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Wie Nicolas Sarkozy der UMP geschadet hat

Von Jean-Noël Cuénod, Paris, «Tribune de Genève». Aktualisiert am 19.06.2012 4 Kommentare

Der haushohe Sieg der Sozialisten bei den Parlamentswahlen in Frankreich wirft die Frage auf, wie es mit der bürgerlichen UMP weitergeht. Wie Ex-Präsident Sarkozy die noch junge Partei zertrümmert hat.

1/5 Das ehemalige bürgerliche Bündnis ist schwer zerrüttet: Nicolas Sarkozys Flirt ...
Bild: AFP

   

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Jean-Noël Cuénod ist Korrespondent für die «Tribune de Genève» in Paris. Die welsche Tageszeitung gehört zur Tamedia AG und ist im Internet seit Januar 2012 Partner im Newsnet von «Tages-Anzeiger», «Berner Zeitung», «Basler Zeitung», «Der Bund», «24 Heures» und «Le Matin».

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Die ehemalige Regierungspartei UMP ist am Boden. Zumindest in ihrer heutigen Form. Der von Nicolas Sarkozy eingeschlagene Rechtskurs hat das ehemalige bürgerliche Bündnis schwer zerrüttet. Sarkozys Flirt mit dem rechtsextremen Front National hat nicht nur fremdenfeindliche Äusserungen salonfähig gemacht, sondern die UMP auch tief gespalten.

Einen solchen Rechtskurs konnte die erst 2002 gegründete Partei nicht verkraften. Einst ein Bündnis von gaullistischen Strömungen und zentristischen, EU-freundlichen und liberalen Kräften, drückte Sarkozy die UMP in die rechte Ecke und machte Patrick Buisson, den ehemaligen Chefredaktor des rechtsextremen Blattes «Minute», zu seinem Berater. Der Widerstand in den eigenen Reihen liess nicht lange auf sich warten: 2011 verfasste die ehemalige Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet ihr Pamphlet «Die antinationale Front» und setzte sich damit auf die Abschlussliste von Marine Le Pen. Heute steht das Bündnis vor einem Scherbenhaufen.

Fusionen mit Le Pens Rechtsextremen

Obschon Sarkozys Rechtskurs wohl zur Doppelschlappe bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen geführt hat, bleibt die UMP für zahlreiche Abgeordnete und Wähler weiterhin attraktiv, insbesondere in den östlichen Regionen Frankreichs. Es ist somit nicht ausgeschlossen, dass fremdenfeindlich eingestellte Elemente der UMP mit der rechtsextremen Partei von Marine Le Pen fusionieren.

Auch die Sympathisanten der gaullistischen Ecke, welche zwar konservative Werte vertreten, aber rechtsextreme Ansichten ablehnen, müssen sich wieder Gehör verschaffen. Dies wird ihnen jedoch nur gelingen, wenn sie die in Frankreich traditionell eher schwach vertretenen Zentristen für sich gewinnen können.

François Bayrous Mouvement Démocrate (MoDem) ist mit nur zwei Abgeordneten im Parlament vertreten. Eine Stärkung dieser zentristischen Kräfte ist dringend nötig, wenn man die Neogaullisten nicht allein gegen die aufstrebenden Rechtsextremen kämpfen sehen möchte. Beim kommenden Parteikongress im November wird sich zeigen, ob die UMP der Herausforderung gewachsen ist.

Übersetzung: Corina Friedli. (Tribune de Genève)

Erstellt: 19.06.2012, 11:45 Uhr

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4 Kommentare

Edith Habermann

19.06.2012, 12:23 Uhr
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Noch viel mehr hat Nicolas Sarkozy der UMP geschadet mit seinem egozentrischen und arroganten Gehabe. Er zelebrierte Vetterliwirtschaft auf höchstem Niveau. Er hat offenbar einfach nicht kapiert, dass Frankreich keine Monarchie mehr ist und sich die Qualität eines Politikers nicht an der Anzahl von Auftritten in Klatschheftlis messen lässt. Hochmut kommt vor dem Fall. Antworten


Werner Hebeisen

19.06.2012, 17:18 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Sarkozy hat nach seiner Wahl Fehler begangen, die Ihm nie mehr verziehen wurden.
Das war der Hauptgrund- meiner Ansicht nach- seiner Abwahl. Bei näheren Hinschauen kommt zu Tage, dass nicht für die PS gestimmt wurde sondern hauptsächlich gegen Sarkozy. Die Rechnung Hollande's ist aufgegangen nur muss er ab jetzt geradestehen und dabei könnte es, bei seiner Erfahrung, sehr schnell schief laufen.
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