Ausland

Anschlag auf Christen in Nigeria

Aktualisiert am 29.04.2012 24 Kommentare

In Kano warfen Terroristen Sprengsätze, um Gottesdienstbesucher aus einer Kirche zu treiben. Dann schossen sie auf die Flüchtenden. Es gibt mindestens 16 Tote.

Attacke um acht Uhr morgens: Ein Opfer des Anschlags wird wegtransportiert. (29. April 2012)

Attacke um acht Uhr morgens: Ein Opfer des Anschlags wird wegtransportiert. (29. April 2012)
Bild: Reuters

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Bei einem Anschlag auf die Kirche einer nigerianischen Universität sind heute mindestens 16 Menschen getötet worden.

Nach Angaben der Polizei warfen die Angreifer kleine Sprengsätze, um damit die Gottesdienstbesucher aus der Kirche am Campus der Bayero-Universität im Norden des Landes zu treiben.

Anschliessend hätten sie das Feuer auf die Flüchtenden eröffnet, sagte der Polizeipräsident des Staates Kano, Ibrahim Idris. Soldaten riegelten die Universität ab.

Idris hatte zunächst von sechs Toten berichtet, das nigerianische Rote Kreuz sprach später aber von mindestens 16 Opfern. Die Zahl der Verwundeten sei unklar, sagte Andronicus Adeyemo vom Roten Kreuz. Idris sprach von «vielen Schwerverletzten».

«Wir sprachen gerade Gebete»

Die Attacke ereignete sich um acht Uhr morgens. «Wir sprachen gerade Gebete, als der Sprengstoff explodierte», sagte die Studentin Maria Jatau. «Ich kann nicht sagen, ob es sich um Selbstmordattentäter handelte, aber viele Leute wurden verletzt.» Der Student Abel Onoja erklärte: «Ich habe mehrere Leichen gesehen, und viele Leute haben das Bewusstsein verloren.»

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die islamistische Sekte Boko Haram hatte in der Vergangenheit ähnliche Angriffe verübt. In Nigeria kämpft Boko Haram für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes und verübt regelmässig Anschläge auf Polizei, Behörden und Kirchen.

In Kano, der grössten Stadt im Norden des Landes, kamen im Januar 185 Menschen bei einer Anschlagsserie ums Leben, zu der sich Boko Haram bekannte. Am vergangenen Donnerstag wurden bei Anschlägen auf Zeitungsredaktionen in der Hauptstadt Abuja und der nördlichen Stadt Kaduna neun Menschen getötet.

(kle/sda)

Erstellt: 29.04.2012, 17:10 Uhr

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24 Kommentare

Susi Gerber

29.04.2012, 18:53 Uhr
Melden 92 Empfehlung 0

Würde es sich um einen Anschlag von Christen auf Moslems, Juden oder Buddhisten etc. handeln, hätten bereits viele Regierungen und Kirchenvertreter protestiert. In diesem Fall - nichts.
Ein kleiner Teil des Islams ist gewalttätig und kompromisslos, eine grosse Mehrheit schweigt. Wo sind die Proteste der hohen islamischen Geistlichkeit? Oder applaudiert diese den Attentätern?
Antworten


Robert Marek

29.04.2012, 20:01 Uhr
Melden 66 Empfehlung 1

Wie lange verharmlosen wir noch den Islam? Er ist und bleibt eine gewalttätige Religion, die irgenwo tief im Mittelalter stecke geblieben ist. Antworten



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