Ausland
Hollande siegt – Le Pen überraschend stark
Aktualisiert am 22.04.2012 60 Kommentare
(ami/wid/sda)
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Zusammenfassung
Machtwechsel ist nah – Le Pen überrascht
Im Duell um das Präsidenten-Amt in Frankreich treten in zwei Wochen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und sein Herausforderer François Hollande gegeneinander an. Im ersten Wahlgang am Sonntag holte der Sozialist Hollande nach Hochrechnungen 28,4 bis 29,3 Prozent. Er siegte damit wie erwartet vor dem Konservativen Sarkozy, der auf 25,5 bis 27 Prozent kam.
Für die grosse Überraschung des Wahlabends sorgten die Rechtsextremen. Front-National-Chefin Marine Le Pen holte knapp 20 Prozent der Stimmen. Nie zuvor schnitt die von ihrem Vater gegründete Partei bei einer Präsidentschaftswahl besser ab.
Buhlen um die Restwähler
Hollande und Sarkozy müssen nun bis zum Duell in zwei Wochen versuchen, die Anhänger der acht unterlegenen Kandidaten auf ihre Seite zu bringen. Der Kandidat der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon, und die Grünen-Kandidatin Eva Joly riefen bereits zur Unterstützung Hollandes auf.
Marine Le Pen will sich erst am 1. Mai zu einer möglichen Wahlempfehlung äussern. «Die Schlacht um Frankreich hat erst begonnen, nichts wird mehr so sein wie vorher. Das ist erst der Anfang», rief sie ihren Anhängern zu.
Der Kandidat der Linksfront, Mélenchon, begründete seine Unterstützung für Hollande mit den Worten: «Es geht darum, die Tendenz umzudrehen, die in Europa alle Völker unter dem Joch der Achse Sarkozy-Merkel unterdrückt.» Der den Kommunisten nahestehende Politiker kam nach den Hochrechnungen auf 10,6 Prozent der Stimmen.
Steuern, Bildung, Beschäftigung
Als Kernprojekte in Hollandes Wahlprogramm gelten eine umfassende Reform des Steuersystems und Massnahmen in den Bereichen Bildung und Beschäftigung. So sollen Besserverdiener und Unternehmen stärker belastet werden und 60'000 neue Jobs an Schulen geschaffen werden.
Sarkozys Lager kritisierte die Wahlversprechen Hollandes als Gefahr für den Wirtschaftsstandort Frankreich. Das Land kämpft mit riesigen Staatsschulden und verlor im Januar bei seiner Kreditwürdigkeit die Topnote «AAA» der Ratingagentur Standard & Poor's.
Der in einem Popularitätstief steckende Sarkozy trat im Wahlkampf als Kandidat eines «starken Frankreichs» an - mit den Zielen, das Budgetdefizit zu reduzieren, die Ausländerpolitik zu verschärfen und den Verwaltungsapparat auszudünnen.
Historische Abwahl?
Sollte Sarkozy die Stichwahl nicht gegen Hollande gewinnen, wäre er der erste französische Präsident seit Valéry Giscard d'Estaing 1981, der als Amtsinhaber vor einem zweiten Mandat abgewählt wird.
Insgesamt hatten sich zehn Kandidaten für das höchste Staatsamt beworben. Die Wahlbeteiligung war mit 78,7 Prozent überraschend hoch. (sda) -
21.48 Uhr
Sarkozy wendet sich nach rechts
Amtsinhaber Nicolas Sarkozy hat sich nach seiner Niederlage in der ersten Runde den Wählern am rechten Rand zugewandt. Die Rechtspopulistin Marine Le Pens hatte fast 20 Prozent erreicht. Damit brächten die Menschen «ihre Sorge, ihr Leiden und ihre Angst zum Ausdruck, und ich verstehe diese Angst», sagte Sarkozy in Paris. Es gehe den Menschen um die Beherrschung der Zuwanderung, den Wert der Arbeit und um Sicherheit.
Mit der Stichwahl gegen den Sozialisten François Hollande am 6. Mai komme für das Land der entscheidende Augenblick, in dem zwei Persönlichkeiten auf einander stiessen, sagte Sarkozy. Er verlangte, dass es bis dahin drei Fernseh-Duelle geben solle. Hollande will nur ein Duell, wie es in Frankreich Tradition ist.
