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Nächste Runde im Kampf Assange gegen Auslieferung

Von Nina Merli. Aktualisiert am 12.07.2011 8 Kommentare

In London läuft der Berufungsprozess im Fall Julian Assange. Der Wikileaks-Chef kämpft gegen seine Auslieferung an Schweden, wo er sich wegen sexueller Nötigung verantworten muss.

Wikileaks-Gründer Julian Assange erscheint beim Obergericht in London: In einer ersten Instanz verlor Assange – jetzt läuft der Berufungsprozess.

Wikileaks-Gründer Julian Assange erscheint beim Obergericht in London: In einer ersten Instanz verlor Assange – jetzt läuft der Berufungsprozess.
Bild: Keystone

Assanges Protestvideo

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Julian Assange, der Mann hinter Wikileaks

Julian Assange, der Mann hinter Wikileaks
Nach der Veröffentlichung von über 250'000 US-Geheimdokumenten wird der Australier von den USA gejagt.

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Er wurde gefeiert als einer, der sich für die Wahrheit einsetzt. Einer, der sich keinen Maulkorb umbinden lässt und politisch brisante Wahrheiten über die von ihm gegründete Enthüllungsplattform Wikileaks publik machte. So gewann der ehemalige Hacker denn auch 2009 den Amnesty International Media Award für seine Berichte über Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren. Und dieses Jahr zeichnete ihn die Sydney Peace Foundation in seiner Heimat Australien mit einer Goldmedaille für Frieden und Gerechtigkeit aus. Vor ihm hatten diese bisher nur drei Menschen erhalten: Nelson Mandela, der Dalai Lama und Daisaku Ikeda.

Jetzt sitzt der von «Zeit online» als «Held der Wahrheit» Betitelte selber auf der Anklagebank. Assanges Anwälte kämpfen gegen seine Auslieferung nach Schweden, wo wegen Verdachts der sexuellen Nötigung in mehreren Fällen und minder schwerer Vergewaltigung in einem Fall gegen ihn ermittelt wird. Seit 10.30 Uhr Londoner Zeit ist der Berufungsprozess am heutigen Dienstag in Gang. Sollte Assange den Prozess erneut verlieren, bleibt ihm noch der Gang zum «Supreme Court», dem höchsten Gericht.

Vom Helden zum gefährlichen Terroristen

Mit dem Fall beschäftigen werden sich heute und morgen die Richter Sir John Thomas Lord und Duncan Ouseley. In einer ersten Instanz hatte ein Londoner Gericht der Auslieferung stattgegeben. Mit einer Entscheidung wird heute noch nicht gerechnet. Assange wird verdächtigt, ungeschützten Geschlechtsverkehr mit zwei Frauen in Schweden gehabt zu haben, obwohl sie die Benutzung eines Kondoms verlangt hatten. Assange hat die Vorwürfe von Anfang an abgestritten und sprach von einer «Verleumdungskampagne gegen ihn mit dem Ziel, Wikileaks zu stoppen». So argumentieren auch die Anwälte des Wikileaks-Gründers, das von Schweden eingereichte Auslieferungsverfahren sei politisch motiviert. Assange drohe eine Abschiebung in die USA, wo man ihn als Terroristen abgestempelt hat. Allen voran die frühere republikanische Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin, sie hatte Assange als «anti-amerikanischen Agenten, der Blut an den Händen hat,» bezeichnet.

Protest-Video von Julian Assange

Seit rund sechs Monaten sitzt Assange in der englischen Grafschaft Norfolk fest, wo er im Haus seines Freundes, dem Journalisten Vaughan Smith, lebt. Der Wikileaks-Gründer muss elektronische Fussfesseln tragen und sich jeden Tag bei der Polizeiwache in Norfolk melden. Er darf das Land nicht verlassen und muss um 22 Uhr wieder zu Hause sein. Diese 191 Tage Hausarrest hat Julian Assange nun in einem Protest-Video festgehalten, das die Sinnlosigkeit und die Ungerechtigkeit in diesem Fall zeigen soll. Diese Meinung teilen auch etliche Assange-Anhänger, die weltweit Kundgebungen für ihn organisiert haben. Und auch heute Morgen versammelten sich Supporter vor dem Londoner Gericht, die lautstark Julian Assanges und Bradley Mannings Freilassung forderten.

Letzterer sitzt seit über einem Jahr in Fort Leavenworth in Kansas in einem Militärgefängnis in Untersuchungshaft. Der US-Soldat soll Hunderttausende geheime Regierungsdokumente an Assange weitergegeben haben – darunter sollen auch jene Videoaufnahmen gewesen sein, die den Beschuss von irakischen Zivilisten und Journalisten durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber in Bagdad zeigen. Assange hatte die Aufnahmen als «Collateral Murder» veröffentlicht und damit Weltruhm erlangt. Dem 23-jährigen Bradley Manning droht wegen des Vorwurfs der Kollaboration mit dem Feind im Falle einer Verurteilung sogar die Todesstrafe. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.07.2011, 12:19 Uhr

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8 Kommentare

James Johnson

12.07.2011, 12:56 Uhr
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Schweden ist nicht bekannt für eine Lotterei-Justiz. Wenn Assange unschuldig ist, dann kann er doch freiwillig nach Stockholm gehen. Was wehrt er sich. Den Namen Assange im selben Atemzug wie den Dalai Lama zu nennen, ist widerlich und schmutzig. Manning: Ist wieder eine falsche Berichterstattung. Die Staatsanwaltschaft hat schon lange erklärt, sie werde die Toderstrafe nicht fordern. Antworten


Daniel Meier

12.07.2011, 16:39 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Wenn man Lügen und Verbrechen in Wirtschaft, und Politik vertuschen will, dann werden heute gezielt die Entdecker und Aufklärer gemobbt, diffamiert und wenn das nichts hilft werden sie zuerst als Fremdgänger, dann Vergewältiger oder Sexualverbrecher dargestellt und das höchste sind dann die Kinderschänder. So zwingt man jeden in die Knie und die Justiz? Wer glaubt heute noch an Gerechtigkeit. Antworten



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