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«Mama, ich weiss, dass du mich jetzt hören kannst»
Aktualisiert am 29.08.2012 12 Kommentare
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Rund 3000 Menschen haben am Samstag in Kiew gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch demonstriert. Sie forderten ein Misstrauensvotum gegen den umstrittenen Staatschef und die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen.
Auf dem Oppositionskongress unter freiem Himmel verlas Jewgenija Timoschenko, die Tochter der in Haft erkrankten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko, einen Brief ihrer Mutter. Die drohende Mordanklage gegen diese bezeichnete Jewgenija Timoschenko als politisch motiviert.
In dem Brief forderte die zu sieben Jahren Haft verurteilte frühere Ministerpräsidentin ihre Landsleute auf, den «antidemokratischen und antieuropäischen Kurs der Regierung» zu stoppen. Sie verlangte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Janukowitsch nach der Parlamentswahl im Oktober.
Widerstand sei nicht nur die Aufgabe der Politiker, sondern die Verantwortung der Bürger, sagte Jewgenija Timoschenko. Die 32- jährige endete mit den Worten: «Mama, ich weiss, dass du mich hören kannst und ich bin mir sicher, dass du schon bald wieder bei uns bist.»
Weg von Europa
In der rund zweistündigen Veranstaltung wurde von mehreren Rednern - unter ihnen der frühere Aussenminister Arsenij Jazeniuk und die Ehefrau des zu vier Jahren verurteilten Ex-Innenministers, Irina Luzenko - betont, dass die derzeitige Regierung das Land immer weiter von Europa wegführe.
«Mit diesem Kurs wird ein ganzes Volk zur Geisel einer kleinen Gruppe von Politikern gemacht», sagte Jazeniuk. Alle Redner wurden immer wieder durch «Freiheit für die Ukraine»-Rufe unterbrochen.
Die Regierung in Kiew steht seit Wochen unter starkem Druck. EU und USA fordern die ukrainische Regierung auf, rechtsstaatliche Massstäbe zu garantieren und die politisch motivierte Verfolgung gegenüber Oppositionspolitikern einzustellen.
In rund vier Wochen ist die Ukraine Gastgeber der Fussballeuropameisterschaft Euro 2012. Obwohl es reihenweise Absagen hagelt, lenkt Präsident Janukowitsch nicht ein. (ami/sda)
Erstellt: 12.05.2012, 16:28 Uhr
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12 Kommentare
Es ist erstaunlich, wie viele »intelligente« Menschen einer korrupten Oligarchin auf den Leim kriechen und sich von ihr als politische Werkzeuge missbrauchen lassen. Wahrscheinlich zur Ablenkung von der anhaltenden Finanzkrise, die den SchönwetterkapitänInnen der EU gar nicht liegt. Von der «Wende» im vormaligen COMECON hat nur eine kleine Minderheit wirtschaftlich profitiert. Antworten
Für Leute, die Ahnung der Umstände in der Ukraine haben, ist es sehr ärgerlich, wie falsch Julia Timoschenko in den westlichen Medien dargestellt wird. Sie ist genauso in die mafiösen Machenschaften der ukrainischen Politik verstrickt wie ihr Widersacher Janukowitsch. Eine Lichtgestalt ist sie keineswegs. Nur versteht sie es meisterlich, die westlichen Medien für sich zu instrumentalisieren. Antworten
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