Hollande wird laut einer Umfrage vom Wahlabend auch die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl gewinnen: Laut einer telefonischen Erhebung des Pariser Ifop-Institutes unmittelbar nach den ersten Prognosen würden sich 54,5 Prozent der Wähler für Hollande entscheiden, 45,5 Prozent für den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy stimmen. Besonders beliebt ist Hollande demnach bei den Wählern unter 35 Jahren. Sarkozy hingegen überzeugt vor allem Franzosen über 65 Jahre. (dapd) -
21.20 Uhr
«Ich will einen Sieg»
Der Etappensieger wendet sich an seine Anhänger: «Ich bin nach dem ersten Wahlgang an der Spitze», beginnt er. «Wir werden unser Land verändern, die Finanzindustrie kontrollieren und unsere Staatsschulden in Angriff nehmen.»
Nie zuvor habe der FN einen solchen Erfolg erzielt. Für dieses «neue Signal» machte er Nicolas Sarkozy verantwortlich. Das sei «eine Sanktion für die abgelaufene Amtszeit», sagte Hollande. Nun müsse Frankreich zusammenstehen gegen rechts. «Alle, und ich denke vor allem an die Jugend. Ich werde der Jugend eine Chance geben.»
«Ich weiss, dass man mich vom Ausland aus beobachtet», meint er schliesslich. «Wir müssen Europa auf den Weg des Wohlstandes und des Wachstums zurückführen. Ich will einen Sieg, einen schönen Sieg. Ich werde die Franzosen weiter mobilisieren», schliesst er. -
21.08 Uhr
Lionel Jospin, sozialistischer Kandidat bei den Wahlen von 1995 und 2002, äussert sich. Er gewann 1995 den ersten Wahlgang, unterlag aber im zweiten. Ob sich dieses Szenario auch bei Hollande wiederholen könne? «Damals waren die Verhältnisse anders», sagt Jospin. «Wir hatten zwei Amtszeiten (des Sozialisten) Mitterrand hinter uns, das stärkte die Rechten. Heute liegt der Vorteil bei uns Sozialisten.»
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21.00 Uhr
Linke rufen zu Unterstützung für Hollande auf
«Die extreme Rechte kommt auf eine hohes Niveau», bilanziert Jean-Luc Mélenchon (Bild) vor seinen Anhänger. «Es gibt nichts zu verhandeln», so Mélenchon, der im ersten Wahlgang auf 11,7 Prozent kam. «Geht heraus am 6. Mai, der Kampf geht weiter.» Er ruft seine Anhänger dazu auf, im zweiten Wahlgang François Hollande zu unterstützen – ohne diesen jedoch explizit zu nennen.
Dies tut auch die Grüne Kandidatin Eva Joly, die 2 Prozent der Stimmen erzielte. Sie rief ihre ANhänger dazu auf, alles zu tun, «damit unser Land den Sarkozysmus hinter sich lassen kann.» -
20.58 Uhr
Was macht Le Pen ?
Marine Le Pen wendet sich an ihre Anhänger: «In unserem Frankreich der Kirchtürme», beginnt sie, «haben alle, die noch arbeiten und leisten die blaue Welle aufsteigen lassen. Bravo und Merci!»
Marine Le Pen wird zwar nicht in die Stichwahl kommen – doch mit ihren 20 Prozent Wähleranteilen hat sie eine entscheidende Macht. Wie sie vorgehen wird, hat sie nicht gesagt.
Wird sie ihren Wählern empfehlen, Nicolas Sarkozy zu wählen? Der Präsident ihres Unterstützungskomitees hat den Hinweis geliefert, dass Le Pen die Position des FN am 1. Mai bekannt geben werde.
Auch der Zentrumspolitiker Bayrou, der auf rund 8,5 Prozent der Stimmen kam, legte sich noch nicht fest. Er kündigte lediglich an, dass er den beiden Kandidaten zuhören und dann «seine Verantwortung» annehmen werde. -
20. 37 Uhr
Kämpferischer Fillon
François Fillon, Premierminister von Nicolas Sarkozy, hat sich kurz nach bekanntwerden der Resultate als guter Verlierer gezeigt: «Die Ergebnisse zeugen von der Vielfalt der Franzosen und müssen respektiert werden.» Weiter sagte er: «Heute Abend ist noch nichts entschieden.» In diesen schweirigen Zeiten brauche es einen echten Staatschef. Sarkozy sei zwar ungerechtfertigt angegriffen worden wie kein zweiter. «An seinem Willen gibt es aber nichts zu zweifeln.» -
20.25 Uhr
Vater von Le Pen zufrieden
Jean-Marie Le Pen, Ehrenpräsident des Front National, zeigt sich in einem Interview mit France 2 sehr zufrieden mit dem Resultat seiner Tochter Marine, die rund 20 Prozent der Stimmen holte. Er beklage sich nicht, dass sie «schneller rennt als ich». Viele Franzosen hätten begriffen, dass die einzige Stimme für den Erfolg jene seiner Tochter sei, die Stimme «für eine nationale Politik, die den Franzosen Vorrang gibt.»
