Kriminologe: Zölibat nicht schuld an Kindsmissbrauch
«Wir sehen das als Wissenschaftler eher anders»: Christian Pfeiffer. (Bild: Keystone)
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Der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer hält nichts von der These, der Zölibat sei eine Ursache für sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen. «Wir sehen das als Wissenschaftler eher anders», sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen dem Sender N24. «Denn pädophil ist man bereits mit 15, 16. Aber das Gelübde, keusch zu bleiben, legt man als Priester erst mit 25 oder 30 ab. Da ist also von der sexuellen Identität her alles gelaufen.» Von daher sei es nicht nachvollziehbar, was Leute zu der Aussage motiviere, der Zölibat sei schuld an sexuellem Missbrauch.
In Deutschland werden inzwischen täglich neue Fälle von Kindesmissbrauch in vor allem katholischen Schulen und Heimen bekannt. Am Mittwoch wurden entsprechende Vorwürfe an einem katholischen Internat im südhessischen Bensheim, in einem Kinderheim der Caritas im hessischen Hofheim und in einem sächsischen Kinderheim zu DDR-Zeiten öffentlich. Der Vorstand der ebenfalls von massiven Missbrauchsfällen erschütterten Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim will geschlossen zurücktreten.
Vatikan: Kein Kirchenproblem
Der Vatikan hat die Reaktion der Kirche in Deutschland auf die Fälle von sexuellem Missbrauch als prompt und transparent verteidigt. Jeder Fall von Missbrauch in der Kirche sei «besonders bedauerlich», da sie erzieherische und moralische Verantwortung trage, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Das Problem Kindesmissbrauch gehe aber über die Kirche hinaus. Die katholische Kirche sei bereit, sich auf Strategien festzulegen, die Missbrauch verhindern sollten.
(vin/ddp/)
Erstellt: 10.03.2010, 16:34 Uhr
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