kostenlos?
Ich habe früher sechs Jahre lang als Zahnarzt in einer Zementfabrik im Süden Kairos gearbeitet. Ich verdiente nichts. Trotzdem verbrachte ich zwei, drei Tage in der Woche bei den Arbeitern. Das war eine einzigartige Erfahrung für mich. Ich lernte ein völlig anderes Ägypten kennen. Diese Leute sind kaum gebildet, aber schlau. Sie merken schnell, was für ein Mensch du bist. Wenn du aufrichtig und ehrlich bist, sind sie sehr loyal.

Sie kämpfen auch für diese Leute.
Nicht auch, sondern gerade für diese Leute. Ich gehöre zur oberen Mittelschicht. Meine Schicht hat keinen Grund, sich zu beklagen. Sie hat genug Geld, um ihren Kindern ein anständiges Leben zu ermöglichen. Es sind diese anderen Leute, die Demokratie und Freiheit brauchen, damit auch sie die Chance auf ein ordentliches Leben haben.

Wenn Sie für 2013 einen Wunsch freihätten: Was würden Sie sich wünschen?
Für mich persönlich oder für Ägypten?

Sie entscheiden. Mein Leben und die Revolution haben sich inzwischen vermischt. Ich bin kein Politiker, aber als Schriftsteller habe ich das Gefühl, dass mein Platz bei den Leuten ist, im Innern der Revolution. Darum wünsche ich mir, dass sie sich durchsetzt – mit möglichst wenig Opfern. Denn die Revolution verkörpert die Zukunft, während die Muslimbrüder und das alte Regime zur Vergangenheit gehören. Die Zukunft kann niemand aufhalten.

Und was wird nächstes Jahr wirklich passieren?
Das kann niemand wissen.

Sie haben immerhin schon die Revolution vorausgesagt.
In der ägyptischen Gesellschaft ist alles im Fluss. Nicht einmal Experten wagen eine Prognose. Aber ich bin optimistisch. Ich war schon immer zuversichtlich – auch unter Hosni Mubarak. Schon damals glaubte ich, dass die Ägypter für eine Überraschung sorgen würden. Von Theorien verstehe ich nichts, aber als Schriftsteller spüre ich das Volk.

Woher nehmen Sie die Energie für Ihren unermüdlichen Kampf?
Die Menschen geben mir diese Kraft. Um schreiben zu können, muss ich raus unter die Leute. Schreiben bedeutet nicht urteilen, sondern verstehen.

Was sagt Ihre Frau zu Ihren revolutionären Aktivitäten?
Sie ist natürlich besorgt. Aber sie hat sich in den letzten zehn Jahren daran gewöhnt.

Sie werden immer wieder heftig angefeindet und bedroht. Wie gehen Sie damit um?
Was kann ich tun? Letztes Jahr, kurz nach dem Sturz von Mubarak, wurde eine Todesliste des alten Regimes bekannt. Sie wurde in den Zeitungen veröffentlicht. Mein Name stand an zweiter Stelle. Ich fühlte mich geehrt.

Welcher Name stand zuoberst?
Mohammed al-Baradei, der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde.

Waren Sie neidisch?
Nein, nein. Ich will mich nicht beklagen. Meine Platzierung war ausgezeichnet. Aber natürlich witzelten wir darüber, obwohl die Sache todernst war.

Werden Sie auch von den Muslimbrüdern bedroht?
Die sind besonders perfid. Sie machen sich die Hände selber nicht schmutzig. Die Drecksarbeit lassen sie andere erledigen – zum Beispiel die Salafisten. Vor kurzem behaupteten die Muslimbrüder, ich hätte in einem Artikel für eine deutsche Zeitung den Islam beleidigt. Das ist völliger Schwachsinn. Aber solche Lügen können tödlich sein. Es findet sich immer ein fanatischer Verrückter, der glaubt, mich als Häretiker angreifen zu müssen. Bereits zweimal wurde meine Klinik im Zentrum von Kairo von Salafisten attackiert.

Wollen Sie keine Bodyguards?
Das klingt jetzt furchtbar romantisch, aber ich kann mir einen Schriftsteller nicht mit Leibwächtern vorstellen. Ich habe mir schon überlegt, ob ich eine Bewilligung beantragen soll, um eine Waffe tragen zu dürfen. Doch ich habe seit vielen Jahren solch schlechte Beziehungen zum Innenministerium, dass ich mir sicher bin: Mein Antrag würde abgelehnt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.12.2012, 14:27 Uhr

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20 Kommentare

Hannes Müller

28.12.2012, 15:18 Uhr
Melden 121 Empfehlung 4

Der Mann hat Mumm. Antworten


Ronnie König

28.12.2012, 14:50 Uhr
Melden 73 Empfehlung 8

Genau so wird es geschehen, denn die wenigsten wollen eine religiöse Unfreiheit. Mursi wird scheitern. Die Religion taugt niemals als Staatsform. Nicht einmal im Iran oder Saudi-Arabien. Dort findet vieles zwar nicht öffentlich statt, aber es findet statt. Werden die Religionswächter frech, dann kommt es zu Unruhen. Dann wieder zur Gegenrevolution. Siehe Iran. Wir bekommen leider nur wenig mit. Antworten



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