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Arzt: «Antworten auf alle Fragen» zu Ghadhafis Tod

Aktualisiert am 24.10.2011 9 Kommentare

Der zuständige Arzt hat sich zur Obduktion von Ex-Diktator Ghadhafi geäussert. Diese sei nach den Regeln der EU durchgeführt worden. Der Bericht werde bald veröffentlicht und soll «nichts verbergen».

Herrschte 40 Jahre lang über Libyen: Muammar al-Ghadhafi. (Archivbild)

Herrschte 40 Jahre lang über Libyen: Muammar al-Ghadhafi. (Archivbild)
Bild: Keystone

Regierung ordnet Untersuchung an

Der Nationale Übergangsrat in Libyen wird die Todesumstände von Ex-Machthaber Muammar al-Ghadhafi durch eine Untersuchungskommission prüfen lassen. Als Reaktion auf internationale Forderungen nach einer solchen Untersuchung habe das Gremium damit begonnen, eine Kommission einzurichten, sagte der Präsident des Übergangsrats, Mustafa Abdel Jalil, am Montag in Benghazi. Zugleich kündigte Dschalil an, eine Übergangsregierung solle «binnen zwei Wochen» eingesetzt werden. Die Beratungen hierüber hätten begonnen. Ursprünglich hatte es geheissen, es werde einen Monat bis zur Bildung einer Regierung dauern. Der Nationale Übergangsrat hatte Libyen am Sonntag 42 Jahre nach der Machtübernahme von Ghadhafi und drei Tage nach dessen Tod für befreit erklärt.(dapd)

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Der Obduktionsbericht zum Tod des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi soll nach Angaben des untersuchenden Arztes erst in einigen Tagen veröffentlicht werden. Sein Bericht sei noch nicht fertig, sagte der Rechtsmediziner Othman al-Sentani am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP in Misrata. Bislang könne er lediglich bestätigen, dass Ghadhafi durch Schussverletzungen getötet worden sei; zur Bekanntgabe weiterer Details brauche er die Zustimmung seines Vorgesetzten, des Generalstaatsanwalts.

Der Regierungschef des libyschen Übergangsrats, Mahmud Jibril, hatte dagegen zuvor unter Berufung auf den Obduktionsbericht gesagt, Ghadhafi sei nach seiner Gefangennahme am vergangenen Donnerstag auf dem Weg ins Krankenhaus im Kreuzfeuer getötet worden.

Warten auf grünes Licht

Rechtsmediziner al-Sentani sagte, er habe Ghadhafis Leiche in der Nacht zum Sonntag obduziert. Es habe sich um eine «komplette Standard-Autopsie gemäss allen wissenschaftlichen Regeln der EU» gehandelt. Er habe «Antworten auf alle Fragen», darunter auch die, ob Ghadhafi bei Gefechten starb oder gelyncht wurde. Er erwarte, dass er in den kommenden Tagen «grünes Licht» für die Bekanntgabe des Obduktionsberichts erhalten werde, in dem «nichts verborgen» werde, versicherte der Arzt.

Die Umstände von Ghadhafis Tod sind weiter unklar. Die neue libysche Führung betont, er sei im Gefecht getötet worden. Andere Berichte und Videoaufnahmen deuten auf einen Lynchmord. Die neue libysche Führung hatte eine Autopsie zunächst ausgeschlossen. Vertreter der UNO, der USA und anderer Länder ebenso wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowie Gaddafis Witwe Safia verlangten jedoch eine Untersuchung der genauen Todesumstände. (kpn/AFP)

Erstellt: 24.10.2011, 06:54 Uhr

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9 Kommentare

Ueli Eichenberger

24.10.2011, 09:27 Uhr
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Ist ja eigentlich egal, wie er umgekommen ist. Hauptsache, er kann niemanden mehr foltern lassen und keine kriegsverlängernden Durchhalteparolen mehr verbreiten. Ausserdem kann er in Den Haag keine Reden halten und seine Opfer verhöhnen. Schade, aber ein eventueller Lynchmord ist in diesem Fall ausnahmsweise die bessere Alternative. Antworten


Frederick Wenck

24.10.2011, 12:03 Uhr
Melden 14 Empfehlung 3

Da sieht man, was die Rebellen für Leute sind: Ein gieriger Mob, der Gaddafi er noch nicht mal tot war, bereits die Armbanduhr geklaut hatte und sich an seiner Goldpistole aufgeilte. Und statt Gericht ein Kopfschuss. Gaddafi aber kämpfte bis zuletzt, auch wenn die Lage hoffnungslos verloren war, und trat dem Mob würdig entgegen.
Sogar in der Niederlage ist er seinen Feinden überlegen.
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