Im Weiteren meinte Le Pen, dass «Nicolas Sarkozy geschlagen ist». Dieser Ansicht widersprach Alain Juppé, der amtierende Aussenminister: «Nichts ist entschieden», sagte er in einer ersten Stellungnahme. Sarkozy habe sich sehr gut geschlagen. (vin) -
20.03 Uhr
Hollande deutlich vor Sarkozy
Francois Hollande hat mit gut anderthalb Punkten Vorsprung vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl gewonnen.
Laut der Zeitung «Le Monde» kommt Hollande auf 28,4 Prozent, Sarkozy auf 25,5 Prozent.
Marine Le Pen überrascht mit einem Resultat von 20 Prozent, der Linklskandidat Mélenchon kommt auf 11,7 Prozent. Der Zentrist Bayrou muss sich mit 8,5 Prozent begnügen. (ami) -
19.46 Uhr
«Le Pens Wähler verstehen»
Ségolène Royal (Bild), sozialistische Kandidatin von 2007 und Ex von François Hollande, gibt sich bereits siegessicher: «Wir haben den ersten Wahlgang gewonnen», zitiert sie der «Figaro». Angesichts des überraschend guten Abschneidens von Marine Le Pen sei nun aber Überzeugungskraft gefordert: «Der FN hat sich verbessert, es bringt nichts das zu verdrängen. Das war eine Protestwahl (...) wir müssen uns jetzt um diese Wähler kümmern, sie verstehen.» -
19.20 Uhr
Resultate-Embargo fällt
Das Verbot des französischen Staats, Hochrechnungen zur Präsidentschaftswahl vor 20 Uhr zu veröffentlichen, ist faktisch hinfällig geworden. Westschweizer und belgische Nachrichtenportale haben bereits geschätzte Ergebnisse veröffentlicht. Die französische Nachrichtenagentur AFP hat nun beschlossen, Hochrechungen ihren Kunden, darunter auch Schweizer Medien, zukommen zu lassen. Auf ihrer Webseite wird die AFP bis 20 Uhr keine Resultate veröffentlichen, «um nicht gegen das französische Wahlgesetz zu verstossen».
Gemäss AFP werden wie erwartet François Hollande und Nicolas Sarkozy zur Stichwahl am 6. Mai antreten. Im heutigen Wahlgang kommt der Sozialist Hollande auf 28 bis 29 Prozent, Amtsinhaber Sarkozy bekommt 25 bis 26 Prozent. In einer ersten Stellungnahme sagte Bernard Debré, Abgeordneter der Sarkozy-Partei UMP, dass die zweite Runde zu gewinnen sei. Die sozialistische Abgeordnete Aurélie Filippetti sprach von einem «sehr guten Resultat» von Hollande.
Überraschend stark dürfte heute Marine Le Pen vom Front National abschneiden (16 bis 20 Prozent). Dies zeigen Hochrechnungen der Umfrageinstitute Ipsos und Harris Interactive, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen. Sie holt also einen höheren Wähleranteil als ihr Vater Jean-Marie bei den Präsidentschaftswahlen von 2002, als dieser die Stichwahl erreichte. Hinter Marine Le Pen folgen der Linken-Kandidat Jean-Luc Mélenchon (11 bis 14 Prozent) und François Bayrou von der Zentrumspartei (10 Prozent). (vin) -
Illegales Gezwitscher
Auf Twitter kursieren – illegalerweise – schon seit längerem Hochrechnungen. Unter den Hashtags #presidentielle und #radiolondres spekuliert die französische Twittergemeinde über den Ausgang der Wahl. Viele Tweets sind aber auch scherzhaft gemeint, wie zum Beispiel dieser hier , der ein Bild eines Umzugs-Camions vor dem Elysée-Palast kommentiert mit: «Brauche keine Hochrechnungen, dieses Bild reicht.»
