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Bashir kündigt weitere Angriffe an

Aktualisiert am 24.04.2012 11 Kommentare

Die Angriffswelle der sudanesischen Streitkräfte auf das Nachbarland Südsudan ist wahrscheinlich noch nicht vorüber. Machthaber Omar al-Bashir kündigte weitere Aktionen an und drohte dem Süden.

Der Konflikt eskaliert weiter: Omar al-Bashir (mit Stock) spricht vor sudanesischen Truppen in der Grenzstadt Heglig. (23. April 2012)

Der Konflikt eskaliert weiter: Omar al-Bashir (mit Stock) spricht vor sudanesischen Truppen in der Grenzstadt Heglig. (23. April 2012)
Bild: AFP

Angriff aus der Luft: Soldat vor einem zerstörten Mark im Südsudan.(20. April 2012) (Bild: Reuters )

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Die Spannungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan nehmen wieder zu. Der Sudan hat nach Angaben des südsudanesischen Militärgeheimdienstes ein Gebiet im Südsudan bombardiert und dabei mindestens einen Menschen getötet. Zwei Kampfjets vom Typ MiG-29 hätten drei Bomben abgeworfen, erklärte der stellvertretende Direktor des südsudanesischen Militärgeheimdienstes, Mac Paul. Zwei Bomben landeten demnach in der Nähe einer Brücke, die die Städte Bentiu und Rubkona verbindet. Die dritte habe einen Markt in Rubkona getroffen.

Es handle sich um eine «ernsthafte Eskalation und Verletzung südsudanesischen Territoriums». Das sei eine «klare Provokation», sagte Paul. Ein Sprecher des sudanesischen Militärs wies die Vorwürfe zurück. Sein Land habe den Südsudan nicht bombardiert.

Ein Reuters-Reporter vor Ort sagte, er habe gesehen, wie ein Kampfflugzeug zwei Bomben unweit einer Brücke zwischen Bentiu und dem Nachbarort Rubkona abgeworfen habe. «Ich kann brennende Marktstände in Rubkona im Hintergrund sehen und die brennende Leiche eines kleinen Kindes», berichtete er.

Angeblich über 400 Todesopfer

Bereits am Sonntag waren – nach sudanesischen Angaben – beim Kampf um das umstrittene Ölfeld Heglig hunderte südsudanesische Soldaten getötet worden. In den Reihen des Gegners habe es 400 Todesopfer gegeben, sagte der sudanesische Präsidentenberater Nafie Ali Nafie am Sonntagabend.

Nafie gilt als einer der engsten Vertrauten von Staatschef Omar al-Bashir. Angaben zu Todesopfern unter den sudanesischen Soldaten machte er nicht. Heglig liegt an der nicht endgültig festgelegten Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan, mehrere Teile des Ölfelds werden von beiden Staaten beansprucht.

Bei einem Besuch in Heglig kündigte Bashir am Montag die Fortsetzung militärischer Aktionen an, bis alle mit Südsudan verbündeten Kräfte aus dem Norden vertrieben seien. Ausserdem drohte er mit dem Sturz der Regierung des im vergangenen Jahr unabhängig gewordenen Nachbarlandes.

Kriegsgefahr doch nicht gebannt

Die seit Wochen anhaltenden Spannungen zwischen dem Sudan und seinem südlichen Nachbarn dürften sich damit wieder massiv verschärfen. Am Freitag schien es noch, als ob die Kriegsgefahr gebannt sei, nachdem der Südsudan auf internationalen Druck hin angekündigt hatte, seine Truppen wieder von dem Ölfeld Heglig abzuziehen.

Angefacht wird die Lage von Gebietsstreitigkeiten, ethnischen Vorurteilen und dem Streit darüber, wie viel Geld Südsudan – ein Land ohne eigene Küsten – dem Norden dafür zahlen muss, dass es sein Öl durch dessen Gebiet zur Lieferung an seine Abnehmer transportieren darf.

Der anhaltende Konflikt hat die Ölindustrie, auf die die beiden armen Länder angewiesen sind, nahezu völlig zum Erliegen gebracht. Auch wirkt noch der Bürgerkrieg nach, der bis auf wenige Unterbrechungen von 1955 bis 2005 dauerte und in dem etwa zwei Millionen Menschen starben. (rub/mrs/dapd)

Erstellt: 23.04.2012, 11:19 Uhr

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11 Kommentare

Esther Müller

23.04.2012, 12:16 Uhr
Melden 25 Empfehlung 0

NA super, hätte mich ja gewundert wenn al-Baschr den Südsudan in Ruhe gelassen hätte! Antworten


Ronnie König

23.04.2012, 14:59 Uhr
Melden 11 Empfehlung 0

Unglaublich das Wissen hier! Also der Süden hat sich gewehrt, da der Norden mittels lokaler Milizen den Süden provozierte. Er weigert sich zudem faire Geschäfte mit dem Süden zu tätigen. Die Chinesen fördern den Norden wegen Öl. Der Süden verhandelt mit Kenia. In Kenia hats auch Öl. Der Sudan würde verarmen. Der Süden: keine richtige Armee, keine Infrastruktur braucht das Geld, das der Norden bloc Antworten



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