Ausland
Diskussion
Prügel für Westerwelle
Der Krieg in Libyen ist der Testfall für die Aussenpolitik der deutschen Regierung. Nach Ansicht von Kommentatoren und Opposition ist Aussenminister Westerwelle grandios gescheitert. Mehr...
Von Vincenzo Capodici.
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41 Kommentare
Alle Deutschen über 75 erinnern sich zu gut an die Schrecken der Bombardierung und Invasion ihres Landes. Und sie haben ihren Kindern mehr oder weniger von dieser Zeit erzählt. So kann man schon verstehen dass Deutschland sich nicht gerne an der Drangsalierung mit Bomben und Raketen eines Volkes von sage und schreibe 6 Millionen Einwohnern beteiligen mag. Antworten
Es ging doch überhaupt nicht um die Beteiligung am Krieg. Es ging lediglich darum, ob Deutschland einen solchen Einsatz der Nato billigen würde und das haben sie nicht gemacht.
@Mustava Kuhns-Streit: der "Aufstand" in Libyen wurde von sog. "Rebellen" getragen, bei denen es sich teils um Kriminelle, teils um politisch völlig Ahnungslose handelt, die sich noch dazu gegenseitig beschossen haben, willkürlich plünderten und noch plündern und auch sonst das Gegenteil einer ägyptischen Revolution sind.
Gänzlich haarsträubend ist es, wenn Sie einen Vergleich zu Hitler ziehen.
Gerade Deutschland sollte sich erinnern, dass Diktatorenregime zu stürzen sind. Ohne die USA, Frankreich und etliche mutige Nationen wäre Hitler nie zur Verantwortung gezogen worden. Westerwelle und Merkel haben eine falsche Aussenpolitik geführt. Jetzt will Deutschland natürlich mit der Rosinenpickerei anfangen und vergisst, die Rebellen nicht unterstützt zu haben. Die Drecksarbeit machen andere!
Und schon wieder geht es gegen die Deutschen. Diese haben sich doch schon einmal selber kritisiert. Müssen wir uns da wieder einmal einmischen? Und @ Marcel Pfister: D hat ja wohl viel eher einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat verdient als Frankreich... Antworten
Da ist er wieder, der schon berüchtigte Schweizer Beiss-Reflex.
@Mark Stoffler: Von "verdienen" kann hier keine Rede sein. Sie wollen doch nicht im Ernst Frankreich mit Deutschland vergleichen? Frankreich hat eine viel globalere Präsenz und eine völlig andere Geschichte. Ausser zwei Weltkriegen hatte Deutschland bis anhin der Welt noch nicht viel zu bieten
Da haben Merkel und Westerwelle wieder einmal falsch entschieden,aber jetzt wo alles entschieden,moechten Sie sich wieder ( Einschleimen) um auch noch einige Auftraege zu erhalten.Im Spiegelinterview von Westerwelle koennte man glauben,Deutschland habe den Hauptanteil geleistet!Einfach nur peinlich!! Antworten
Deutschland überschätzt - wieder einmal - seinen eigenen Stellenwert und seinen Einfluss. Schon die Schnapsidee eines permanenten Sitzes im UNO Sicherheitsrat spricht Bände. Strategisch, ist die Aussenpolitik seit Schröder/Fischer falsch aufgegleist und wird nun unter Merkel/Westerwelle auch handwerklich schlecht bestellt.
In Deutschland hat man immer schon Grösse mit Grösse verwechselt.
Antworten
Die Deutsche Selbstverständlichkeit geht einem zuweilen schon auf den Nerv. Selbst lassen sie Verständnis an demokratischen Prozessen vermissen, bei gleichzeitiger Forderung von mit einbezogen werden wollen bei den nötigen Aufbau- und Konsolidierungsarbeiten im föderalistischen Stil. Nur haben Andere grossmehrheitlich das moralische Recht dabei zu sein. Und Deutschland wird hinten anstehen müssen. Antworten
Sie haben völlig recht...die deutschen sollten sich schämen ein fremdes Land wiederaufbauen zu wollen was sie nicht selbst zerbombt haben...diese Ehre sollte Frankreich/England und USA zukommen ;)
Herr Ruckstuhl: CH hat im Verhältnis sehr wohl Grosses geleistet. Als noch um Aijdabia gekämpft wurde, war schon ein Team der Hum.Hilfe des SKH und des IKRK in Bengazi tätig und hat Soforthilfe im medizinischen Bereich eingeleitet. Beide sind immer noch dauerhaft in Libyen präsent und haben Millionen für die Hilfe in Libyen ausgegeben. Man muss sich nicht kleiner machen, als man ist! Antworten
Noch ist der Bürgerkrieg in Libyen nicht zu Ende, und die Kriegsgurgeln im Westen sollten sich nicht zu früh auf die Schultern klopfen. Von einem Erfolg wird die NATO nicht sprechen dürfen, bevor in Libyen Frieden und demokratische Verhältnisse eingekehrt sind. Antworten
Wieder zeigt sich, dass ohne USA nichts läuft. Zum Glück hat Frankreich eine wichtige Rolle gepsielt - zur Rettung der Ehre Europas. Es ist an der Zeit, dass Westerwelle geht. Die FDP kennt nur die Steuersenkung, sonst "leistet" sie nichts. Hoffentlich werden beim Wiederaufbau französische und nicht deutsche Firmen bevorzugt. Merkel ist eine defensive Kanzlerin und wagt nichts. Abwarten + Zugucken Antworten
Herr Pfister, zwar verstehe ich Ihre Kritik bezüglich des dogmatischen Pazifismus der Deutschen, aber Libyen ist kaum einen Schuss Pulver wert. Und wenn doch, dann auch Syrien, Katar, Jemen etc.
