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Al-Qaida macht sich den Hunger zu Nutze

Aktualisiert am 01.11.2011 7 Kommentare

Das Terrornetzwerk versucht in den Flüchtlingscamps Somalias die Jihad-Kämpfer von morgen zu rekrutieren. Unter den Milizen sollen sich auch US-Bürger befinden.

Nutzen das Vakuum: Al-Qaida-Mitglieder im Hilfscamp in Somalia.

Nutzen das Vakuum: Al-Qaida-Mitglieder im Hilfscamp in Somalia.
Bild: Screenshot: «Guardian»

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Zehntausende Somalier brachte der Hunger bereits um, seit zwei Jahrzehnten gibt es in dem Land keine funktionierende Regierung mehr. Dieses Vakuum versuchen islamistische Terrorgruppierungen für sich zu nutzen, wie Recherchen des britischen «Guardian» ergaben. Ein Journalist, der sich für eine Reportage ins Ala-Yasir-Camp der islamistischen al-Shabaab-Miliz einschleuste, sah, dass al-Qaida-Mitglieder Lebensmittel, Bargeld, Kleidung und islamische Bücher verteilten.

Die al-Qaida-Mitglieder brachten auch ein Ambulanzfahrzeug mit. Ein vermummter Anführer, der ein amerikanisch gefärbtes Englisch spricht und von sich sagt, er sei ein weisser Amerikaner, begrüsst die Camp-Insassen. Die Männer werden freudig begrüsst: «Ich bete zu Gott, dass er al-Qaida seine Feinde besiegen lässt», sagt ein kleiner Junge dem Reporter, nachdem er die Geschenke der al-Qaida entgegen genommen hat. Für die Islamisten sind die vielen jungen Männer in den Flüchtlingscamps potenzielle Rekruten.

Die al-Shabaab-Miliz kämpft seit Jahren gegen die Übergangsregierung in Mogadiscio und hat immer wieder westliche Hilfslieferungen an die unter einer schweren Dürre leidende Bevölkerung blockiert, so auch im Ala-Yasir-Camp. Ziel der Gruppe ist es, in der Region eine strenge Auslegung des islamischen Rechts durchzusetzen. Dass al-Schabaab mit al-Qaida verbunden ist, ist bereits bekannt. Den Milizen haben sich laut «Guardian» und «New York Times» auch einige US-Bürger angeschlossen.

Somalia bittet um Hilfe

In ihrem Kampf gegen die al-Shabaab-Miliz bitten Kenia und Somalia um internationale Hilfe. Die Ministerpräsidenten beider Länder teilten nach einem Treffen gestern mit, es sei internationale Unterstützung nötig, um die Rebellen zu besiegen.

Die somalische Übergangsregierung will unter anderem den internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag bitten, gegen die Miliz zu ermitteln. Einzelne Mitglieder der Gruppe müssten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden. Zudem müsse die somalische Hafenstadt Kismayuo, die als Hochburg der Al Schabaab gilt, mit internationaler Unterstützung besser überwacht werden.

Fünf Tote bei Luftangriffen

Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen wurden am Sonntag bei Luftangriffen im Süden Somalias fünf Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte heute Dienstag, man habe nach dem Vorfall die unterbrochenen Lebensmittellieferungen an mehr als 6000 Menschen in der Region wieder aufgenommen.

In einer Stellungnahme räumte das kenianische Militär ein, für die Luftangriffe verantwortlich zu sein, machte allerdings Extremisten für die Todesfälle verantwortlich. So habe einer der Extremisten einen brennenden Lastwagen voller Sprengstoff in ein Flüchtlingslager in der Stadt Jilib gelenkt, der dort explodiert sei, erklärte Militärsprecher Emmanuel Chirchir. Demnach beschoss die kenianische Luftwaffe den Lastwagen, als dieser ein Ausbildungslager von al-Shabab verliess.

Kenia startete Mitte Oktober eine Offensive gegen Mitglieder der al-Shabab-Miliz im Süden Somalias. Anlass war die Entführung von vier Europäerinnen sowie die Ermordung eines weiteren Europäers auf kenianischem Gebiet.

Ausweitung der Hungersnot

Angesichts der heftigen Kämpfe in Somalia unter Beteiligung der kenianischen Streitkräfte haben Hilfsorganisationen am Mittwoch vor einer Ausweitung der Hungersnot in dem Land gewarnt. Die Situation sei «zunehmend besorgniserregend», erklärte die Organisation Oxfam. Die von der Hungersnot betroffenen Gebiete drohten sich weiter auszudehnen und könnten dann auch Regionen umfassen, in denen es nun zusätzlich Konflikte gebe. Zwar habe Kenia «legitime Sicherheitsinteressen» und habe bereits eine grosse Zahl an Flüchtlingen aus dem Nachbarland aufgenommen, dies müsse aber auch weiterhin gewährleistet werden. Angesichts heftiger Regenfälle drohen für die geschwächte Bevölkerung zusätzliche Krankheiten durch verseuchtes Trinkwasser.

(kle/sda)

Erstellt: 01.11.2011, 23:00 Uhr

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7 Kommentare

Anastasia-Margarita Iosseliani

02.11.2011, 07:56 Uhr
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Die Al-Shahab-Miliz ist doch schuld am Hunger in Somalia!!! Sie lässt die westlichen Hilfsorganisationen nicht ins Land. Jetzt versucht Sie noch zusammen mit der Al-Qaida diese Leute zu benutzen, das ist schlicht krank. Man muss jetzt etwas unternehmen. Antworten


Frank Jones

02.11.2011, 08:09 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Ich frage mich,wann es auch die ersten Schweizer-Terroristen gibt.Wir haben bereits Terroristen mit deutschem,französischem und britischem Pass.Auch frage ich mich,ob die islamische Bevölkerung in der Schweiz ein Risiko für die innere Sicherheit darstellt.Ich habe heute gelesen,dass 35% (!) der kanadischen Moslems mit Al Qaeda sympathisieren und für Scharia sind, v.a. solche mit guter Ausbildung. Antworten



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