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Rassismus in Österreich beunruhigt Europarat

Der Europarat ist besorgt über rassistische Tendenzen in der Debatte in Österreich. Vor allem die rechtspopulistischen Parteien nutzten mit ihren Parolen «ganz offen Vorurteile gegenüber Minderheiten» aus.

Fälle von Rassismus: Wahlplakat der FPÖ vom März 2007.

Fälle von Rassismus: Wahlplakat der FPÖ vom März 2007.

Die rechtspopulistischen Parteien verunglimpften in ihren Programmen, Parolen und mit den Aussagen ihrer Wahlhelfer unverhüllt Zuwanderer, Flüchtlinge und Asylbewerber, heisst es einem Bericht des europäischen Anti-Rassismus-Komitees (ECRI).

Besonders betroffen seien Schwarze und muslimische Frauen, die Kopftuch oder Schleier trügen. In der Kampagne vor der Europawahl 2009 hätten die fraglichen Parteien mit rassistischen und fremdenfeindlichen Argumenten vor einer Erweiterung der EU gewarnt.

Insbesondere die Freiheitliche Partei (FPÖ) des 2008 verunglückten Jörg Haider trat im Europawahlkampf mit Islam-feindlichen Parolen auf. Sie errang 13 Prozent der Stimmen. Die Experten des Europarats forderten die Regierung in Wien auf, Parteien nach Entgleisungen die Finanzierung aus öffentlichen Mitteln zu streichen.

Rassistische Gewalt

Der Europarat rügte auch Grossbritannien; dort seien rassistisch motivierte Straftaten seit 2003 von 31'000 auf über 38'000 angestiegen, stellte ECRI fest. Die Experten stützen sich dabei auf offizielle Statistiken für den Zeitraum 2003 bis 2008.

Besonders betroffen von Anfeindungen sind laut dem Bericht Einwanderer und Asylbewerber, vor allem Muslime und Schwarze, sowie Sinti und Roma. Sie würden in den Medien regelmässig negativ dargestellt, was Vorurteile noch verstärke.

Auch in der politischen Debatte tauchten immer wieder rassistische, fremdenfeindliche oder antisemitische Äusserungen auf. In einem Bericht zu Albanien prangert das Experten-Komitee vor allem an, dass Diskriminierungen von ethnischen Minderheiten - vor allem Roma und Sinti sowie Ägypter - nicht verboten sind.

Kritik an Estland

In Estland vermissen die Experten des Europarats wirksame strafrechtliche Sanktionen gegen den Aufruf zu Rassenhass und Diskriminierung von nationalen, ethnischen oder religiösen Minderheiten. Bestraft würden solche Aufrufe nur, wenn sie als Gefahr für Leben und Eigentum der Betroffenen eingestuft würden.

Dem ECRI gehören Experten aus den 47 Europaratsländern an. Sie besuchen in regelmässigen Abständen die einzelnen Mitgliedsländer und informieren sich vor Ort über die Lage. Anschliessend veröffentlichen sie ihre Berichte. (bru/sda/)

Erstellt: 02.03.2010, 21:18 Uhr

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11 Kommentare

matty matias

04.03.2010, 13:45 Uhr
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Es kommt ganz auf die Sichtweise des Rassismus aus! Auch Kriminalität, Rauschgifthandel und die Durchsetzung fremder Kultur ist Rassismus. Wer als Gast in ein Land kommt hat sich den Sitten und Gebräuchen im Land zu fügen und nicht Forderungen zu stellen. Wer ist nun der Rassist? Antworten


oliver keller

03.03.2010, 15:11 Uhr
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@Willi Ammann: was wollen sie denn so ganz alleine in der Schweiz? ;-) In 50 Jahren wird Ihr Musterstaat ganz anders aussehen, ob mit oder ohne Sie. Antworten


Michael Weber

03.03.2010, 13:19 Uhr
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Damit diejenigen, die über Rassismus sprechen, auch verstehen, was Rassismus bedeutet: «Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.» (Albert Memmi, 1992: Rassismus. Frankfurt a.M., S. 164) Antworten


Andreas Hirschi

03.03.2010, 10:18 Uhr
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Bravo Herr Kälin. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können! Antworten


Peter Dutly

03.03.2010, 08:57 Uhr
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Wenn ich in der Schweiz zu meiner Meinung stehe, bin ich ein Rassist. Also lebe ich als Rassist, Habe mich daran gewöhnt. Danke liebe ECRI. Antworten


Heiri Studer

03.03.2010, 01:39 Uhr
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Ohaläz. Mal sehen, ob die auch wie wir beim Minarettverbot international kritisiert werden. Antworten


willi aerne

03.03.2010, 00:24 Uhr
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Wenn man Wasser aufs Feuer stellt, kann man nicht verhindern, dass es heiss wird. Wenn zu viele Menschen unterschiedlicher Herkunft aus verschiedenen Kulturen und sozialen Schichten zu schnell auf zu engem Raum zusammen gepfercht werden, entsteht Druck, der sich in Aggression entlädt. Wer das nicht begreifen will, schaue sich mal das Revierverhalten in guten Tierfilmen an. Antworten


Jens Meier

02.03.2010, 22:35 Uhr
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Das ist ja das Problem. Es sind keine Minderheiten mehr sondern bald Mehrheiten. Lasst doch österreich, österreich und die Schweiz, Schweiz sein. Antworten


Willi Ammann

02.03.2010, 21:57 Uhr
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Nach der Minarettabstimmung wurde in grossen Teile Europas,unterstützt von unseren Linken, die Rassismuskeule gegen das Schweizer Volk geschwungen.Offensichtlich führt die Überfremdung auch in anderen Ländern zu Problemen. Für Alle die sich schämen Schweizer zu sein wird es schwierig anderweitig ein besseres Plätzchen zu finden.Schade. Antworten


Daniel Kälin

02.03.2010, 21:54 Uhr
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Was ist daran rassistisch, wenn die Leute in Wien oder sonst einer Stadt, keine Islamisierung der Gesellschaft wollen? Es ist rassistisch und diskriminierend, wenn die Bürger eines Landes dazu genötigt werden, jede Kultur annehmen und sich im eigenen Land anpassen zu müssen! In einer Demokratie muss Platz für die freie Meinungsäusserung sein, sonst kommt es definitiv nicht gut! Antworten


Heinz Frey

02.03.2010, 21:47 Uhr
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Ja, Rassismus ist schlimm. Ok scheint aber der Aufruf von Gaddafi zum heiligen Krieg gegen die Schweiz. Empörung bei der Staatengemeinschaft, der UNO? Fehlanzeige. Man bedauerte seitens der EU lediglich den "ungünstigen Zeitpunkt". Nur ein untergeordneter UNO-Mitarbeiter verurteilte - auf Frage eines Journalisten - den Aufruf Gaddafis. Italiens Aussenminister rief beide Seiten zur "ruhe" auf. Antworten



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