Ausland

477 palästinensische Häftlinge warten auf den Austausch

Aktualisiert am 17.10.2011 15 Kommentare

Israel treibt den Gefangenenaustausch mit der Hamas voran. Die ersten Häftlinge wurden in zwei zentrale Haftanstalten gefahren. In der israelischen Bevölkerung regt sich immer mehr Widerstand.

1/11 Sein Schicksal beschäftigt ein Land: Kartonfiguren von Gilad Shalit.
Bild: Keystone

   

Soll morgen beginnen: Der israelisch-palästinensische Gefangenenaustausch. (Video: Reuters)

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Trotz heftiger Kritik im eigenen Land treibt Israel den geplanten Gefangenenaustausch mit der radikalislamischen Hamas mit aller Macht voran. Am Sonntag wurden 477 Palästinenser für ihren Austausch gegen den israelischen Soldaten Gilad Shalit umgruppiert. Die Gefängnisbehörde veröffentlichte die Namen der Häftlinge, darunter 27 Frauen. Damit begann die Frist von zwei Tagen, in der Gegner der Freilassung beim Obersten Gericht Israels dagegen klagen können. Staatspräsident Shimon Peres muss vor der Freilassung Gnadengesuche für jeden palästinensischen Häftling unterzeichnen.

In Israel wird erregt über die Freilassung der 1027 militanten Palästinenser im Austausch für einen einzigen israelischen Soldaten diskutiert. Hinterbliebene von Anschlagsopfern haben eine Klage gegen den zwischen Regierung und der den Gazastreifen beherrschenden Hamas ausgehandelten Deal eingereicht. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass der Austausch gerichtlich gestoppt wird.

Lebenslange Haftstrafen

In Bussen brachte die Gefängnisbehörde die Insassen verschiedener Haftanstalten in zwei zentrale Einrichtungen im Süden und im Zentrum des Landes. Dort sollten sie vor dem Austausch am Dienstag untersucht und abschliessend identifiziert werden.

Unter den Freizulassenden sind den Angaben zufolge gut 280 Palästinenser, die zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden waren. Auch Drahtzieher schwerer Anschläge sollen laut der Vereinbarung mit der Hamas freikommen.

Gefangene kommen in Drittländern unter

Die meisten der 477 Häftlinge sollen in ihre Heimatorte im Westjordanland oder Gazastreifen zurückkehren. Andere will Israel in Drittländer abschieben.

Etwa 40 Häftlinge sollen zunächst nach Ägypten gebracht werden, bis sich Aufnahmeländer finden, wie der israelische Rundfunk meldete. In etwa zwei Monaten will Israel in einem zweiten Schritt 550 weitere Häftlinge freilassen, die es aber selbst aussuchen kann.

Israel will insgesamt 1027 Palästinenser gegen den 25 Jahre alten Shalit austauschen, der am 25. Juni 2006 entführt worden war. Shalit wurde seitdem vermutlich im Gazastreifen in Isolationshaft gehalten.

Shalit wird Ägypten übergeben

Der Sondergesandte des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu hielt sich am Sonntag in Kairo auf, um letzte Details des Austauschs zu klären. Den Berichten zufolge soll Shalit am Dienstag über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten gebracht werden, nachdem Israel zunächst die 27 Frauen freigelassen hat.

Wenn sich bestätigt, dass Shalit lebt, will Israel die restlichen 450 Häftlinge übergeben. Das erste Treffen mit Shalits Eltern Noam und Aviva ist nach Medienberichten auf dem israelischen Militärflughafen Tel Nof geplant. Auch Netanyahu sowie Verteidigungsminister Ehud Barak wollten dabei anwesend sein.

(kpn/sda)

Erstellt: 17.10.2011, 08:53 Uhr

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15 Kommentare

Giulio Bonuomo

17.10.2011, 08:26 Uhr
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Für den Moment könnte das eine gute Lösung sein. Es kann aber kippen, falls die Freizulassenden nicht mit friedlichem Protest ihrer Meinung Ausdruck geben werden, sondern dies blutig tun würden. Antworten


Juerg Demarmels

17.10.2011, 02:20 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Es bereitet Sorge, dass MOSSAD in all den Jahren nicht in der Lage war den Soldaten Shalit aufzuspueren und zu befreien, und es somit Israel erspart geblieben waere in diesen Austausch einzuwilligen . Antworten



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