«Wir müssen ihre Mission beenden»
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Der Chef der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) gab seine Bewerbung um das höchste Staatsamt am Montag bekannt. «Das tragisch unterbrochene Leben des Präsidenten und der Tod der patriotischen Elite Polens bedeuten für uns eins: Wir müssen ihre Mission beenden», hiess es in einer Erklärung von Jaroslaw Kaczynski.
Ursprünglich wollte die PiS bei der zunächst für diesen Herbst geplanten Wahl den Amtsinhaber Lech Kaczynski unterstützen. Nach seinem Tod beim Flugzeugabsturz nahe Smolensk in Westrussland vor gut zwei Wochen waren für den 20. Juni vorgezogene Präsidentenwahl angesetzt worden.
Liberal-konservativer Gegner
Jaroslaw Kaczynski gilt als der einzige Oppositionspolitiker, der dem Kandidaten der liberal-konservativen Regierungspartei - Bürgerplattform (PO), Bronislaw Komorowski, Paroli bieten könnte. Der 60-jährige Kaczynski hatte im Herbst 2005 seine Partei zum überraschenden Sieg bei der Parlamentswahl geführt und in den Jahren 2006 bis 2007 als Ministerpräsident das Kabinett selbst geleitet.
Seine Politik, die durch tiefes Misstrauen gegenüber Deutschland und Russland geprägt ist, führte zu Spannungen mit Polens Nachbarn. Seit Herbst 2007 muss der Politiker die Oppositionsbank drücken.
Urnengang schon für Juni geplant
Die Polen werden am 20. Juni einen Nachfolger für den tödlich verunglückten Präsidenten wählen. Den Termin für die vorgezogene Wahl des neuen Staatsoberhauptes hatte Parlamentschef Bronislaw Komorowski bereits vor mehr als einer Woche in Warschau offiziell bekannt. Die Abstimmung sollte ursprünglich im Herbst stattfinden.
Komorowski selbst gilt als Favorit für die Wahl. Er war bereits Ende März von der Regierungspartei Bürgerplattform PO als Kandidat für das Präsidentenamt aufgestellt worden. Nach Kaczynskis Tod hatte der 57-Jährige die Geschäfte des Staatsoberhauptes übernommen, wie es die polnische Verfassung vorschreibt.
Ein Schock für das ganze Land
Jaroslaws Zwillingsbruder Lech war am 10. April beim Absturz der polnischen Präsidentenmaschine ums Leben gekommen. Kaczynski war mit einer ranghohen Delegation auf dem Weg zu einer Gedenkfeier in Katyn gewesen, als die Maschine im Westen Russlands abstürzte. Alle 96 Insassen starben.
(raa/afp/sda)
Erstellt: 26.04.2010, 14:23 Uhr
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