Ausland
Sechs Euro Einkommen deklariert, aber 65 Millionen Euro hinterzogen
Aktualisiert am 25.11.2011 101 Kommentare
Artikel zum Thema
- Das Italien, das Monti erwartet
- Meister der Steuerhinterzieher
- Auf den Spuren der Steuerhinterziehung
- Steuerbusse für Kämpfer gegen Steuerhinterziehung
- Steuerhinterziehung bei Dolce & Gabbana
- Geld unterm BH und in den Schuhen
- Parlamentarier machen Druck im Steuerstreit mit Italien
- Berlusconi will offenbar wieder mit der Schweiz verhandeln
Links
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Der 68-jährige Unternehmer Giovanni M. und seine Frau aus Eraclea bei Venedig waren bis vor kurzem versierte Steuerhinterzieher. In der Steuererklärung für das Jahr 2010 deklarierte das Ehepaar ein Einkommen von sechs Euro. Gleichzeitig verschwieg es, dass es beim Verkauf eines Grundstücks rund 65 Millionen Euro eingenommen hatte. Dieser Betrug am Fiskus ist nun aufgeflogen, wie die Nachrichtenagentur Agenzia Parlamentare vermeldete.
Der Verkauf eines 180 Hektar grossen Grundstücks am Meer war der grösste in der Provinz Venedig in den letzten fünf Jahren. Darum nahmen die Finanzbehörden von Venedig den Immobiliendeal unter die Lupe. Dabei fanden sie heraus, dass ein Unternehmen in Luxemburg den Verkauf des Grundstücks getätigt hatte – und dass dieses Unternehmen Giovanni M. gehört.
Nachsteuern von elf Millionen Euro
Des Weiteren fanden die Finanzbehörden heraus, dass Giovanni M. und seine Frau seit Jahren den Fiskus betrogen hatten. In der Steuererklärung 2009 gaben sie ein Einkommen von lediglich vier Euro an. Und zwischen 1997 und 2008 hatten sie gänzlich darauf verzichtet, eine Steuererklärung auszufüllen.
Das scheinbar clevere Ehepaar kriegt nun eine saftige Rechnung der Steuerbehörde. Die Nachsteuern, die es nun zu begleichen hat, betragen rund elf Millionen Euro. Zudem beschlagnahmte die Steuerbehörde Wertpapiere in der Höhe von 52 Millionen Euro – als Garantien für die Ansprüche des Staates. Doch damit nicht genug: Auch die Auslandsfirmen von Giovanni M. sollen Steuern hinterzogen haben. Gemäss ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich um circa 32 Millionen Euro.
Italiens Fiskus entgehen jährlich 120 Milliarden Euro
Der Fall des Ehepaars aus Venedig zeigt beispielhaft, wie der italienische Fiskus systematisch betrogen wird. Italien gehen jedes Jahr rund 120 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung verloren. Der im Schuldenschlamassel steckende italienische Staat hat das Problem längst erkannt und bereits in der Ära von Silvio Berlusconi den Steuersündern den Kampf angesagt. Auch für den neuen Ministerpräsidenten Mario Monti hat die Bekämpfung der Steuerhinterziehung eine hohe Priorität. (vin)
Erstellt: 25.11.2011, 11:05 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
101 Kommentare
Kein Wunder das ein Land im Schuldensumpf versinkt.Man sollte diesem Unternehmer und seiner Frau 6 Euro in die Hand drücken und nach einem Jahr schauen wieviel sie noch übrig haben.Am besten man enteignet die zwei und gibt es den allerärmsten. Antworten
Ausland
- 11:17Plant Berlusconi einen Anlauf mit neuer Partei?
- 06:36Mob wirft Steine auf Präsidentschaftskandidaten
- 23:08Grosser Andrang vor ägyptischen Wahllokalen
- 21:28«Dieses Ungleichgewicht zerstört die Europäische Union»
- 19:31Weil er die Spur zu Osama bin Laden legte: Arzt muss ins Gefängnis
- 18:03«Das Verhalten von Deutschland weckt Erinnerungen an Kriegszeiten»
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten



