Überraschende Rückendeckung für Sarrazin

Aktualisiert am 08.09.2010

Eine Umfrage zeigt, dass das umstrittene Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin auf viel Verständnis in der Bevölkerung trifft.

Viele denken wie er: Ein Mann protestiert gegen die Abberufung Sarrazins.

Viele denken wie er: Ein Mann protestiert gegen die Abberufung Sarrazins.
Bild: Keystone

Umfrage

Thilo Sarrazin hat mit seinen Äusserungen über die Integration von Zuwanderern in Deutschland eine Kontroverse ausgelöst. Wie stehen Sie zu seinen Aussagen?

Ich stimme Sarrazin voll und ganz zu.

 
65.9%

Ich teile seine Meinung nur teilweise.

 
24.2%

Sarrazins Ansichten sind inakzeptabel.

 
8.0%

Weiss nicht.

 
1.9%

963 Stimmen


Sorgt für Polemik: Thilo Sarrazin an einer Podiumsdiskussion zur Migration. (Bild: Keystone )

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Die Hälfte der Bürger der Deutschen lehnt einer Umfrage zufolge eine Entlassung des umstrittenen Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin ab. Dies ergab eine Forsa-Erhebung für das Magazin «Stern», wie das Blatt am Mittwoch vorab mitteilte. Rund ein Drittel der Befragten ist hingegen für eine Abberufung Sarrazins. 16 Prozent hatten bei der Frage keine Meinung.

Ein ähnliches Bild ergab sich laut Erhebung auf die Frage, ob Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werden sollte. 50 Prozent der insgesamt 1005 Befragten halten es für falsch, dass die Partei Sarrazin nicht mehr als Mitglied dulden will. 34 Prozent sagen, es sei richtig, dass die Partei ihn entlassen möchte. Auch in der Anhängerschaft der SPD überwiegen die Ausschluss-Gegner: 50 Prozent der SPD-Wähler sind gegen einen Parteiausschluss des einstigen Berliner Finanzsenators, nur 43 Prozent befürworten ihn.

Wulff muss nun entscheiden

Insgesamt finden Sarrazins Thesen in der Bevölkerung wenig Widerspruch. 61 Prozent der Befragten stimmten den Äusserungen teilweise zu, 9 Prozent teilten sie sogar ganz. 22 Prozent erklärten, Sarrazins Ansichten seien inakzeptabel. 8 Prozent antworteten mit «weiss nicht». Vergangene Woche hatte der Vorstand der Bundesbank entschieden, sich von Sarrazin nach dessen Äusserungen über die Integration von Zuwanderern zu trennen. Über die Abberufung muss nun Bundespräsident Christian Wulff entscheiden. (jak/dapd)

Erstellt: 08.09.2010, 07:43 Uhr

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