Ausland
Deutsches Spionageschiff kreuzt vor syrischer Küste
Aktualisiert am 19.08.2012 33 Kommentare
Bildstrecke
Dossiers
Artikel zum Thema
- In den Trümmern Syriens lauern die Seuchen
- Was Brahimi von der UNO fordert
- USA und China unterstützen neuen Syrien-Gesandten
- Syrienkrieg befeuert Konflikte im Libanon
- Die UN-Mission ist am Ende
- «Wir werden niemals mit Assad an einen Tisch sitzen»
- Verlorene Jahre
Teilen und kommentieren
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Ein Spionageschiff der deutschen Marine ist nach Presseangaben vor der syrischen Küste im Einsatz, um Informationen über die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad zu sammeln. Das Boot habe modernste Spionagetechnik des Bundesnachrichtendiensts (BND) an Bord, berichtet die «Bild am Sonntag».
Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte lediglich den Einsatz eines Schiffs «in internationalen Gewässern im östlichen Mittelmeer».
Truppenbewegungen beobachten
Nach Angaben der «Bild am Sonntag» lassen sich mit der BND-Spionagetechnik Truppenbewegungen bis zu 600 Kilometer tief in Syrien beobachten. Demnach gibt der Geheimdienst gewonnene Erkenntnisse an US- und britische Partnerdienste weiter. Von dort aus gelangten sie auch an die syrischen Rebellen.
Das Schiff befinde sich «zu einem mehrmonatigen Einsatz in der Region» des östlichen Mittelmeers, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Es handle sich um das Flottendienstboot «Oker», das zu den «Frühwarn-, Fernmelde- und Aufklärungseinheiten» der Marine gehöre.
Keine Auskünfte über die Aufgabe des Schiffes
Auf die Frage nach einem Einsatz von Mitarbeitern oder geheimdienstlicher Technik des BND auf dem Schiff antwortete der Sprecher: «Zu operativen Einzelheiten des aktuellen Einsatzes werden grundsätzlich keine Auskünfte erteilt.» Entsprechend äusserten sich auch Sprecher der Bundesregierung und des BND.
BND-Agenten sind der Zeitung zufolge zudem am türkischen NATO-Stützpunkt in Adana stationiert. Von dort aus hörten sie Telefonate und Funkverkehr aus Syrien ab. Daneben wird demnach informeller Kontakt zu Quellen im direkten Umfeld der syrischen Führung von Präsident Bashar al-Assad gehalten, dessen Truppen seit Monaten gegen den Aufstand im Land kämpfen.
«Kein westlicher Geheimdienst hat so gute Quellen in Syrien wie der BND», sagte ein US-Geheimdienstler der «Bild am Sonntag». Die internationale Anerkennung des BND werde in Deutschland als grosse Auszeichnung wahrgenommen, berichtete die Zeitung. «Wir können stolz darauf sein, welchen wichtigen Beitrag wir zum Sturz des Assad-Regimes leisten», sagte ein BND-Mitarbeiter dem Blatt.
BND-Chef kündigte baldiges Aus Assads an
BND-Chef Gerhard Schindler hatte Mitte August ein baldiges Aus für die syrische Führung vorhergesagt. «Es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass die Endphase des Regimes begonnen hat», sagte Schindler der Tageszeitung «Die Welt». Die Strategie der Rebellen, «eine Art Guerillataktik», zermürbe ausserdem zunehmend die Armee.
Das Magazin «Spiegel» hatte Mitte Januar berichtet, das Flottendienstboot «Alster» sei zum damaligen Zeitpunkt seit Anfang November mit 85-köpfiger Besatzung im östlichen Mittelmeer zur Informationsgewinnung unterwegs gewesen. Ende Dezember wurde es demnach knapp 30 Kilometer vor der syrischen Küste von einem Kriegsschiff des Landes bedroht.
Auch der britische Geheimdienst soll die syrischen Rebellen mit Informationen über Bewegungen der Truppen Assads versorgen. Der Dienst beobachte «die Lage von Zypern aus genau», sagte ein Vertreter der syrischen Rebellen der Zeitung «The Sunday Times». Gesammelte Informationen würden dann an die USA und die Türkei weitergegeben. «Wir bekommen sie von den Türken», sagte der Oppositionsaktivist. (ses/AFP)
Erstellt: 19.08.2012, 14:35 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
33 Kommentare
Da zeigt sich doch die gute Zusammenarbeit zwischen U.S.A./GB/Türkei und Deutschland.Das Beweist ja auch die Herkunft der Waffen. Es geht hier nicht um Assad genau so wenig wie es in Libyien um Ghaddafi ging. Und wer immer noch denkt es geht um Humanitäre Hilfe, glaubt wohl auch immer noch an den Storch. Antworten
Ausland
- 13:47Anschlagserie im Irak – 13 Tote
- 13:22Weshalb Politiker den Bodensee vor Fracking schützen wollen
- 08:45Vertrauter von Kanadas Premier stolpert über Abrechnungsskandal
- 07:58Cameron appelliert an britische Steueroasen
- 06:36Informanten sprechen nicht mehr mit AP
- 17:58Verletzte bei Salafisten-Protesten in Tunesien
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.
Alles für Abonnenten und Abonnentinnen
Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".


Bitte warten
Die Welt in Bildern


























