Ausland
Warten auf Sarkozys silbrige Kugel
Von Mirko Plüss. Aktualisiert am 03.05.2012 22 Kommentare
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In der letzten TV-Debatte vor der französischen Präsidentenwahl lieferten sich die beiden Kandidaten Nicolas Sarkozy und François Hollande ein wahres Wortgefecht. Der deutsche «Spiegel» spricht von der «aggressivsten Debatte, die es in einem französischen Präsidentschaftswahlkampf je gab».
In den französischen Medien gilt Sarkozy mehrheitlich als Verlierer, er habe sich mit seinen verbalen Angriffen an seinem Gegner «die Zähne ausgebissen». Hollande präsidierte die Debatte, schreibt exemplarisch die Zeitung «Libération». Hat der Präsident die Wahl schon verloren?
Überraschung im letzten Moment?
«Sarkozy ist ein ausgezeichneter Rhetoriker, dieses Mal stach dieser Trumpf allerdings nicht mehr», sagt Politikberater Mark Balsiger gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Sarkozy sei zwar angezählt, aber noch nicht am Boden, glaubt Balsiger. «Es ist wahrscheinlich, dass sich bis zum Wahlsonntag nicht mehr viel verändert.» Doch gelte bei allen Politikkampagnen stets das Sprichwort: «Keep the silver bullet for the end.»
Bei dieser «silbrigen Kugel» handelt es sich um eine Überraschung oder eine Kehrtwende im Wahlkampf, welche die Kampagnenberater noch im letzten Moment hervorzaubern. «Sarkozys Silver Bullet müsste jetzt abgeschossen werden, damit sein Kontrahent doch noch fällt», so Balsiger. Laut dem Wahlkampfexperten beinhaltet jede professionelle Kampagnenplanung auf höchster Stufe ein solches Überraschungsmoment.
Gerade bei den Franzosen sei eine «Kugel» im letzten Moment durchaus denkbar, sagt Balsiger. In Frankreich würden die Wahlkämpfe ähnlich versiert geführt wie in Grossbritannien oder den USA. «Das Ziel muss eine massive Verunsicherung der Wählerschaft sein, damit sich grosse Teile im letzten Moment doch noch von einem Gegenkandidaten abwenden oder sich ihrer Stimme enthalten.»
«Man sollte ihn nicht abschreiben»
Auch Roman Jäggi, unabhängiger Politberater und ehemaliger SVP-Pressesprecher, glaubt nicht, dass Sarkozy schon komplett abgeschrieben werden könne. «Dieser Mann ist ein Stehaufmännchen. Am stärksten wurde er jeweils, wenn die Kritik an seiner Person am grössten wurde», sagt der Kampagnenexperte. Hollande sei zwar momentan besser aufgestellt, doch Jäggi erinnert daran, dass Sarkozy nicht einmal alle Front-National-Stimmen brauche, um doch noch zu reüssieren. «Man sollte ihn definitiv noch nicht abschreiben.»
Für das Ende eines so lange geführten Wahlkampfes existierten grundsätzlich zwei unterschiedliche Szenarien: «Entweder stimmt die persönliche Gefühlslage des Kandidaten mit der Stimmung in der Wählerschaft überein, oder er ist für deren Anliegen absolut blind und taub geworden», so Jäggi. Unter Druck könne ein angezählter Kandidat seiner eigenen Partei sogar schaden, sagt Jäggi. «Gegen den Schluss hin wird jeder Wahlkampf extremer, dann steigt die Nervosität und damit auch die eigene Verunsicherung.»
Ob es im französischen Präsidentschaftswahlkampf noch zur Überraschung kommt, weiss man am Sonntagabend. Dann stehen die Ergebnisse definitiv fest. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.05.2012, 13:36 Uhr
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22 Kommentare
Ich empfand Sarkozy schon immer als extrem unsymphatisch trotzdem ziehe ich den Sarkozy trotz seiner Vorliebe zur französischer Elite vor.Hollande bez. die Sozialisten wären der Untergang Frankreichs,wozu Sozialisten fähig sind haben Spanien und Co. eindrücklich bewiesen.Ausser den Staatsapparat aufzublähen und die Steuergeldern ins Jenseits zu befördern bekommen die Sozialisten wenig zustande. Antworten
Sarko muss sich an die jungen Franzosen wenden und Ihnen versichern dass er es wirklich Ernst meint...Sein Auftritt gestern war genial,(Inhaltlich) aber er hat einfach diese nervöse Note die medial nicht so gut rüberkommt! Ich wette er gewinnt! Antworten
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