«Ziel ist ein friedlicheres, wohlhabenderes und gerechteres Jahrhundert»
Aktualisiert am 25.05.2011 3 Kommentare
(wid)
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Zusammenfassung
In einer knapp 40-minütigen Rede in der Westminster Hall hat Barack Obama vor den zwei Kammern des britischen Parlaments gesprochen.
In der Ansprache verteidigte der US-Präsident die globale Führungsrolle des Westens. Der Aufstieg von Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien sei nicht notwendigerweise mit dem «Niedergang» der alten Weltmächte USA und Europa verbunden, sagte er. Der US-Präsident bekräftigte die enge Verbundenheit Washingtons mit seinen traditionellen europäischen Partnern.
Der Papst, Nelson Mandela und Charles de Gaulle
Die Rede war in Großbritannien mit Spannung erwartet worden. Vor Obama durften seit dem Zweiten Weltkrieg nur Papst Benedikt XVI., Südafrikas Freiheitsheld Nelson Mandela und der frühere französische Staatschef Charles de Gaulle vor beiden Kammern des Parlaments sprechen.
Kommentatoren hatten zuvor spekuliert, Obama könnte deutlich machen, dass er die Zukunft der USA an der Seite der aufstrebenden Großmächte sehe.
Ein friedlicheres und wohlhabenderes Jahrhundert
Es sei in Mode gekommen, in den rasch an Einfluss gewinnenden Schwellenländern die Weltmächte der Zukunft zu sehen, während sich «unsere Führungsrolle überlebt» habe, sagte Obama. Dem sei nicht so. «Es waren die USA, Großbritannien und ihre demokratischen Verbündeten, die eine Welt geschaffen haben, in der sich neue Nationen entwickeln und Individuen gedeihen konnten.»
Dieses Bündnis werde in Zukunft unerlässlich bleiben, um das Ziel eines «friedlicheren, wohlhabenderen und gerechteren Jahrhunderts» zu erreichen, auch wenn dabei mehr Staaten als bisher Führungsverantwortung übernähmen.
Neuen Herausforderungen stellen
Das bedeute aber nicht, dass sich die alten Verbündeten auf dem Erreichten ausruhen könnten, mahnte der US-Präsident. Um seine Vormachtstellung zu halten, müsse sich der Westen den neuen Herausforderungen wie etwa durch Terrorismus und Klimawandel stellen und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken: «Wir müssen unsere Investitionen in Wissenschaft und Ingenieurwesen verdoppeln und unseren Einsatz für gutausgebildete Arbeitskräfte stärken», sagte Obama.
Als Beispiel für die künftige Ausgestaltung der westlichen Führungsrolle nannte Obama die Volksaufstände in Nordafrika und dem Nahen Osten. Damit der friedliche Übergang zur Demokratie gelingen könne, seien die Länder auf Beistand angewiesen.
Die Sehnsucht nach Freiheit
«Allen sollte klar sein: Was wir in Teheran, Tunis und auf dem Tahrir Platz (in Kairo) erleben, ist eine Sehnsucht nach denselben Freiheiten, die wir bei uns zu Hause für selbstverständlich halten». Allerdings müssten sich die Betroffenen diese Freiheiten selbst erkämpfen, sie könnten nicht von aussen aufgezwungen werden.
Damit wiederholte Obama einige der Thesen seiner Nahost-Rede von vergangener Woche. Die arabische Revolte, vor allem der Kampf in Libyen gegen Machthaber Muammar el Gaddafi, sowie die Situation im Nahen Osten stand auch zuvor im Mittelpunkt von Obamas Gesprächen mit dem britischen Premierminister David Cameron. -
17.30 Uhr
Barack Obama schliesst seine Rede in der Westminster Hall ab und bedankt sich bei seinen Zuhörern.
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17.28 Uhr
Zu den Rebellen in Nordafrika und im Nahen Osten sagt Obama: «Wir müssen die Rechte der Bürger in diesen Ländern fördern und sie unterstützen. Denn ich glaube an das Recht, das jedem einzelnen Bürger zusteht.»
Was wir in den letzten Wochen im Nahen Osten gesehen hätten, sei das Verlangen nach Freiheit. Eine Freiheit, die wir als ganz normal betrachten würden, sagt er. -
17.19 Uhr
Obama kommt auf al-Qaida und Afghanistan zu sprechen.
