Misshandlungsopfer von Hannibal Ghadhafi arbeiten in Schweizer Botschaft
Aktualisiert am 23.10.2011 1 Kommentar
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Die beiden Hausangestellten, die im Juli 2008 in Genf Hannibal Ghadhafi wegen Misshandlung angezeigt hatten, sind seit 2009 bei der Schweizer Botschaft in Washington angestellt. Einer der beiden Männer war kürzlich in einen Verkehrsunfall mit einem Todesopfer verwickelt.
Die Sicherheit der ehemaligen Hausangestellten Hannibals habe in der Schweiz nicht mehr gewährleistet werden können, schreibt der damalige Schweizer Botschafter in den USA, Urs Ziswiler, in einem vertraulichen Brief vom 5. März 2009 an das Botschaftspersonal. Libyen hatte gegenüber der Schweiz mehrfach sein Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass den beiden Personen der Aufenthalt in der Schweiz erlaubt worden war.
Anstellung im Hausdienst
Die Spitze (»The Head») des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe daraufhin entscheiden, dass die beiden ehemaligen Hausangestellten Hannibals «vorüberghend» aus der Schweiz gebracht und bei Schweizer Botschaft in der US-Hauptstadt angestellt werden sollen. Auch hier wurden der Tunesier und der Marokkaner im Hausdienst beschäftigt.
Sie wurden laut dem Schreiben auch beim US-Aussenministerium gemeldet. Offiziell wurde der Wohnsitz der Beiden aber in der Schweiz angegeben, wie das Westschweizer Fernsehen (TSR) gestern berichtete.
Fataler Autounfall
Botschafter Ziswiler betont in seinem englisch geschriebenen Brief, dass der Aufenthalt der beiden Männer in der Schweizer Botschaft in Washington absolut vertraulich zu behandeln sei. Niemand ausserhalb des EDA dürfe wissen, wo sie sich aufhalten.
Die Information gelangte im Oktober dann aber doch an die Öffentlichkeit. Ursache dafür war ein Verkehrsunfall in Washington.
Der Marokkaner fuhr mit einem Auto der Botschaft eine Frau an. Die 65-Jährige erlag ihren Verletzungen, wie lokale Medien berichteten. Nach dem Unfall kamen Gerüchte auf, dass es sich beim Unfallverursacher um einen der ehemaligen Hausangestellten Hannibal Ghadhafis handle.
Das EDA gab zu dem Vorfall lediglich bekannt, dass ein lokaler Botschaftsangestellter in einen Verkehrsunfall mit einem Todesopfer verwickelt war. Angesichts «der laufenden Untersuchung der zuständigen örtlichen Behörden» könne sich das das EDA nicht näher zum Unfallhergang äussern.
Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes mache es auch «keine näheren Angaben zur Person des lokalen Angestellten», heisst es in einer Stellungnahme des Departements.
Schwere diplomatische Krise
Hannibal Ghadhafi, ein Sohn des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi, und seine Frau Aline waren im Juli 2008 in Genf vorübergehend festgenommen worden. Die Schweizer Justiz warf dem Paar Gewalt gegen die zwei Hausangestellten vor, legte den Fall dann aber zu den Akten.
Die Festnahme führte zu einem diplomatischen Konflikt mit Bern. Die beiden Schweizer Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani wurden während fast zwei Jahren in Libyen als Geiseln gehalten. Hamdani kam im Februar letzten Jahres frei, Göldi durfte Libyen erst im Juni verlassen.
(mrs/sda)
Erstellt: 23.10.2011, 14:49 Uhr
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1 Kommentar
Dieser feine Hannibal soll also jetzt ungeschoren davon kommen oder sehe ich das falsch ?
Es muss doch möglich sein, dass ein intern. Haftbefehl erstellt werden kann, um den Herrn vor Gericht zustellen. Die Begründung für diesen Haftbefehl dürfte den zuständigen Beamten sicherlich keine Sorgen bereiten.
Das ist man den Herren Hamdani und Göldi schuldig und zwar ohne wenn und aber.
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