Ausland
«Sarkozy war zum Schluss einfach erbärmlich»
Aktualisiert am 03.05.2012 79 Kommentare
Medien: Kein klarer Sieger
Nach dem TV-Duell zwischen Nicolas Sarkozy und François Hollande sehen Frankreichs Medien in ersten Bilanzen mehrheitlich keinen klaren Sieger. Der Tenor lautete, es sei eine «sehr angespannte und sehr technische Debatte» (»Le Parisien») gewesen. Mit Blick auf die Schärfe des Tons der beiden Kandidaten war von einem «gnadenlosen Duell» die Rede.
Vor allem der im Popularitätstief steckende Sarkozy hatte versucht, bei der Debatte seinen Kontrahenten blosszustellen. So warf er dem Sozialisten vor, keine Konzepte für die notwendige Sparpolitik zu haben. Hollande konterte mit Hinweisen auf die aus seiner Sicht miserable Regierungsbilanz Sarkozys und die hohen Arbeitslosenzahlen.
«Er hat seine Rolle ausgefüllt»
Die von etwa 20 Millionen Franzosen verfolgte Fernsehdebatte sollte vor allem Wechselwähler mobilisieren. Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, betonte im TV-Nachrichtensender BFM, Hollande habe mit seinem Auftreten überrascht und viele seiner Kritiker Lügen gestraft. «Er hat seine Rolle ausgefüllt», sagte sie.
Meinungsforscher hatten Hollande am Mittwoch vor dem TV-Duell bei 53,5 bis 54 Prozent gesehen, Sarkozy bei nur 46 bis 46,5 Prozent. Etliche Wähler hatten sich aber noch als unentschlossen bezeichnet.(sda)
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Mit dem grossen TV-Duell zwischen Nicolas Sarkozy und François Hollande ist am Mittwochabend die letzte Phase des französischen Präsidentschaftswahlkampfs eingeläutet worden. Schon kurz nach der Fernsehdebatte kommentierte Frankreichs Politik den Schlagabtausch zwischen den beiden Kontrahenten.
«François Hollande bewegte sich in sämtlichen Themen auf einer Höhe, die man von einem Präsidenten erwartet», meinte die Sozialistin Martine Aubry und ehemalige Herausforderin Hollandes zu dessen Leistung in der Fernsehdebatte gegen Sarkozy. Sie denke, so zitiert «Le Figaro» die Politikerin, dass die Debatte gegen den jetzigen Staatspräsidenten aufgezeigt habe, was eine Präsidentschaft Hollandes ausmachen würde: einen deutlichen Kurs, wiedergefundene Werte Frankreichs, präzise Antworten und klare Prioritäten.
Jean-Luc Mélenchon, der mit seiner Linksfront auf Position vier aus der ersten Runde des Wahlkampfes gegangen war, zeigte sich laut der Zeitung «Le Parisien» mit Hollandes Leistung ebenfalls zufrieden. Harte Worte findet er indes für Nicolas Sarkozys Auftritt vom gestrigen Abend: «Sarkozy hat seine Zeit mit Herumhampeln und Debattieren verbracht, das war am Schluss einfach nur erbärmlich und schludrig.»
«Jetzt weiss man, wozu ich fähig bin»
«Millionen von Franzosen konnten selber den Moment der Wahrheit mitverfolgen», kommentierte Ségolène Royal die Fernsehdebatte feierlich. «François hat die Duelle klar dominiert, und dies mit Authentizität und Ehrlichkeit», meinte Nicolas Sarkozys sozialistische Herausforderin im Wahlkampf 2007 und ehemalige Lebensgefährtin von Hollande weiter.
Auf die Seite Sarkozys schlug sich derweil erwartungsgemäss Nadine Morano. Die Ministerin für Berufsbildung ist der Meinung, dass der Präsident während der Debatte von Hollande beleidigt und angefahren wurde. Nicolas Sarkozy selber nahm François Hollandes Angriffslust gelassen. Laut dem «Figaro» sagte er anschliessend an das Fernsehduell: «Ich bin nicht der Einzige, der François Hollande als aggressiv wahrgenommen hat. Aber das ist nun einmal seine Persönlichkeit.» Er habe die Debatte als interessant wahrgenommen. Nun liege es am französischen Volk, seine Entscheidung zu treffen.
Sarkozys sozialistischer Herausforderer zeigte sich derweil auch nach dem Duell kämpferisch. Beim Verlassen der Studios von France Télévisions sagte er: «Jetzt wissen die Franzosen ganz genau, zu was ich fähig bin.» Gleichzeitig räumte François Hollande ein, dass es während der Debatte durchaus schroffe Momente gegeben habe. (kpn)
Erstellt: 03.05.2012, 09:05 Uhr
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79 Kommentare
lieber ein langweiler als präsident als ein heuchler! sarkozy hatte seine chance und nur heisse luft produziert und hollande wird sich auch nur noch der finanzkriese bzw. dem diktat deutschland anpassen dürfen. wird alles nicht so heiss gegessen, wie gekocht. wie immer. Antworten
Ich habe einen grossen Teil der Debatte mitverfolgt und fand FH zu oft unpräzise und vor allem bei seinem Schlusswort arrogant : 16x "Moi, président, je...". Die Frage lautete : was für ein Präsident gedenken sie zu sein, FH antwortet was für ein Präsident er nicht sein werde, mit nicht endenden Seitenhieben gegen NS. NS dagegen stellte sich nicht als fehlerlos dar... Antworten
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