Ausland
Im Krieg verlor er ein Bein, nun will er zurück an die Front
Aktualisiert am 10.08.2009 6 Kommentare
«Nicht beendetes Geschäft»: Matt Woollward auf der Times-Webseite.
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Der Krieg in Afghanistan stösst in Grossbritannien auf wachsende Kritik, seit die Zahl der eigenen Opfer in den letzten Wochen kontinuierlich angestiegen ist. Gegen 200 Briten starben bereits am Hindukusch im Einsatz gegen die Taliban. Laut einer Ende Juli veröffentlichten Umfrage der Tageszeitung «Independent» ist die Mehrheit der Briten der Ansicht, dass die Kämpfe in Afghanistan nicht zu gewinnen seien. Darum müssten die eigenen Truppen sofort abgezogen werden, lautet die Forderung an die Regierung.
Auf eine Landmine getreten
Dieser Ablehnung des Afghanistan-Kriegs mag sich der 20-jährige Matt Woollward nicht anschliessen, obwohl er Grund dazu hätte. Die britische Armee schickte ihn Anfang 2007 nach Afghanistan. Im Mai des selben Jahres trat er beim Patrouillieren in der Nähe von Kajaki auf eine Landmine, die den unteren Teil seines rechten Beines zerfetzte. Dreimal erlitt er einen Herzstillstand, als die Ärzte ihn behandelten. Inzwischen trägt Woollward eine Prothese unterhalb des rechten Knies.
«Ich will zurück nach Afghanistan, wohin ich 2007 geschickt wurde, um gegen die Taliban zu kämpfen», sagt der junge Soldat gemäss einem Bericht der britischen Zeitung «Times». Er spricht von einem «unerledigten Geschäft», das zu Ende geführt werden müsse. Den Entschluss, wieder in den Krieg zu ziehen, fasste er angeblich in der vergangenen Woche, nachdem das britische Verteidigungsministeriums den Tod von drei weiteren Soldaten bekannt gegeben hatte. Die britischen Soldaten im Alter von 26, 23 und 21 Jahren waren in einen Hinterhalt der Taliban geraten.
Erster Infanterist mit Beinprothese
Laut dem «Times»-Bericht wäre Woollward der erste Infanterist der britischen Armee, der mit einer Beinprothese an die Front in Afghanistan gehen würde. Seine Vorgesetzten gaben bereits grünes Licht für Woollwards Vorhaben. Bevor er in die Kriegsregion zurückkehrt, muss der 20-Jährige die notwendigen Fitnesstests überstehen. Woollward geht davon aus, dass er in ein paar Monaten wieder gegen die Taliban kämpfen kann. (vin)
Erstellt: 10.08.2009, 13:40 Uhr
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