Ausland

«Presse zahlt diese Prostituierte»

Aktualisiert am 24.07.2009

Der italienische Aussenminister beschuldigt die Medien, über die Dirne Patrizia D'Addario unwahre Aussagen über Premier Silvio Berlusconi zu verbreiten.

Der Aussenminister und sein Chef: Franco Frattini und Berlusconi an einer Konferenz im Jahr 2008.

Der Aussenminister und sein Chef: Franco Frattini und Berlusconi an einer Konferenz im Jahr 2008.
Bild: Reuters

Die Enthüllungen über den italienischen Premier beunruhigen die Regierung in Rom zusehends. Berlusconis Aussenminister hat jedenfalls in einem Interview gestern heftig reagiert. Gegenüber dem britischen Fernsehsender BBC sagte er, die Aussagen der Edeldirne Patrizia D'Addario seien «absolut falsch». Journalisten hätten «dieses Callgirl, diese Prostituierte, bezahlt, damit sie öffentliche Aussagen gegen den Regierungschef macht», erklärte Franco Frattini. In den letzten Tagen waren Tonaufnahmen von angeblichen Gesprächen zwischen D'Addario und Berlusconi im linksgerichten Magazin «L'Espresso» erschienen.

«Jemanden für Aussagen zu bezahlen, ist ein unmoralisches Verhalten», sagte Frattini weiter. Berlusconi hatte nach den Enthüllungen über sein Verhältnis zu dem 42-jährigen Callgirl in der Presse versichert, D'Addario habe «einen sehr genauen und extrem gut bezahlten Auftrag erhalten». Nähere Angaben machte er dazu aber nicht.

Die Prostituierte wehrt sich

D'Addario hat bereits auf die Anschuldigungen Frattinis reagiert. Sie habe gehört, Frattini sage, eine Prostituierte sei für Falschaussagen bezahlt worden. «Wenn sich seine Aussagen auf mich beziehen, dann lade ich ihn ein, sie zu beweisen. Wenn er keine Beweise hat, dann soll er damit aufhören», liess sie über ihre Anwältin ausrichten. Gleichzeitig hat das Verlagshaus Gruppo Editoriale L’Espresso eine Verleumdungsklage gegen Berlusconi eingereicht. Mit seiner Anschuldigung gegen die von ihr herausgegebene Zeitung «La Repubblica», habe der Premier einen «umstürzlerischen Angriff» gegen das Verlagshaus gestartet und sein Amt missbraucht, berichtet die Zeitung «Corriere della Sera». Die Zeitung «La Repubblica» hatte schon früher kritisch über die Affären Berlusconis berichtet. (se)

Erstellt: 24.07.2009, 11:14 Uhr

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