Das französische Wahlgesetz schreibt vor, dass bis zur Schliessung der Wahllokale um 20.00 Uhr keine Hochrechnungen veröffentlicht werden dürfen. Die Busse darauf kann bis zu 75'000 Euro betragen. (ami) -
17.27 Uhr
Unerwartet hohe Wahlbeteiligung
Gemäss dem Innenministerium in Paris liegt die Wahlbeteiligung bei 70,59 Prozent – das ist weniger als bei den Präsidentschaftswahlen 2007. Damals hatten um 17 Uhr 73,87 Prozent der Franzosen bereits gewählt. Im Jahr 2002 dagegen lag die Wahlbeteiligung zu dieser Zeit bei lediglich 58,5 Prozent. Umfrageinstitute schätzen, dass bis zur Schliessung der letzten Wahllokale rund 80 Prozent gewählt haben werden – rund 4 Prozent weniger als 2007.
Nutzniesser der sich abzeichnenden hohen Mobilisation in diesem Jahr könnte vor allem Hollande sein. In dessen Stammland, dem südwestlichen Departement Gers, lag die Beteiligung bereits am Mittag bei knapp 40 Prozent, während im Durchschnitt nur etwas über 28 Prozent ihre Stimme abgegeben hatten.
«Blick auf Spanien»
Allerdings dürfte auch Sarkozy profitieren. Der hatte seine Wähler zu den Urnen gedrängt, um einen wirtschaftlichen Niedergang des Landes durch einen Sieg Hollandes zu verhindern. «Mit Blick auf die Probleme Spaniens haben die Franzosen offenbar erkannt, dass die Wahl für die Zukunft ihres eigenen Landes eine grössere Rolle spielt», sagte der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris, Norbert Wagner.
70 Prozent der Wahllokale des Landes sind bis 18 Uhr offen. Die Wahllokale in den grossen Städten schliessen um 20 Uhr. Dann sollen auch die ersten Hochrechnungen veröffentlicht werden. Insgesamt scheint die Präsidentschaftswahl 2012 die Menschen stärker zu mobilisieren als erwartet. Wahlberechtigt sind rund 44 Millionen Französinnen und Franzosen. (vin/dapd) -
17.12 Uhr
Trotz offizieller Informationssperre für die französischen Medien sind erste Zahlen zum Abschneiden der Präsidentschaftskandidaten im Umlauf. Unsere Partner von der Genfer «Tribune de Genève» etwa haben erste Resultate aus den Überseedepartementen veröffentlicht:
Auf den Inseln Saint-Pierre und Miquelon kommt Herausforderer Hollande auf 33,75 Prozent der Stimmen. Er schnitt damit besser ab als die sozialistische Kandidatin von 2007 (26,64 Prozent).
Amtsinhaber Sarkozy erhält dort mit 18,75 Prozent wesentlich weniger Stimmen als vor vier Jahren (24,55 Prozent). -
16.51 Uhr
Der einstige Hoffnungsträger der Sozialisten, Dominique Strauss-Kahn, hat seine Stimme abgegeben. Ohne eine Reihe von Sex-Skandalen wäre DSK heute an der Stelle von Hollande – und hätte die Wahl aller Voraussicht nach gewonnen.
Strauss-Kahn erschien dennoch lächelnd und entspannt wirkend in einem Wahllokal in Sarcelles nördlich von Paris. Fotografen umlagerten den 62-Jährigen, der aber keinen Kommentar abgab. Strauss-Kahn war in Begleitung seines Vertrauten François Pupponi, des stellvertretenden Bürgermeisters von Sarcelles. (sda)
Dominique Strauss-Kahn geht wählen. -
Video
Nicolas Sarkozy und Première Dame Carla Bruni im Stimmlokal. -
12.20 Uhr
«Neuer Atem für das Land»
Der sozialistische Kandidat François Hollande hat bei der Stimmabgabe die Präsidentschaftswahlen als «wichtigen Moment» in der Geschichte Frankreichs bezeichnet. «Ich muss meinem Land neuen Lebensatem geben und ein neues Bekenntnis für Europa abgeben.» In Begleitung seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler gab der 57-jährige Favorit seine Stimme in seinem Wahlkreis Tulle in der Region Corrèze ab.
