Sarkozy, der Atomenergetische

Aktualisiert am 08.03.2010

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy fordert eine weltweite Renaissance der Atomenergie. Diese könne zum Kitt einer neuen internationalen Solidarität werden.

Atomenergie gegen den Klimawandel: Nicolas Sarkozy.

Atomenergie gegen den Klimawandel: Nicolas Sarkozy.
Bild: Keystone

Frankreich sei bereit, seine Erfahrungen mit dieser Technik mit anderen Ländern zu teilen, erklärte Nicolas Sarkozy am Montag zur Eröffnung einer OECD-Konferenz zur zivilen Nutzung der Kernkraft in Paris. Um den Klimawandel einzudämmen, «brauchen wir die zivile Nutzung der Kernkraft wie auch die erneuerbaren Energien. Wir brauchen beides», betonte der französische Präsident.

Frankreich deckt rund 80 Prozent seines Stromverbrauchs mit Atomkraftwerken ab. Dieser «Vorsprung» seines Landes verpflichte Frankreich geradezu, «seine Erfahrungen mit all denen zu teilen, die zivile Atomprogramme starten oder wieder aufnehmen wollen», erklärte Sarkozy. Die Atomenergie könne «zum Kitt einer neuen internationalen Solidarität» werden.

Atomenergie auch für Entwicklungsländer

In einem ersten Schritt kündigte Sarkozy die Schaffung eines «Internationalen Instituts für Kernenergie» in Frankreich an. Dort sollten führende Nuklearforscher versammelt werden, um ihre Expertise an Ingenieure und Techniker aus dem In- und Ausland weiterzugeben.

Dabei dürften auch Entwicklungsländer nicht ausgeschlossen werden, forderte Sarkozy. Er wandte sich gegen die «egoistische» Auffassung der Industriestaaten, wonach arme Länder kein Recht auf Atomtechnologie hätten, weil sie nicht die Sicherheit gewährleisten könnten. Damit schliesse man jene vom Fortschritt und einem besseren Leben aus, «die ohnehin schon nichts haben». Bei der Finanzierung von Atomprojekten sollten die internationalen Finanzinstitutionen eine zentrale Rolle spielen, erklärte der französische Staatschef.

Barroso warnt vor Atomprogramm Irans und Nordkoreas

Mit Blick auf den Atomstreit mit dem Iran und Nordkorea machte Sarkozy aber auch deutlich, dass jene Staaten, die sich nicht an internationale Vereinbarungen hielten und die Atomenergie zum Bau von Waffen nutzten, ausgeschlossen werden sollten. «Wer betrügt, darf nicht dieselben Rechte habe wie der Ehrliche», sagte er.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso betonte ebenfalls, dass das Prinzip der Nichtweiterverbreitung von Atomtechnologie zur militärischen Nutzung für die Europäische Union nicht verhandelbar sei. Die Atomprogramme des Irans und Nordkoreas stellten «ein Sicherheitsrisiko für die globale Gemeinschaft» dar, sagte Barroso. Er rief die internationalen Gemeinschaft auf, sich den strengen gesetzlich verbindlichen EU-Sicherheitsrichtlinien anzuschliessen. (vin/ddp)

Erstellt: 08.03.2010, 17:13 Uhr

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