Ausland

Merkel umwirbt Chinas Investoren

Aktualisiert am 31.01.2012 5 Kommentare

Deutschlands Bundeskanzlerin besucht für zwei Tagen das Reich der Mitte. Sie will die Unterstützung von Investoren für den Rettungsschirm EFSF gewinnen. Doch auch heikle Themen sollen kein Tabu sein.

Will das Vertrauen in Europa wecken: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Will das Vertrauen in Europa wecken: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Bild: Keystone

China warnt vor Sabotage

China befürchtet eine Ausweitung der Proteste in Tibet und hat die Sicherheitsvorkehrungen in der Region verschärft. Der Kommunistische Parteichef der tibetischen Hauptstadt Lhasa, Qi Zhala, warnte nach Berichten der staatlichen Medien buddhistische Geistliche in Klöstern, bei Unruhen würden sie umgehend abberufen. Zudem warnte er vor möglichen Sabotageakten an den Hauptstrassen.

In den tibetischen Gebieten der benachbarten chinesischen Provinz Sichuan kam es in der vergangenen Woche zu grösseren Demonstrationen. Tibetische Aktivisten im Ausland erklärten, die Sicherheitskräfte hätten in die Menge geschossen und mindestens fünf Menschen getötet. Die chinesische Regierung erklärte dagegen, Demonstranten hätten Polizisten und Zivilisten angegriffen. Mehrere Beamte seien verletzt worden.

Die Regierung will verhindern, dass die Proteste von Sichuan auf Tibet und besonders auf Lhasa übergreifen. Dort waren bei Unruhen 2008 mindestens 22 Menschen getötet worden. (dapd)

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Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem Chinabesuch in dieser Woche um Vertrauen und für Investitionen in Europa werben. Im Mittelpunkt der zweitägigen Visite in Peking und Kanton stünden wirtschaftliche Fragen, hiess es aus Regierungskreisen. Die chinesische Seite habe ein Interesse an einem starken Euro und einer starken Euro-Zone. Erörtert werden soll auch die chinesische Reaktion auf das Ölimportembargo der EU gegen den Iran. Zudem will sich die Kanzlerin für die Rechte der Minderheiten in China einsetzen.

Die Kanzlerin wird am Mittwochnachmittag nach China aufbrechen. Am Donnerstag wird sie mit militärischen Ehren von Ministerpräsident Wen Jiabao empfangen. Beide Politiker laden im Anschluss zu einer Pressekonferenz. Die Kanzlerin wird auch mit Staatspräsident Hu Jintao und dem Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses, Wu Bangguo, zusammentreffen. Geplant sind ferner ein Essen mit Finanzvertretern sowie ein Treffen mit chinesischen Studenten. Merkel wird ausserdem an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in Peking eine Rede zur Finanzpolitik halten.

Interesse an Direktinvestitionen

Chinas Devisenreserven werden auf über 3,2 Billionen US-Dollar geschätzt. Vor diesem Hintergrund will Merkel bei dem zweitägigen Treffen auch mit Finanzinvestoren sprechen. Von deutscher Seite hiess es, der europäische Rettungsschirm EFSF sei offen für Investoren. Merkel werde «in China jedoch nicht als Investmentbankerin auftreten». Vielmehr gebe es ein gemeinsames Interesse, die Euro-Zone zu stabilisieren. Auch die vom Internationalen Währungsfonds IWF angestrebte Mittelaufstockung werde ein Thema sein.

Die CDU-Vorsitzende wird von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation mit 20 Vertretern der deutschen Wirtschaft begleitet, darunter Vorstandschefs von Dax-Unternehmen und dem Mittelstand. Die Unterzeichnung eines grossen Abkommens steht jedoch nicht an. Von Regierungskreisen wurde zugleich erläutert, Deutschland habe ein «grosses Interesse» an chinesischen Direktinvestitionen. Bislang gebe es 800 chinesische Firmen, die in der Bundesrepublik tätig seien.

Jahrzehntelange Beziehungen

Es ist der fünfte Besuch der Kanzlerin in China. Nach Peking steht am Freitag in Kanton eine Firmenbesichtigung, eine Rede auf einem Wirtschaftsforum sowie ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern aus Deutschland und China auf dem Programm. Premier Wen wird Merkel nach Kanton begleiten.

Deutschland und China feiern 2012 den 40. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen. China wird dieses Jahr das Partnerland der Hannover-Messe sein. (kpn/dapd)

Erstellt: 31.01.2012, 21:01 Uhr

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5 Kommentare

Klaus Meili

31.01.2012, 21:18 Uhr
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...als nächstes geht sie in Indien und Brasilien auf Betteltour. Die Staaten werden klug genug sein um zu merken, dass Europa am Abgrund steht und nicht mehr zu retten ist. Diese Länder haben es geschafft sich ohne Mithilfe der EU und des selbsternannten Weltpolizisten USA eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Antworten


August Smelgleren

31.01.2012, 21:47 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

"Merkel wird ausserdem an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in Peking eine Rede zur Finanzpolitik halten." Was? Frau Merkel geht betteln, und will danach Lektionen in Finanzpolitik erteilen? Ich nehme an, in China läuft ihr Auftritt unter der Rubrik Satire oder besser Tragödie. Antworten



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