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Vincenzo Capodici
Reporter


Jacques Chirac «bedauert» Wahlempfehlung für Hollande

Aktualisiert am 22.04.2012

«Das war ein Missverständnis», sagt Bernadette Chirac, die Nicolas Sarkozy unterstützt. Ihr Mann habe nicht für den Sozialisten abgestimmt.

Rivalen mit tiefer gegenseitiger Abneigung: Nicolas Sarkozy und Jacques Chirac.
Bild: Reuters

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Die Nachricht sorgte in den letzten Tagen des Wahlkampfs für Irritation, Enttäuschung und Zorn im Lager von Präsident Nicolas Sarkozy. Dessen Vorgänger Jacques Chirac hatte gemäss einem Bericht der Zeitung «Le Parisien» verlauten lassen, dass er für François Hollande stimmen werde. Die Zeitung stützte sich auf Aussagen des Historikers Jean-Luc Barré, der ein guter Freund von Chirac ist. Barré und Chirac treffen sich seit vier Jahren regelmässig. Barré half Chirac beim Verfassen der Memoiren. Gemäss eigenen Aussagen weiss er genau, wie Chirac denkt. Chirac werde seine Stimme dem Sozialisten geben, sagte Barré. Auch die Tochter des Altgaullisten, Claude Chirac, und sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux würden für Hollande stimmen.

Chirac und Sarkozy waren zwar während vieler Jahre Verbündete, aber auch Rivalen mit tiefer gegenseitiger Abneigung. Bereits im Vorjahr hatte Chirac vor Journalisten erklärt, dass er für Hollande stimmen werde. Chirac und Hollande sind beide politisch im ländlichen zentralfranzösischen Departement Corrèze verankert.

Bernadette Chirac unterstützt Sarkozy öffentlich

Inzwischen soll wieder alles anders sein. Bernadette Chirac, Ehefrau des Ex-Präsidenten, sagte heute Vormittag bei der Stimmabgabe in Sarran, dass sowohl sie als auch ihr Mann für Sarkozy gestimmt hätten. Die Nachricht, wonach der Ex-Präsident den Sarkozy-Herausforderer zur Wahl empfohlen hatte, sei falsch. «Das war ein Missverständnis, mein Mann bedauert dies», sagte Bernadette Chirac, die Sarkozy öffentlich unterstützt und den amtierenden Präsidenten bei Wahlkampfveranstaltungen sogar begleitet hatte.

Aus gesundheitlichen Gründen blieb der 79-jährige Ex-Präsident zu Hause, im Wahllokal liess er sich von seiner Frau vertreten, die damit auch seine Stimme abgab. Gerüchten zufolge leidet Jacques Chirac an Demenz.

Konservative Ex-Minister wenden sich ab

In den letzten Tagen hatten sich immer mehr prominente Politiker des rechten Lagers von Sarkozy abgewandt. Beispielsweise erklärte die frühere Stadtplanungsministerin Fadela Amara, sie werde für Hollande stimmen. Auch andere, früher in konservativen Regierungen tätige Politiker wollten dem Sozialisten ihre Stimme geben. Dazu gehören der ehemalige Armutsbekämpfungs-Beauftragte Martin Hirsch, der frühere Staatssekretär für Gleichstellung, Azouz Begag, und Ex-Kulturminister Jean-Jacques Aillagon.

Artikel mit Material der Nachrichtenagentur AFP (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.04.2012, 17:04 Uhr

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