Ausland
Sarkozy und die Affäre Bettencourt
Undurchsichtige Beziehungen: L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt. (Bild: Keystone )
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Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich hat Staatschef Nicolas Sarkozy den Vorwurf der illegalen Finanzierung seines Wahlkampfes im Jahr 2007 zurückgewiesen. Sarkozy sprach am Dienstag mit Blick auf die Vorwürfe von «Stinkbomben», die in jedem Wahlkampf geworfen würden. Er hob im Sender Canal+ hervor, dass die zuständige Kommission seine Wahlkampffinanzierung 2007 gebilligt habe. Einnahmen und Ausgaben seien «Millimeter für Millimeter» kontrolliert worden.
Im westfranzösischen Bordeaux laufen Ermittlungen im Zusammenhang mit den Affären um L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt. Dabei geht es auch um Gelder, die illegal in den Wahlkampf Sarkozys geflossen sein könnten. Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil prüft unter anderem zwei Bar-Abhebungen von Bettencourts Konten in Höhe von je 400'000 Euro im Februar und April 2007. Beide Abhebungen erfolgten in zeitlicher Nähe zu mutmasslichen Treffen mit Sarkozy-Vertrauten oder sogar Sarkozy selbst. Mehrere Zeugen sagten aus, dass Sarkozy Geld für seinen Wahlkampf erhalten haben soll.
Treffen mit André Bettencourt
Sarkozy räumte am Dienstag ein, dass er den inzwischen verstorbenen Ehemann der Milliardärin, André Bettencourt, möglicherweise im Februar 2007 während des Wahlkampfes getroffen haben könnte. Dies hatte das Magazin «Express» berichtet. Der Präsident hob aber hervor, er sehe nicht, wo dabei das Problem sein solle. Er sei 20 Jahre lang Bürgermeister im Pariser Vorort Neuilly gewesen, wo auch die Bettencourts wohnten. Zudem sei er politisch ebenfalls im konservativen Lager engagiert gewesen. Es sei daher «natürlich» möglich, dass er André Bettencourt damals getroffen habe.
In Frankreich sind Parteispenden von Privatpersonen nur bis zu einer Höhe von 7500 Euro im Jahr erlaubt. Sarkozy ist während seiner Amtszeit durch seine Immunität geschützt. In Frankreich wird ein neuer Präsident in zwei Runden am 22. April und am 6. Mai gewählt.
(jak/AFP)
Erstellt: 03.04.2012, 11:39 Uhr
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