«Anschläge von Terroristen haben viele Menschenleben in New York und London gekostet. Terroristen haben tausende Muslime auf der ganzen Welt umgebracht. Trotzdem kämpfen wir nicht gegen den Islam. Wir kämpfen gegen al-Qaida».
Für lange Zeit sei Afghanistan der Ausgangspunkt solcher terroristischer Anschläge gewesen. Obama würdigt die Menschen, die in diesem Land gedient und sich damit aufgeopfert haben. -
17.13 Uhr
Man müsse die Art, wie ein Land regiert werde, den heutigen Gegebenheiten anpassen. Es sei unmöglich eine enge Zusammenarbeit zu umgehen, sagt Obama zu den Anwesenden.
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17.09 Uhr
Obama spricht viel über «unsere Führung». «Wir (USA und UK) sind die Nationen, die am ehesten bereit sind, sich für die Werte wie Toleranz und Selbstbestimmung einzusetzen.»
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17.05 Uhr
Obama spricht über die Bindung zwischen den USA und Grossbritannien sowie die politische Entwicklung Grossbritanniens.
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16.57 Uhr
Obama beginnt seine Ansprache mit dem Hinweis auf jene Leute, die bisher Reden in der Westminster Hall gehalten hätten. Dies seien die Queen, der Papst und Nelson Mandela gewesen.
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16.50 Uhr
Barack Obama begrüsst die Anwesenden.
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16.45 Uhr
Der Präsident betritt die Westminster Hall. John Bercow, Sprecher des britischen Unterhauses, begrüsst Barack Obama und betont die Wichtigkeit seiner heutigen Ansprache.
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16.24 Uhr
Der US-Präsident wird seine Rede mit einigen Minuten Verspätung beginnen. Er wird in etwa 10 bis 15 Minuten zu den Parlamentariern sprechen.
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16.20 Uhr
Die Limousine von Barack Obama fährt vor und der Präsident betritt die Westminster Hall.
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16.08 Uhr
Die Parlamentarier haben bereits in der Westminster Hall Platz genommen und warten auf die Rede des US-Präsidenten um 16.30 Uhr.
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Pressekonferenz
US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron wollen den Druck auf das Ghadhafi-Regime in Libyen erhöhen. Sie schliessen aber die Entsendung von Bodentruppen aus.
«Der Präsident und ich sind uns einig, dass wir mehr Druck machen sollten», sagte Cameron am Mittwoch nach Gesprächen in London. «Er muss gehen», sagte Cameron mit Blick auf Machthaber Muammar al-Ghadhafi.
Obama erklärte, es sei ausgeschlossen, dass US-Soldaten libyschen Boden betreten. Die libysche Opposition müsse den Kampf am Boden führen. Die Alliierten müssten die Unterstützung aus der Luft sichern. Er sprach sich für eine bessere Kooperation der Nato-Kräfte mit den libyschen Rebellen aus.
Es müsse mindestens erreicht werden, dass Ghadhafi nicht länger unschuldige Zivilisten töten oder bedrohen könne. «Wir haben enorme Fortschritte in Libyen gemacht», sagte Obama. «Wir haben viele Menschenleben gerettet.»
Auf die Frage, ob Grossbritannien in Libyen Kampfhelikopter einsetzen werde, sagte Cameron, es müssten alle Optionen geprüft werden. Es sei aber wichtig, dass man innerhalb der von der UN-Resolution festgelegten Möglichkeiten bleibe. (sda) -
Was bereits geschah
Obama trifft David Cameron
US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron haben sich heute in London zu Gesprächen getroffen. Nach einer kurzen Fahrt vom Buckingham Palast, wo er übernachtet hatte, traf Obama am Regierungssitz Downing Street 10 ein.
Bei dem Treffen ging es vor allem um die Militäreinsätze in Libyen und Afghanistan. Am Nachmittag gaben Obama und Cameron eine gemeinsame Pressekonferenz. Danach hält der US-Präsident seine lang erwartete Rede vor beiden Kammern des britischen Parlamentes. -
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Erstellt: 25.05.2011, 16:11 Uhr
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