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Holocaust-Leugner drohen fünf Jahre Haft

Der umstrittene Bischof Richard Williamson muss sich im April in Regensburg wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten – weil er eine Geldstrafe von 12'000 Euro nicht bezahlen will.

Für den Prozess am 16. April sei das persönliche Erscheinen des Bischofs der umstrittenen Piusbruderschaft angeordnet worden, sagte der Sprecher des Amtsgerichtes, Thomas Frick, am Mittwoch. Seine Anwesenheit sei aber nicht zwingend. «Wenn er nicht kommt, bleibt er sanktionslos», erklärte Frick. Williamsons Anwalt war zunächst nicht zu erreichen. Zur Verhandlung kommt es, weil der Anwalt des Bischofs Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung einlegte. Williamson sollte eine Geldstrafe in Höhe von 12'000 Euro wegen Leugnung des Holocausts zahlen.

Der Priester hatte in einem Interview des schwedischen Senders SVT behauptet, die historischen Tatsachen sprächen gegen die Vergasung von sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg. Das Interview wurde im November 2008 im bayerischen Zaitzkofen im Landkreis Regensburg aufgezeichnet. Als Zeugen vor Gericht sind drei schwedische Journalisten geladen, die das Interview führten. Für den Prozess, der im grossen Schwurgerichtssaal des Amtsgerichtes stattfinden soll, wurde zunächst ein Tag angesetzt. Für Leugnung des Holocaust sieht das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.

Fall Williamson sorgte für Empörung über Papst

Williamson ist einer von vier Pius-Brüdern, die 1988 ohne Zustimmung des Papstes zum Bischof geweiht und daraufhin exkommuniziert worden waren. Wenige Tage nach der öffentlichen Holocaust-Leugnung Williamsons im schwedischen Fernsehen hob Benedikt XVI. die Exkommunikation wieder auf und erntete dafür Empörung. Inzwischen hat der Vatikan einen Dialog mit den konservativen Traditionalisten begonnen. Er will unter bestimmten Bedingungen die Rückkehr der Pius-Bruderschaft in den Schoss der katholischen Kirche erreichen. (vin/ddp/)

Erstellt: 27.01.2010, 16:19 Uhr

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