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Ausgangssperre soll Unruhen entschärfen

Aktualisiert am 20.06.2012

Die religiös motivierte Gewalt im Norden Nigerias hat seit Sonntag über 100 Tote gefordert. Übergriffe der islamistischen Sekte Boko Haram hatten Racheakte der Christen provoziert.

Anhaltende Gewalt im Norden: Menschen stehen in Kaduna vor einer zerstörten Kirche. (17. Juni 2012)

Anhaltende Gewalt im Norden: Menschen stehen in Kaduna vor einer zerstörten Kirche. (17. Juni 2012)
Bild: Keystone

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Nach den dreitägigen gewaltsamen Ausschreitungen im Norden Nigerias mit über 100 Toten haben die Behörden in mehreren Städten eine Ausgangssperre verhängt. In Kaduna und Damaturu patrouillierten heute Soldaten und Polizisten, um die wegen der Unruhen zwischen Muslimen und Christen verhängte Ausgangssperre durchzusetzen.

Zahlreiche Bewohner waren nicht in der Lage, in ihre Häuser zurückzukehren und waren zum Teil seit Montag ohne Lebensmittel. Die Zahl der Opfer stieg unterdessen auf mindestens 101.

Am Sonntag hatte die islamistische Sekte Boko Haram Anschläge auf drei Kirchen im Bundesstaat Kaduna begangen, bei denen mindestens 16 Menschen getötet worden waren. Bei Vergeltungsaktionen von Christen auf Moscheen und muslimische Stadtteile waren in der Folge Dutzende weitere Menschen getötet worden.

Muslimischen Staat errichten

In Damaturu hatten sich Boko Haram und Soldaten am Montag eine Schiesserei geliefert, bei der mindestens 40 Menschen getötet wurden. Wegen der blutigen Ausschreitungen verhängten die Behörden Ausgangssperren in beiden Gebieten.

Nigeria ist mit mehr als 160 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Der Anteil von Christen und Muslimen ist weitgehend ausgeglichen, allerdings gibt es regionale Unterschiede: Der Islam dominiert im Norden, das Christentum im Süden des Landes.

Boko Haram will im Norden einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird, und setzt auf terroristische Mittel. Einige christliche Gemeinden Nigerias sind äusserst militant und aktiv in der Missionierung in den islamischen Gebieten. Die wichtigsten Ölfelder von Afrikas grösstem Produzenten befinden sich im Süden des Landes. (rbi/dapd)

Erstellt: 20.06.2012, 21:46 Uhr

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