Es wäre absurd, George Bush wg. des Iraks zu verdammen, aber genau das gleiche in Nordafrika zu tun. Es geht ja ums Öl, nicht wahr? Menschenrechte sind nur ein guter Vorwand, um Raubzüge zu legitimieren.
@Kaspar Tanner: Was hat die Grösse einer Volkswirtschaft mit deren Aussenpolitik zu tun? Genau das meine ich, wenn ich Dvorwerfe, Grösse mit Grösse zu verwechseln. Wenn D wirklich eine Mittelmacht sein will, dann muss es sich auch wie eine benehmen.
Ferner halte ich es für vermessen davon zu sprechen, dass D die EU am Leben erhält. Wir sind ja schliesslich nicht mehr in den 30er Jahren.
Ohne Amerika wird NIE etwas laufen auf der Welt, ohne Frankreich wird in Zukunft auch in Europa nichts mehr laufen, zusammen mit GB.
Die Deutschen möchten jetzt gerne Rosinen picken in Libyen. Nix da, die sollen sich raushalten, und mal besser zu Ostdeutschland schauen.
Ohne Fleiss kein Preis, Drückebergerei wird nicht belohnt. Die Künftigen in Libyen wissen schon, wer ihnen geholfen hat.
Herr Fischer, ganz im Ernst: Sie wissen schon, wer die grösste Volkswirtschaft Europas ist und wer die EU noch am Leben erhält? Das ist Ihnen nicht per Zufall entgangen?
Was Sie hier rauslassen über Deutschland ist schlichtweg ignorant.
Zudem möchte ich zuerst sehen, was in Libyen kommt, bevor ich zu jubeln beginne. George Bush jr. hat den Zeitpunkt des Sieges im Irak auch zu früh angesetzt...
So ist das halt. Die Rebellen scheinen zu siegen, Westerwelle hat auf das falsche Pferd gesetzt. Wäre es umgekehrt gewesen, dann hätte Westerwelle als einer der Wenigen Weitblick gehabt.
Lybien ist aber noch lange nicht demokratisch. Es kann auch das nächste Terrorregime kommen. Das hat es dann mit Hilfe der Nato geschafft. Wie einst die Taliban in Afganistan. Aber wer weiss was kommen wird?
Antworten
Das gab es noch nie zu alle ewigen Zeiten, dass ein US-Präsident bei einem Europabesuch nicht noch schnell Station in Bonn bzw. Berlin gemacht hat. Obama tat das. D hat nicht mal mehr die USA als Freund, und Schröder hat dieses Spielchen begonnen, Merkel setzt es fort. Die Achse Paris, Berlin Moskau besteht nur noch aus Berlin-Moskau, politisch gesehen. Berlin muss zahlen, zu sagen hat es nichts. Antworten
Die deutsche Aussenpolitik scheint auf ein Scheitern des Krieges "gesetzt" zu haben, um sich dann als grosse moralische Siegerin und Strategin in Szene setzen zu können. Leider ist die Rechnung nicht aufgegangen. Nun muss die deutsche Regierung die Folgen ihrer zynischen Haltung verarbeiten. Antworten
Wir Schweizer sollten uns mit negativen Kommentaren über Deutschland vielleicht eher zurückhalten. Wie fast immer, wenn es um internationale Solidarität geht, haben wir uns, um es einmal vorsichtig auszudrücken, nicht gerade in den Vordergrund gedrängt. Wir sind halt neutral!! Antworten
Hab' ich da was verpasst oder hat die Schweizer Luftwaffe auch Einsätze in Tripolis geflogen? Woher kommt die Anmassung, es besser gewusst zu haben? Wie man hört haben "neutrale" Schweizer Ghadhafis Tunnelsystem gebaut. Aha! Wer stand da nun auf der falschen Seite und hat dennoch profitiert? Jawoll, wiedermal die Eidgenossen.