Sarkozy ohne Kommentar
Amtsinhaber Nicolas Sarkozy wählte in dem bürgerlichen 16. Arrondissement von Paris, ohne einen Kommentar abzugeben. Der Konservative erschien zusammen mit seiner Frau Carla Bruni. Sarkozy lag in letzten Umfragen sowohl für den ersten Wahlgang als auch für die Stichwahl am 6. Mai hinter Hollande. (dapd) -
Ausgangslage
In Frankreich findet heute die erste Runde der Präsidentenwahl statt. Seit 8 Uhr können rund 44 Millionen Wähler über den nächsten Staatschef des zweitgrössten EU-Landes abstimmen, der überdies in Europa über eine unvergleichliche Machtfülle verfügt.
Aus dem heutigen ersten Wahlgang dürften zunächst zwei Kandidaten hervorgehen, die sich am 6. Mai einer Stichwahl stellen. Zuletzt hatten Umfragen den sozialistischen Herausforderer François Hollande vorne gesehen, der amtierende konservative Präsident Nicolas Sarkozy kommt demnach auf den zweiten Platz.
Nichtwähler könnten für Verschiebung sorgen
Auf mehr als zehn Prozent könnten in der ersten Runde aber auch drei weitere Kandidaten kommen: Die Rechtsextreme Marine Le Pen lag in den Umfragen zuletzt bei um die 16 Prozent, dicht gefolgt von dem Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon mit rund 14 Prozent. Dem Zentrumspolitiker François Bayrou werden etwa zehn bis elf Prozent vorhergesagt.
Wohin diese Stimmen im zweiten Wahlgang gehen, wird für den Ausgang entscheidend sein. Hollande kann mit den Stimmen von Mélenchon rechnen, Sarkozy mit jenen Le Pens. Offen ist, wie sich François Bayrous Wählerschaft auf die beiden Spitzenkandidaten verteilt.
Franzosen in Übersee haben bereits gewählt
Die Wahllokale sind bis 18 Uhr, in grossen Städten bis 20 Uhr geöffnet. Erst danach werden die ersten Hochrechnungen veröffentlicht. Die Stimmberechtigten in den französischen Überseegebieten wählten bereits gestern. Die Ergebnisse werden so lange unter Verschluss gehalten, um die Wahl nicht zu beeinflussen. Das französische Staatsoberhaupt wird für fünf Jahre gewählt.
Zentrale Wahlkampfthemen waren die Konsolidierung der Staatsfinanzen und die Schuldenkrise in der Eurozone. Die laufende Amtszeit endet offiziell am 15. Mai. (sda)
Die Resultate der übrigen Kandidaten: Marine Le Pen 15,81 Prozent, Jean-Luc Mélenchon 15,17 Prozent, François Bayrou 7,37 Prozent.
In Guadeloupe zieht Hollande gar mit 57 Prozent davon (2007: 38 Prozent), Sarkozy muss sich mit 23,4 Prozent begnügen (2007: 42,63 Prozent). Hier liegt Mélenchon mit 5,38 Prozent vor Le Pen (5,16 Prozent).
In Guayana räumt Hollande mit 42,73 Prozent ab, Sarkozy hat mit 27,03 Prozent das Nachsehen. Le Pen liegt mit 10,5 Prozent auf Platz drei, Mélenchon kommt nur auf 7,91 Prozent.
Auf der Insel St. Martin präsentiert sich die Lage weniger eindeutig: Hollande liegt dort mit 35,32 Prozent zwar ebenfalls vorne. Sarkozy ist ihm aber dicht auf den Fersen mit 34 Prozent. Le Pen macht 12,5 Prozent, Mélenchon 6,36 Prozent, Bayrou 6,34 Prozent.
Die Resultate aus den Überseedepartementen sind nur begrenzt repräsentativ. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage dürften dort besonders viele Proteststimmen anfallen. (ami)
Erstellt: 22.04.2012, 22:48 Uhr
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60 Kommentare
Ich erwarte eigentlich nicht, dass der Uebergang zu Hollande sehr viel Konkretes aendern wird; leider. Aber sein Auftreten ist allemal sympatischer, und es ist schon eine gewisse Genugtuung, wenn der arrogante Schnoesel Sarkozy in die Wueste geschickt wird. Antworten
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