Ausland

Deutsches Spionageschiff kreuzt vor syrischer Küste

Aktualisiert am 19.08.2012 33 Kommentare

Deutschland spielt im Syrien-Konflikt eine weitaus grössere Rolle als bislang bekannt. Ein deutsches Spionageschiff mit modernster Technik beobachtet Assads Truppen offenbar über Hunderte Kilometer hinweg.

Gibt das Schiff Informationen an die Aufständischen weiter? Das deutsche Flottendienstboot «Oker». (Archivbild)

Gibt das Schiff Informationen an die Aufständischen weiter? Das deutsche Flottendienstboot «Oker». (Archivbild)

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Chronologie der Aufstände in Syrien

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Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

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Ein Spionageschiff der deutschen Marine ist nach Presseangaben vor der syrischen Küste im Einsatz, um Informationen über die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad zu sammeln. Das Boot habe modernste Spionagetechnik des Bundesnachrichtendiensts (BND) an Bord, berichtet die «Bild am Sonntag».

Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte lediglich den Einsatz eines Schiffs «in internationalen Gewässern im östlichen Mittelmeer».

Truppenbewegungen beobachten

Nach Angaben der «Bild am Sonntag» lassen sich mit der BND-Spionagetechnik Truppenbewegungen bis zu 600 Kilometer tief in Syrien beobachten. Demnach gibt der Geheimdienst gewonnene Erkenntnisse an US- und britische Partnerdienste weiter. Von dort aus gelangten sie auch an die syrischen Rebellen.

Das Schiff befinde sich «zu einem mehrmonatigen Einsatz in der Region» des östlichen Mittelmeers, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Es handle sich um das Flottendienstboot «Oker», das zu den «Frühwarn-, Fernmelde- und Aufklärungseinheiten» der Marine gehöre.

Keine Auskünfte über die Aufgabe des Schiffes

Auf die Frage nach einem Einsatz von Mitarbeitern oder geheimdienstlicher Technik des BND auf dem Schiff antwortete der Sprecher: «Zu operativen Einzelheiten des aktuellen Einsatzes werden grundsätzlich keine Auskünfte erteilt.» Entsprechend äusserten sich auch Sprecher der Bundesregierung und des BND.

BND-Agenten sind der Zeitung zufolge zudem am türkischen NATO-Stützpunkt in Adana stationiert. Von dort aus hörten sie Telefonate und Funkverkehr aus Syrien ab. Daneben wird demnach informeller Kontakt zu Quellen im direkten Umfeld der syrischen Führung von Präsident Bashar al-Assad gehalten, dessen Truppen seit Monaten gegen den Aufstand im Land kämpfen.

«Kein westlicher Geheimdienst hat so gute Quellen in Syrien wie der BND», sagte ein US-Geheimdienstler der «Bild am Sonntag». Die internationale Anerkennung des BND werde in Deutschland als grosse Auszeichnung wahrgenommen, berichtete die Zeitung. «Wir können stolz darauf sein, welchen wichtigen Beitrag wir zum Sturz des Assad-Regimes leisten», sagte ein BND-Mitarbeiter dem Blatt.

BND-Chef kündigte baldiges Aus Assads an

BND-Chef Gerhard Schindler hatte Mitte August ein baldiges Aus für die syrische Führung vorhergesagt. «Es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass die Endphase des Regimes begonnen hat», sagte Schindler der Tageszeitung «Die Welt». Die Strategie der Rebellen, «eine Art Guerillataktik», zermürbe ausserdem zunehmend die Armee.

Das Magazin «Spiegel» hatte Mitte Januar berichtet, das Flottendienstboot «Alster» sei zum damaligen Zeitpunkt seit Anfang November mit 85-köpfiger Besatzung im östlichen Mittelmeer zur Informationsgewinnung unterwegs gewesen. Ende Dezember wurde es demnach knapp 30 Kilometer vor der syrischen Küste von einem Kriegsschiff des Landes bedroht.

Auch der britische Geheimdienst soll die syrischen Rebellen mit Informationen über Bewegungen der Truppen Assads versorgen. Der Dienst beobachte «die Lage von Zypern aus genau», sagte ein Vertreter der syrischen Rebellen der Zeitung «The Sunday Times». Gesammelte Informationen würden dann an die USA und die Türkei weitergegeben. «Wir bekommen sie von den Türken», sagte der Oppositionsaktivist. (ses/AFP)

Erstellt: 19.08.2012, 14:35 Uhr

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33 Kommentare

urs bauer

19.08.2012, 15:55 Uhr
Melden 267 Empfehlung 0

Da zeigt sich doch die gute Zusammenarbeit zwischen U.S.A./GB/Türkei und Deutschland.Das Beweist ja auch die Herkunft der Waffen. Es geht hier nicht um Assad genau so wenig wie es in Libyien um Ghaddafi ging. Und wer immer noch denkt es geht um Humanitäre Hilfe, glaubt wohl auch immer noch an den Storch. Antworten


Erich von Brunnen

19.08.2012, 14:53 Uhr
Melden 266 Empfehlung 0

Wenn Assad weg ist, beginnen die Probleme erst Antworten



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