Ausland
Rote Talfahrt in Österreich
Herbe Stimmenverluste: Werner Faymann. (Bild: Keystone)
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Bei den Gemeinderatswahlen in Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich mussten die Sozialdemokraten teils herbe Stimmenverluste in vormaligen Hochburgen hinnehmen. Die Volkspartei ÖVP hielt in allen drei Ländern ihre Vormachtstellung stabil, die FPÖ erholte sich von den historischen Verlusten des Jahres 2005, die Grünen stagnierten auf eher niedrigem Niveau.
Rote Hochburgen in Tirol wie Reutte oder Landeck haben nunmehr die ÖVP als stärkste Fraktion im Gemeinderat. Bregenz und Bludenz, wo die SPÖ dereinst den Bürgermeister stellte, haben mittlerweile nur noch einen sozialdemokratischen Wähleranteil von rund einem Viertel. In Feldkirch mit immerhin 23'000 Wahlberechtigten liegt die SPÖ bei 7,8 Prozent, im nicht viel kleineren Lustenau bei 5,5 Prozent.
Einigermassen hielt sich die SPÖ in Niederösterreich, wo in Wiener Neustadt trotz starker Verluste die absolute Mandatsmehrheit verteidigt werden konnte. In Baden legte die Partei leicht zu, während die ÖVP ihre absolute Mandatsmehrheit einbüsste.
In Tirol erlebten die Sozialdemokraten teils katastrophale Einbrüche, in Reutte ist der Bürgermeister-Sessel schon jetzt verloren, in Landeck hielt man den zwar, jedoch ist die absolute Mehrheit im Gemeinderat dahin.
SPÖ-Absturz in Vorarlberg
Tief bergab ging es für die Sozialdemokraten in Vorarlberg, wo sie laut dem von der ÖVP errechneten Gesamtergebnis von 15,6 auf 10,8 Prozent abstürzten und auch nur noch einen Bürgermeister stellen, nämlich in Bürs. In Bregenz schaffte es Landeschef Michael Ritsch diesmal nicht einmal in eine Stichwahl.
Auch die FPÖ musste in Vorarlberg ein wichtiges Bürgermeisteramt abgeben und zwar in Lustenau, wo die Freiheitlichen seit 1960 die Geschicke von Österreichs grösster Marktgemeinde bestimmt hatten.
Nun regiert dort die ÖVP, die nebenbei ihre Bürgermeister-Sessel in Dornbirn, Feldkirch und Hohenems verteidigte. In Bregenz dürfte der wieder gewählte Bürgermeister Markus Linhart eine weitere Zusammenarbeit mit den Grünen anpeilen.
ÖVP legt in Niederösterreich zu
Weiter zugelegt hat die ÖVP in Niederösterreich, wo sie laut Endergebnis ein Plus von 2,8 Prozentpunkten verzeichnet und 51,6 Prozent erreicht. Auch die FPÖ frohlockte, dass die Diskussion um die historischen Ansichten von Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz den Freiheitlichen nicht geschadet hätten.
Allerdings fiel das Ergebnis der FPÖ nicht so stark aus wie erwartet. In Vorarlberg verlor die Partei landesweit sogar minimal, dafür stellen die Freiheitlichen in Tirol wieder einmal einen Bürgermeister, und zwar Landesobmann Gerald Hauser, der sich in St.Jakob in Defereggen durchsetzte.
Chance zur Revanche
Präsidentschaftskandidatin Rosenkranz gelang in ihrer näheren Umgebung ein Prestige-Erfolg. In ihrer Heimatgemeinde Harmannsdorf im Bezirk Korneuburg legte die FPÖ um 6,67 Prozentpunkte auf 13,34 Prozent zu. Insgesamt sprach Parteichef Heinz-Christian Strache von einer «klaren Bestätigung des konsequenten freiheitlichen Kurses».
Chance zur Revanche bietet sich schon kommende Woche, wenn in den steirischen Gemeinden gewählt wird. Die SPÖ glaubt dort an eine Trendumkehr. (vin/sda/)
Erstellt: 14.03.2010, 22:50 Uhr




