Ausland
Der Sudan droht mit einem Regierungssturz
Aktualisiert am 18.04.2012 8 Kommentare
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Ungeachtet der internationalen Ermahnungen zur Mässigung im Konflikt zwischen dem Sudan und dem Südsudan hat der sudanesische Präsident Omar al-Baschir seinen Ton gegenüber dem Nachbarstaat verschärft und mit einem Sturz der Regierung gedroht.
Sein wichtigstes Ziel sei es, «die Bürger Südsudans» von der Herrschaft der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) «zu befreien», sagte al-Baschir heute in Khartum. «Das ist unsere Verantwortung gegenüber unseren Brüdern in Südsudan.»
Al-Baschir droht mit Offensive
Der Staatschef äusserte sich bei einer Versammlung von etwa 3000 Jugendlichen zur Unterstützung der Armee, die seit Freitag um die Rückeroberung des wichtigen Ölfelds Heglig kämpft. Südsudanesische Truppen hatten das Ölfeld an der Grenze zwischen beiden Staaten vergangene Woche unter ihre Kontrolle gebracht.
«Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir landen in Juba oder sie landen in Khartum», sagte Al-Baschir mit Blick auf die Hauptstädte beider Staaten. «Wir können nicht innerhalb der alten Grenzen friedlich zusammenleben.» Al-Baschir drohte weiter: «Wir werden nicht in Heglig anhalten. Wir werden erst in Juba anhalten.»
Ende der Gewalt gefordert
Die USA reagierten «sehr besorgt» auf die Äusserungen. «Wir rufen erneut beide Seiten auf, unverzüglich und ohne Bedingungen die Gewalt zu beenden», sagte Aussenamtssprecher Mark Toner in Washington. Die Afrikanische Union (AU) forderte beide Seiten zum Rückzug ihrer jeweiligen Truppen aus der umstrittenen Grenzregion Abyei auf.
Die Regierung des Südsudan verlangte von Khartum ausserdem, in Gespräche unter Vermittlung der AU einzuwilligen. Anders sei die Situation nicht zu lösen, sagte der Informationsminister Barnaba Marial Benjamin der Nachrichtenagentur AFP in Juba. «Wir sind nicht in den Sudan eingedrungen und wir haben keine Pläne für einen Machtwechsel im Sudan oder für einen Einmarsch in Khartum.»
Konflikt könnte auf weitere Regionen übergreifen
Die Kämpfe an der Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan haben sich unterdessen weiter ausgedehnt. Bei einem Feuergefecht zwischen den Truppen der beiden Länder kamen nach Angaben eines südsudanesischen Regierungssprechers insgesamt 22 Soldaten ums Leben.
Die Kämpfe hätten am Vortag begonnen, als ein sudanesischer Soldat beim Wasserholen am Grenzfluss erschossen wurde, sagte Barnaba Marial Benjamin. Unter den Toten sind laut dem südsudanesischen Sprecher sieben Soldaten aus den eigenen Reihen und 15 aus dem Nachbarland.
Die Kämpfe nahe der Stadt Meiram nährten die Sorge, dass der bewaffnete Konflikt zwischen den beiden Ländern auf weitere Regionen übergreifen könnte. Benjamin bezeichnete das Feuergefecht aber als «Missverständnis» und erklärte, er rechne nicht mit weiterer Gewalt in der Gegend.
USA haben Vermittler entsandt
Der Kampf um das Ölfeld ist eine weitere Eskalation in dem seit Monaten anhaltenden Konflikt um die umstrittene Region Abyei. Die internationale Gemeinschaft sieht Heglig als Teil des Sudan an. Vor allem die UNO, die USA und die EU hatten den Südsudan für den Einmarsch in dem Gebiet kritisiert, zugleich aber die Luftangriffe des Nordens auf den Süden verurteilt.
Der UNO-Sicherheitsrat erwägt nach Angaben aus Diplomatenkreisen vom Dienstag inzwischen Sanktionen gegen beide Länder. Die USA entsandten ihren Vermittler für den Konflikt zu den Staatschefs beider Seiten. (fko/sda)
Erstellt: 18.04.2012, 23:50 Uhr
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8 Kommentare
"Wir können nicht innerhalb der alten Grenzen friedlich zusammenleben" Warum nicht, wieso friedliche Koexistenz als Ziel verneinen? Solange Junkies mit solch destruktiven Ansichten Länder regieren und Intoleranz die Politik prägt, wird Afrika kaum voran kommen und unsere NGOs werden weiterhin für hungernde und vertriebene Menschen im armen Afrika sammeln. Antworten
Solche selbstherrlichen Psychophaten gehören abgesetzt, Grössenwahn, Mordlust und Rücksichtslosigkeit sind die Diagnosen. Die Soldaten kämpfen für was? Für Lohn bringen sie Menschen um. Auftraggeber? Unbelehrbare Idioten. Mal sehen, wie viele Frauen die haben, zwangsweise, versteht sich. Sklavenhalter! Antworten
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