Mohammed-Karikaturist provoziert weiter
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Der dänische Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard sieht den Islam sehr kritisch. «Nach meinem Empfinden kann man den Islam nicht mit dem Christentum vergleichen. Es ist keine sympathische Religion, sondern in vielerlei Hinsicht eine reaktionäre Religion», sagte Westergaard dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Donnerstagausgabe). Der Zeichner begründet seine Meinung unter anderem mit den Strafen für Homosexuelle in islamischen Ländern, die er als «barbarisch» bezeichnet. Trotz dieser Vorbehalte werde er «immer dafür eintreten, dass Menschen das Recht darauf haben, auch diese Religion auszuüben», betonte der Karikaturist.
Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard lebt seit Jahren unter Polizeischutz: Am 30. September 2005 erschien seine Mohammed-Karikatur zusammen mit elf Zeichnungen von Kollegen zum gleichen Thema in der Zeitung «Jyllands-Posten». Seine von Muslimen als beleidigend empfundene Darstellung des Propheten, der eine Bombe mit brennender Zündschnur als Turban trägt, hat bis heute brisante Wirkung. Westergaard entkam mehreren Mordversuchen.
«Säule unserer Freiheit»
Am Mittwochabend sollte der 75-Jährige in Potsdam während der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium mit dem M100 Medienpreis ausgezeichnet werden. Der M100-Beirat verleiht ihm die Auszeichnung als Anerkennung für sein unbeugsames Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit und für seinen Mut, zu diesen demokratischen Werten zu stehen und sie trotz Gewalt- und Todesdrohungen zu verteidigen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll am Abend in Potsdam die Hauptrede halten. Merkel hat aus Anlass der Verleihung das Grundrecht auf Pressefreiheit betont. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch in Berlin, die Bundeskanzlerin sende an alle Menschen die Botschaft, dass die Pressefreiheit ein wichtiges Gut sei, das «alle Menschen in diesem Land als eine Säule unserer Freiheit geniessen». (ske/dapd)
Erstellt: 08.09.2010, 16:41 Uhr
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