Ausland
SPD-Politiker droht Schweizer Banken mit Lizenzentzug
Aktualisiert am 27.12.2012 239 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Widmer-Schlumpf will Diskussion über Informationsaustausch
- Leuthard soll wegen Fluglärmstreit Gelder blockiert haben
- Schäuble wirft Opposition Schutz von Steuerhinterziehern vor
- Steuerstreit: Schäuble spricht von billiger Polemik
- «Die Schweiz wird das Steuergeheimnis nicht abschaffen»
- Der automatische Informationsaustausch auf dem Vormarsch
- Von Neuverhandlungen keine Rede
Links
Teilen und kommentieren
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
«Ich werde mit den anderen SPD-Ministerpräsidenten im Bundesrat den Druck auf Schweizer Banken erhöhen», sagt Stephan Weil im Interview mit «Spiegel online». Der SPD-Politiker ist Spitzenkandidat bei den kommenden Wahlen im deutschen Bundesland Niedersachsen vom 20. Januar.
«Wir müssen die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Schweizer Banken, die in Deutschland Steuerflüchtlinge decken, die Lizenz entzogen wird», so der Politiker weiter. Geldinstituten, die sich in Deutschland kriminell verhalten würden, müsste die Geschäftsgrundlage genommen werden.
Die USA machen es vor
Als Vorbild nennt Weil die USA. Wenn man in Deutschland die Steuerflucht «effektiv bekämpfen» wolle, werde man um einen solchen Schritt nicht herumkommen. «Die USA machen es vor.» Die Amerikaner drohen offen mit dem Entzug von Banklizenzen, mit dem Ergebnis, dass die Schweizer eingeknickt sind und nun offenbar zum Datenaustausch bereit sind.» Das müsse auch der deutsche Weg sein.
Es ist nicht das erste Mal, dass in Deutschland gegenüber Schweizer Banken mit dem Entzug der Lizenz gedroht wird. Entsprechende Voten kamen im Sommer bereits von der Linkspartei. Und SPD-Spitzenpolitiker Sigmar Gabriel bezichtigte die Schweizer Banken bereits früher der «organisierten Kriminalität».
Das Thema Steuerflucht sorgt zwischen Deutschland und der Schweiz seit langem für heftigen Streit. Ein von der schwarz-gelben Bundesregierung mit Bern ausgehandeltes Steuerabkommen, das eine pauschale Nachversteuerung von illegal über die Grenze transferiertem Vermögen vorsah, war am Widerstand der von SPD und Grünen geführten Regierungen im Bundesrat gescheitert. Auch im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat kam keine Einigung zustande. (cpm)
Erstellt: 27.12.2012, 13:18 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
239 Kommentare
Da unsere Banken keinen vollen Zugang zum deutschen Markt haben, dürften die Konsequenzen nicht allzu gravierend sein und die deutschen Banken und ähnliche Institutionen müssten sich dann bei uns wohl auch verabschieden. Es gilt jetzt, entsprechende Antworten zu formulieren, statt "zu Kreuze zu kriechen"! Antworten
Est ist Wahlkampf, jetzt im Land, danach im Bund. Lasst den aufgeblasenen Populisten und Schröder-Epigonen Weil sich heiser bellen. Wenn es dennoch soweit kommen könnte, müssten die Deutschen konsequenterweise auch einigen ihrer Banken die Lizenz entziehen. Auf jeden Fall ist m. E. vorerst nichts mit Finanzierung von deutschen Bahnstrecken bis die Bundestagswahl gelaufen ist. Antworten
Ausland
Alles für Abonnenten und Abonnentinnen
Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.
Online-Wettbewerb
Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.

Bitte warten
Die Welt in Bildern

