Das war aber in den letzten Tagen bei den Newstickern nicht zu sehen!
Na ja, die Schweiz hat ebenfalls einen politischen Beitrag zum Umbruch in Libyen geleistet, indem sie den Bau von Minaretten durch eine demokratische Abstimmung verboten hat. Das wurde in der ganzen Welt breitgetreten und hat sicher in den richtigen Ecken die eine oder andere Diskussion ausgelöst. "Diktatur des Proletariats" und so. Aber Frankreich, USA haben schon ...etwas mehr getan oder? Antworten
Die Schweiz sollte sich auf die Humanitäre-Hilfe beschränken, und sollte auch weiterhin so bleiben. Aussenminister Westerwelle hat richtig gehandelt, denn Deutschland sollte aus ihren eigenen Kriegen lernen, und sich nicht als Krieger aufspielen.
Schade, dass es keine "Daumen runter" Funktion gibt in diesem Forum.
Aus eigener Erfahrung kenne ich den Effekt des "Daumen runter", anderes Thema. Etwas zu tun sieht immer besser aus, als etwas zu verhindern, und das Verhindern scheint so im Trend zu liegen. Deshalb gibt es hier auch keine Daumen-runter-Funktion, wegen der inflationären Verwendung desselben. Schönen miesepetrigen Tag noch.
Die Glaubwürdigkeit Deutschlands ist nicht nur beschädigt, sie ist nachhaltig zerstört.
Deutschland hat seinen Partnern in den Rücken geschossen, und das wird nicht so schnell vergessen. Frankreich und GB haben das Sagen in Europa.
Berlin ist am Ende, und das ist gut so.
Berlin kann sich nur noch Rückendeckung von Schurkenstaaten wie Nordkorea, Iran und Russland erhoffen.
Antworten
Herr Miehl: Ich fühle mich geehrt, dass sogar Sie mir zustimmen. Mal ein Deutscher, der mich als Schweizer versteht. Good afternoon et bon après-midi.
Ich habe noch andere Schurkenstaaten vergessen: Venezuela, Nicaragua, Equador
Erstaunlich wie viel Durchblick Sie haben??! Und dann noch Ihre exorbitante Urteilsfähigkeit! Alle Achtung, endlich mal jemand der alles verstanden hat.Nicht war?
Deutschland hat sich mit seiner neutralen Haltung vernünftig verhalten. Leute wie Sie würden natürlich bei jeder Gelegenheit Krieg gegen andere Länder führen und sich in innere Konflikte einmischen. Natürlich wie immer im Namen von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten welche dem Westen nur als Vorwand dienen. Die übelsten Folterdiktaturen wurden ja immer vom Westen unterstützt (inkl. Saddam).
Deutschland spielt für einmal kein Kriegerlis - und das ist gut so.
Und Frankreich / GB haben "das Sagen" ? Na ja, die Realität sieht ein wenig anders aus. Ohne Deutschland läuft nichts. Ohne GB schon eher.
1) Der Einsatz in Libyen hätte ebenso gut in die Hosen gehen können.
2) Wenn es um Menschlichkeit geht, dann freue ich mich schon auf den nächsten NATO-Einsatz in Syrien. Ah, nein - es geht ja nur um Menschen...
3) Deutschland am Ende? Wenn Deutschland am Ende ist, dann bricht die EU zusammen wie ein Kartenhaus. Deutschland ist der einzige bedeutende Staat in Europa - nebst Russland.
Was für ein unglaublich lächerlicher Kommentar. Auch wenn ich die vielen "Gastarbeiter" des nördlichen Nachbarn bei uns gerne etwas weniger sehen würde, so Deutschland die EINZIGE noch verbliebene repräsentative Lokomitive in Europa. F+GB haben mit dem Krieg in Lybien mehrheitlich von den grossen, eigenen Problemen ablenken wollen. Wetten?
Naja, allzuviel war ja auch schon vorher nicht da, was hätte beschädigt oder zerstört werden können.
Immer diese voreiligen Schlüsse die gezogen werden. Ulrich Tilgner hat glaubwürdige Parallelen gezogen zum Irak, sprich zwischen Gadaffi und Hussein. Gadaffi als Irren zu bezeichnen und ihn zu unterschätzen macht die Sache gefährlich. Es ist nicht absehbar wie sich die Lage in Libyen entwickelt. Bin gespannt wer dann am Schluss der wahre Prügelknabe unter den Regierungschefs in Europa sein wird! Antworten
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