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«Legen Sie die roten Fahnen nieder und dienen Sie Frankreich»

Aktualisiert am 01.05.2012 3 Kommentare

In der Nähe des Eiffelturms in Paris lud Nicolas Sarkozy zu seiner Version des Fests der Arbeit ein. Doch Marine Le Pen verdarb ihm die Party: Sie verweigert ihm die Wahlempfehlung.

1/6 Auf dem Trocadero-Platz in Paris: Nicolas Sarkoy posiert... (1. Mai 2012)
Bild: AFP

   

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Die Chancen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf einen Sieg in der Stichwahl schwinden zunehmend.

Fünf Tage vor der Wahl verweigerte Front-National-Chefin Marine Le Pen eine Wahlempfehlung zugunsten Sarkzoys. Nun bleibt ihm noch das TV-Duell von Mittwochabend.

Sie werde in der Stichwahl am Sonntag einen leeren Stimmzettel abgeben, kündigte Le Pen am Dienstag vor Anhängern in Paris an. Die Rechtsaussen-Partei Front National war in der ersten Wahlrunde mit fast 18 Prozent der Stimmen überraschend stark auf Platz drei gekommen.

Laut Analysen müssten rund 80 Prozent der Anhänger Le Pens in der Stichwahl für Sarkozy stimmen, damit dieser den Rückstand auf den sozialistischen Kandidaten François Hollande noch aufholen kann.

Le Pen machte am Dienstag vor ihren Anhängern in Paris aber klar, dass sie beide «Repräsentanten der politischen Elite» Hollande und Sarkozy für unwählbar halte. Beide würden das einfache «Volk» verraten und verkaufen.

Zu viele Ausländer

Die Parteichefin betonte, sie wolle ihr Stimmverhalten nicht als Empfehlung verstanden wissen. «Ich habe meine Wahl getroffen. Jeder von euch wird seine treffen», sagte sie. Dies könnte nun der entscheidende Rückschlag für Sarkozys zunehmend verzweifelt wirkendes Bemühen sein, das Blatt in letzter Minute doch noch zu wenden.

Der in allen Umfragen deutlich hinter seinem sozialistischen Herausforderer liegende Sarkozy hat seit der ersten Wahlrunde am 22. April einen scharfen Rechtskurs eingeschlagen, um die Wähler des Front National für sich zu gewinnen.

Seinen Schwerpunkt in Reden legte er auf die Betonung von Grenzen, die Einschränkung von Zuwanderung und Patriotismus. Gegenüber dem TV-Nachrichtensender BFM klagte Sarkozy am Dienstag über zu viele Ausländer.

Kein Premier Bayrou

Sarkozy schaffte heute Klarheit in einer wichtigen Personalentscheidung. Im Fall seiner Wiederwahl werde er nicht dem bürgerlichen Kandidaten François Bayrou das Amt des Regierungschefs anbieten. Bayrou sei ein hochrespektabler Mann, aber vertrete eine Minderheit.

Bayrou war in der ersten Wahlrunde mit seiner Bewegung MoDem auf 9,1 prozent und damit auf den fünften Platz gekommen. Sarkozy ist auch auf die zentristischen Wähler Bayrous angewiesen. Vor allem Aussenminister Alain Juppé hatte Bayrou als Regierungschef in die Debatte gebracht, wohl, um auch im liberal-bürgerlichen Lager zu punkten.

Sarkozy vor dem Eiffelturm

Sarkozy lud am 1. Mai zu seinem «echten Fest der Arbeit» ein. Bei der Grosskundgebung in der Nähe des Eiffelturms lancierte er einen verbalen Frontalangriff auf die Gewerkschaften.

«Legen Sie die roten Fahnen nieder und dienen Sie Frankreich», rief er den Gewerkschaften unter dem Jubel von mehreren zehntausend Anhängern am Trocadero-Platz zu. Es sei nicht Aufgabe der Gewerkschaften, Politik zu machen, sondern sich um die Arbeitnehmer zu kümmern. Nach Sarkozys Angaben versammelten sich 200'000 Anhänger bei seiner Grosskundgebung.

Der sozialistische Kandidat Hollande verzichtete auf eine Gegenkundgebung in Paris. Stattdessen hielt er sich im zentralfranzösischen Nevers auf, um des 1993 gestorbenen, früheren sozialistischen Premierministers Pierre Bérégovoy zu gedenken.

Dort verteidigte er vor tausenden Anhängern Arbeit als Grundwert. Die Gewerkschaften führten ihren aufopfernden Kampf unabhängig von der Politik. Der 1. Mai dürfe deshalb nicht missbraucht werden.

Alle Augen im politischen Frankreich richten sich nun auf das einzige Fernsehduell, das sich Hollande und Sarkozy liefern. Das moderierte Interview morgen Abend gilt als letzte Chance Sarkozys, noch eine Trendwende zu schaffen.

(kle/sda)

Erstellt: 01.05.2012, 19:48 Uhr

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3 Kommentare

Philippe Calle

02.05.2012, 11:38 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Sehr geehrter Herr Frost, wenn Sie das bewegliche Guthaben (Kapitalzinsen, Stock options, Prämien usw) der "Superreichen Frankreichs" zusammen addieren, und Sie dann den Betrag durch die 7 Millionen Franzosen, die unter der Armmutsgrenze leben, dividieren, dann bekommen Sie den spärlichen Betrag von etwa 350 Euro. Das beweist, dass die Ausmerzung der Reichen sowieso KEINE Lösung sein kann. Antworten


oscar gerber

02.05.2012, 14:47 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Ein Bild, das Sarkozy sicher gefällt: von unten scheint er grösser und braucht keine hohen Absätze... Antworten



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