Ausland

Roma verlassen Frankreich

In der Nacht auf heute sind ganze Karawanen von Roma aus Frankreich ausgereist – bevor Präsident Nicolas Sarkozy ihre Siedlungen räumen konnte.

Inmitten der hitzigen Debatte in Frankreich über den Umgang mit Roma ist eine Gruppe von rund 160 einheimischen Roma durch vorzeitige Abreise einer Zwangsräumung ihrer Übergangssiedlung im Nordosten des Landes zuvorgekommen.

Die Räumung des Gebietes in Villersexel im Département Haute-Saône habe nicht stattgefunden, weil die Roma in der Nacht zu Samstag abgereist seien, sagte ein Vertreter der Gendarmerie in Vesoul. Ein Gericht hatte auf Antrag der Ortschaft Villersexel angeordnet, dass die Roma ihre dortige Wohnwagensiedlung bis Samstag um 09.00 Uhr räumen müssten. Bei Zuwiderhandeln drohte die Präfektur von Haute-Saône eine gewaltsame Räumung durch die Polizei an.

In die Heimat abgeschoben

«Wir haben alle Mittel vorbereitet, um sie zum Aufbruch zu zwingen», hatte Präfekt Eric Freysselinard gesagt. Dazu gehörten Spezialeinsatzkräfte der französischen Polizei und Abschleppwagen. Die Roma hatten mit ihren etwa 50 Wohnwagen am Montag in Villersexel Station gemacht und wollten ursprünglich bis Sonntag bleiben. Die französische Regierung hatte am Mittwoch nach einem Spitzentreffen im Elyséepalast angekündigt, entschiedener gegen illegale Roma-Siedlungen vorzugehen. Roma aus Bulgarien und Rumänien würden nach Gesetzesverstössen «nahezu umgehend» in ihre Heimatländer abgeschoben. Staatschef Nicolas Sarkozy kündigte überdies an, allgemein schärfer gegen straffällige Ausländer vorzugehen.

Die rechtsextreme Partei Front National (FN) forderte Sarkozy auf, seine Ankündigungen konsequent umzusetzen. Dies beinhalte «die tatsächliche und endgültige Abschiebung von straffälligen Ausländern», einen sofortigen Einwanderungsstopp und eine grundlegende Reform des Staatsbürgerschaftsrechts, erklärte FN-Vizechefin Marine Le Pen am Samstag in Paris. Sozialisten, Grüne und Kommunisten hatten Sarkozys Regierung eine fremdenfeindliche und rassistische Politik vorgeworfen. (oku/afp/)

Erstellt: 31.07.2010, 14:25 Uhr

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