Ausland

Timoschenkos Odyssee zwischen Gefängnis und Krankenhaus

Aktualisiert am 22.04.2012

Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin ist in den letzten Stunden als Patientin zwischen Zelle und Krankenbett gependelt. Julija Timoschenko lehnte jedoch jegliche Behandlung eisern ab.

Gefangen im Straflager: Ein Poster von Julija Timoschenko bei einem Tor zur Strafanstalt Kachanivska in Charkow. (16. März 2012)

Gefangen im Straflager: Ein Poster von Julija Timoschenko bei einem Tor zur Strafanstalt Kachanivska in Charkow. (16. März 2012)
Bild: AFP

Bildstrecke

Chronologie: Der Fall Julija Timoschenko

Chronologie: Der Fall Julija Timoschenko
Die frühere ukrainische Regierungschefin wird Ende 2011 zu sieben Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Sie legt Berufung ein – ohne Erfolg.

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Julija Timoschenko hat am Wochenende eine Odyssee zwischen Gefängnis und Krankenhaus hinter sich gebracht. Zunächst war sie am Freitag in eine Klinik in Charkow verlegt worden, am Sonntag wurde sie dann wieder in die Haftanstalt gebracht. Sie habe eine medizinische Behandlung in dem Krankenhaus kategorisch abgelehnt, hiess es zur Begründung aus der Gefängnisverwaltung.

Timoschenkos Büro teilte mit, die frühere Regierungschefin sei unter Zwang in die Klinik gebracht worden. Ihr Anwalt Sergei Wlasenko nannte die mehrfache Verlegung absurd. Timoschenko hat einen Bandscheibenvorfall erlitten und sollte nach dem Rat von Ärzten der Berliner Charité in einer Spezialklinik behandelt werden.

«Sie hat sich verweigert»

Die schwer erkrankte Politikerin war am Freitagabend vom Straflager 54 in das Krankenhaus der staatlichen Eisenbahngesellschaft gebracht worden. «Genauso schwer bewacht und genauso heimlich hat man Julija Timoschenko wieder zurück in die Haftanstalt gebracht», sagte Wlasenko. Er habe seit Freitagnachmittag keinen Kontakt zu seiner Mandantin, sagte der Anwalt.

«Wir haben Frau Timoschenko mehrfach gefragt, ob sie einer Behandlung zustimmt, doch sie hat sich verweigert», sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Raisa Moiseenko im ukrainischen Fernsehen.

Lange Freiheitsstrafe wegen Amtsmissbrauchs

Die Tageszeitung «Segodnja» berichtet auf ihrer Internetseite, ein Krankenwagen mit Timoschenko sei am Sonntagvormittag von mehreren Polizeifahrzeugen ins nahe gelegene Gefängnis eskortiert worden. Dort verbüsst die Oppositionsführerin eine siebenjährige Haftstrafe. Ein Gericht hatte sie im Oktober vergangenen Jahres wegen Amtsmissbrauchs verurteilt.

Gegen die Führerin der Orangen Revolution war am vergangenen Donnerstag ein zweiter Prozess eröffnet worden. In ihrer Zeit als Energiemanagerin soll sie in den 90er-Jahren Steuern hinterzogen haben. Bei einer Verurteilung drohen ihr weitere sieben Jahren Haft.

Timoschenko lehnt eine Behandlung durch staatliche Ärzte ab, weil sie kein Vertrauen in die vom Gesundheitsministerium gestellten Mediziner habe. In der vergangenen Woche hatten zwei Experten der Berliner Charité einen für die Behandlung von Timoschenko renovierten Flügel des Krankenhauses in Charkow besucht. In einem Gutachten kamen sie zu dem Ergebnis, dass Timoschenko verhandlungsunfähig sei und aufgrund ihrer Krankengeschichte eine monatelange Behandlung benötige. (rub/dapd)

Erstellt: 22.04.2012, 17:00 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre


DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Online-Wettbewerb

Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.