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Afghanischer Polizist tötet vier Nato-Soldaten und entkommt
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An einem Kontrollposten im Süden Afghanistans hat wieder mindestens ein einheimischer Polizist seine Waffe gegen Nato-Soldaten gerichtet und vier von ihnen getötet. Nach der Tat heute am frühen Morgen entkam der Polizist, wie ein Sprecher des Militärbündnisses sagte. Ob er Komplizen hatte, war zunächst unklar. Die Nato machte in einer Erklärung keine näheren Angaben zur Nationalität der Getöteten.
Der Süden Afghanistans gilt als Hochburg der Aufständischen. Im Rahmen der Militärpartnerschaft zwischen Kabul und der Nato arbeiten einheimische Sicherheitskräfte und Nato-Soldaten häufig eng zusammen. Ziel ist dabei unter anderem die Ausbildung der afghanischen Truppen, damit diese nach dem Abzug der internationalen Kräfte in der Lage sind, selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen.
Angriff auf Stützpunkt von Prinz Harry
Zuletzt kam es aber immer wieder zu Anschlägen, die von afghanischen Sicherheitskräften verübt wurden. In diesem Jahr wurden auf diese Weise bislang 51 Soldaten der internationalen Truppen von afghanischen Soldaten oder Polizisten oder Aufständischen getötet, die eine afghanische Uniform trugen.
Gestern waren bei einem ähnlichen Vorfall in der Region zwei britische Soldaten getötet worden. Zuvor waren zwei US-Soldaten bei einem Angriff von Taliban auf den Nato-Stützpunkt gestorben, auf dem auch der britische Prinz Harry stationiert ist. Nach jüngsten Nato-Angaben wurden dabei zudem sechs US-Kampfjets zerstört und zwei weitere beschädigt.
Aufruhr in Kabul
Als Reaktion auf einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul heute hunderte junge Menschen auf die Strasse gegangen. «Tod für Amerika», skandierten die Demonstranten, bei denen es sich nach Polizeiangaben vorwiegend um Studenten handelte. In der Nähe der Universität blockierten sie demnach eine Strasse. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem Grossaufgebot von Beamten im Einsatz. Sie gab die Zahl der Protestierenden mit 1500 an und sprach von einer «friedlichen Kundgebung». (rbi/dapd)
Erstellt: 16.09.2012, 08:59 Uhr
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