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Neuer Korruptionsskandal erschüttert Regierung Berlusconi

Aktualisiert am 08.07.2011

Ein ehemaliger Berater von Giulio Tremonti soll verhaftet werden. Er wird beschuldigt, von verschiedenen Stellen Geschenke angenommen zu haben. Vorwürfe werden aber auch gegen den Wirtschaftsminister selbst laut.

Soll Italiens Finanzen in Ordnung bringen: Wirtschaftsminister Giulio Tremonti während einer Pressekonferenz Rom. (6. Juli 2011)

Soll Italiens Finanzen in Ordnung bringen: Wirtschaftsminister Giulio Tremonti während einer Pressekonferenz Rom. (6. Juli 2011)
Bild: Keystone

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Ein weiterer Korruptionsskandal erschüttert die Regierung Berlusconi und setzt vor allem Wirtschaftsminister Giulio Tremonti arg unter Druck. Die Staatsanwälte Neapels haben der Abgeordnetenkammer einen Antrag auf Verhaftung des Abgeordneten Marco Milanese überbracht.

Milanese – Mitglied der Regierungspartei «Volk der Freiheit» (PdL) – ist ein ehemaliger Berater Tremontis. Er wird beschuldigt, von einem Unternehmer, vom Bürgermeister der lombardischen Stadt Voghera und von einem Steuerberater Geschenke als Gegenleistung für Informationen zu Ermittlungen der Steuerpolizei erhalten zu haben.

Wohnung in Rom bezahlt

Ausserdem habe Milanese die Miete für die Wohnung Tremontis in Rom bezahlt, berichteten italienische Medien. Die Abgeordnetenkammer muss jetzt über den von den neapolitanischen Staatsanwälten eingereichten Haftantrag entscheiden.

Tremonti dementierte offiziell, eine Wohnung in Rom zu unterhalten. Seine einzige Wohnung sei in der Stadt Pavia. Zudem habe er nur das Angebot des Abgeordneten Milanese angenommen, vorübergehend einen Teil seiner Wohnung zu nutzen.

Heikle Phase

Die Affäre belastet den Wirtschaftsminister in einer heiklen Phase. Kommende Woche beginnt im Parlament die Diskussion über sein Sparpaket, mit dem die Verschuldung um 47 Milliarden Euro eingedämmt werden soll.

Der Minister hatte von den Italienern Opfer gefordert, um die öffentlichen Finanzen in Ordnung zu bringen und Italien ein «Desaster» nach griechischem Modell zu ersparen. (kpn/sda)

Erstellt: 08.07.2011, 16:53 Uhr

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